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Verkehrskonzept mit selbstfahrenden Bussen

Interview Matthias Weckbach
Bürgermeister Matthias Weckbach will bis voraussichtlich 2022 selbstfahrende Busse in Bodman verkehren lassen und das Mobilitätskonzept für Bodman-Ludwigshafen modernisieren. swb-Bild: ml

Fragen an Matthias Weckbach, das Gemeindeoberhaupt von Bodman-Ludwigshafen.

Bodman-Ludwigshafen. Das WOCHENBLATT befragte Bodman-Ludwigshafens Bürgermeister Matthias Weckbach unter anderem zu neuen Verkehrskonzepten.

WOCHENBLATT: Was planen Sie in Bodman-Ludwigshafen zur Verkehrssituation?
Matthias Weckbach: Wir arbeiten für Bodman und Ludwigshafen an einem Mobilitätskonzept. In Bodman würden wir die Autos am liebsten vor dem Ort parken lassen. Von dort soll es mit einem autonomen, also selbstfahrenden, Bus weitergehen. Wir haben uns dazu bereits Firmen angesehen.

WOCHENBLATT: Kann dies aktuell schon umgesetzt werden?
Matthias Weckbach: Die Fahrten müssen »angelernt« werden, irgendwann kann der Bus dies dann von allein. Bei einer Störung bleibt das Fahrzeug stehen. Daher muss es ein komplettes Management geben. Wir sollen die Busse frühestens 2021, eher 2022 einführen. Wir planen Verkehrsknotenpunkte, sogenannte »Hubs«, die es in Bodman am Weilerkapellen-Parkplatz, der ausgebaut werden soll, und in Ludwigshafen am Bahnhof geben soll. Sogenannte »Mini-Hubs« werden die jeweiligen Häfen sein. Langfristig soll eine Schiffsverbindung ausschließlich zwischen Bodman und Ludwigshafen unter Berücksichtigung der Bahnzeiten etabliert werden. Darüber hinaus planen wir ein Parkleitsystem, Sensoren in den Parkplätzen, die anzeigen, ob sie besetzt sind und die Option, die Parkgebühr per Handy zu bezahlen.

WOCHENBLATT: Wie ist die Lage bei den Gewerbegebieten?
Matthias Weckbach: Mit der Stadt Stockach verwirklichen wir Gewerbegebiete im Interkommunalen Gewerbegebiet Blumhof. In Bodman wollen wir das Gewerbegebiet »Ried« erweitern, aber unter der Maßgabe, dass sich bestehendes Gewerbe in Bodman vom See wegentwickeln kann.

WOCHENBLATT: Wie steht es um Baugrund für Bürger?
Matthias Weckbach: Im Baugebiet »Haiden« in Ludwigshafen haben wir gerade ein großes Gebiet mit sechseinhalb Hektar erschlossen. An der Stelle gibt es eine spätere Erweiterungsmöglichkeit. In Bodman haben wir einige Spielräume: Zum einen das Gebiet »Im Leimacker« sowie einen Bereich unterhalb vom Friedhof. Wir haben das Gebiet »Untere Kapellenäcker« im Flächennutzungsplan. Hierfür muss die Planung noch erstellt werden.

WOCHENBLATT: Wie stehen Sie beim Thema Tourismus da?
Matthias Weckbach: Am gesamten Bodensee bringt der Tourismus über 690 Millionen Euro im Jahr ein. Wir haben rund 157.000 Übernachtungen im Jahr, dabei konnten wir in den letzten zehn Jahren eine Steigerung aufweisen.

WOCHENBLATT: Wie geht es weiter mit der Marienschlucht?
Matthias Weckbach: Beim Mondfelsen gibt es eine steile Felswand, aktuell sind zwölf Akutflächen vorhanden, die abbrechen können. Der steile Oberhang ist das eigentliche Problem, hier gibt es viel loses Geröll sowie Bäume. Hier muss das Gelände gesichert werden.

WOCHENBLATT: Wie wird die Maßnahme umgesetzt?
Matthias Weckbach: Mit einer Zaunanlage oberhalb und sogenannten Murgangsperren. In der Schlucht verläuft der Weg direkt über dem Bach. Es gibt zwei Lösungen: Einen Weg auf der sogenannten Zehn-Meter-Linie oder auf dem Grat entlang. Die Fachbehörden haben geäußert, dass sie sich beide Wege vorstellen könnten.

WOCHENBLATT: Wie wird dies geplant und finanziert?
Matthias Weckbach: Wir wollen das Projekt in Abschnitten abarbeiten, so dass wir in rund vier bis fünf Jahren so weit sind, die Schlucht wieder zu öffnen. Die Genehmigungsbehörden haben das letzte Wort. Wir gehen davon aus, dass wir 60 Prozent vom Land erhalten, Allensbach, Bodman-Ludwigshafen und Konstanz jeweils zehn Prozent dazugeben und die Bodenseeregion die restlichen zehn Prozent übernimmt.

Wochenblatt Redakteur @: Marius Lechler