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Viele Aktionen zum Weltfrauentag

Frauentag
Normal ist der internationaler Frauentag von vielen Aktionen begleitet, wie hier vor dem Stuttgarter Landtag vor zwei Jahren. Das geht heuer wegen der Corona-Einschränkungen nicht. swb-Bild: Archiv

Aktionen rund um den 8. März - Schulungsprojekt im Bodenseeraum

Singen. Mit einem bunten Programm für Frauen – und Männer – zum Weltfrauentag am 8. März soll deutlich gemacht werden, dass in der Gleichberechtigung zwar schon einiges erreicht wurde, aber dennoch nicht alles optimal ist.

Auch heutzutage ist es beispielsweise immer noch so, dass vor allem Frauen wegen der Kinderbetreuung in Teilzeit arbeiten und damit auf Rentenansprüche verzichten; und wesentlich mehr Frauen als Männer leisten unbezahlte Sorge-, Familien- und Hausarbeit. Schirmherrin der Veranstaltungsreihe „Wir Frauen in Singen“ ist Bürgermeisterin Ute Seifried.

Die meisten Veranstaltungen finden wegen der Corona-Situation virtuell statt, die Organisatoren hoffen aber, dass man bei einigen Events im Sommer und Herbst wieder zusammenkommen darf.

Einen Überblick zu den lokalen Aktionen bietet ein Programmflyer, den man sich hier herunterladen kann.

Die Singener Jugendhäuser lancieren an diesem Tag zudem eine "Instagram"-Aktion unter dem Titel "EinSatz" für uns alle.

Aktionen gegen den Menschenhandel

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März macht die Fachberatungsstelle FIZ -  Fraueninformationszentrum vom VIJ e.V. in Stuttgart auf Frauen aufmerksam, die von Menschenhandel betroffen sind. Denn trotz der Corona-Pandemie werden Frauen unter Ausnutzung einer persönlichen Zwangslage angeworben und in Ausbeutungssituationen gebracht, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder Pflege, zu sexueller Ausbeutung, Zwangsprostitution, aber auch zur Ausbeutung von Bettelei und von strafbaren Handlungen. „Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel können ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot derzeit nur reduziert anbieten, die Kooperation mit Behörden ist massiv eingeschränkt.

Dabei ist die Situation für Betroffene von Menschenhandel derzeit besonders kritisch, da durch die Corona-bedingten Einschränkungen viele Betroffene in Ausbeutungssituationen nicht entdeckt werden. So bleibt ihnen der Zugang zu Beratung, zu sicherer Unterbringung und Selbstbestimmung verwehrt“, sagt Claudia Robbe, erfahrene Beraterin im FIZ in Stuttgart. Gerade die wirtschaftliche Not, die die Corona-Pandemie für viele mit sich bringt, birgt die Gefahr, dass noch mehr Frauen, aber auch Männer, auf falsche Arbeitsangebote hereinfallen und ausgebeutet werden.

Deshalb kooperiert das FIZ in diesem Jahr in einem Modellprojekt, das vom Ministerium für Soziales und Integration gefördert wird, mit Beratungsstellen, Behörden und Netzwerken rund um den Bodensee. Das FIZ gibt Expertise zu Strukturen von Menschenhandel und für den Umgang mit Betroffenen weiter. Dazu finden Schulungen und Informationsveranstaltungen statt, zum Beispiel zur Frage, wie man Zwangsprostitution erkennen kann, welche Rolle das Asylrecht dabei spielen kann oder wie Strafverfahren ablaufen. Ziel ist, dass Betroffene von Menschenhandel langfristig gute Unterstützung erhalten. Dafür ist auch notwendig, dass spezialisierte Anlaufstellen wie das FIZ eine gesicherte Finanzierung durch das Land erhalten, denn der Aufbau von landesweiten Netzwerken, um Betroffene zu erreichen, dauert Jahre, ebenso wie die individuelle Begleitung der betroffenen Frauen in ein neues Leben.

In der Planung sind in den kommenden Monaten Schulungen und Aktionen zu diesem Thema auch in der Raumschaft Singen mit den Kooperationspartnern Bea Gabele, Frauenbeauftragte von inSi. e. V. und Stefan Schlagowsky-Molkenthin von der Stabsstelle Integration in Singen .

 

 

 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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