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Volle Bühne in voller Halle

Madrigalchor Blasorchester
Ein eindrucksvolles Konzert boten der Madrigalchor und das Blasorchester im Zusammenspiel. swb-Bild: uj

Madrigalchor und Blasorchester begeistern mit Oper, Musical und Filmmusik

Singen. Die erste und einzigartige Kombination eines Blasorchesters zusammen mit einem Chor füllte am vergangenen Sonntag die Singener Stadthalle bis auf den letzten Platz. Nahezu 800 Gäste lauschten diesem Spektakel, welches schon vor über drei Jahren geplant und nun endlich zur Aufführung kam. Das städtische Blasorchester BOS unterstütze mit rund 60 Musikerinnen und Musiker den Madrigalchor Alu Singen mit rund 80 Sängerinnen und Sängern. Nicht nur die Stadthalle, auch die Bühne war entsprechend voll und bot ein statthaftes Bild.

 

Königlich begann das 90-minütige Klangspektakel mit dem weltberühmten Triumphmarsch der Oper »Aida« von Giuseppe Verdi, zu der das Blasorchester gleich vier Aida-Trompeten spielte. Da diese als Fanfarentrompete speziell für diese Oper von altägyptischen Trompeten nachempfunden wurde, kam sogleich sowohl optisch als auch akustisch fremdländische Stimmung auf.

Trompeter Achim Birkenmayer moderierte durch den Abend, wobei er zu jedem Stück kurzweilige Passagen zu erzählen wusste. Zu Beginn unterstrich er die Herausforderung bei den zurückliegenden Proben beider doch so unterschiedlicher Musikergruppen. »Wir mussten aufeinander zugehen«, erzählte er und der Erfolg sei letztendlich vor allem den Erfahrungen beider Dirigenten Hartmut Kasper und David Krause zu verdanken.

Der abwechslungsreich gestaltete Abend gliederte sich thematisch in zwei völlig unterschiedliche Teile. Im ersten Teil erlebten die begeisterten Zuhörer Stücke wie »O süßer Mond« von Otto Nicolai oder das andächtige Stück »Va pensiero« des Gefangenenchor aus »Nabucco« von Giuseppe Verdi. Aus »Carmina Burana« von Carl Orff spielten und sangen die Musiker gleich vier Stücke, beginnend mit der wunderbaren Hymne »O Fortuna«. Unterstützt wurden die Musiker durch das fantastische Klavierspiel von Barbara Kasper.

Den zweiten Teil widmeten der Chor und das Blasorchester modernen Musicals und berühmter Filmmusik. Nahezu euphorischen Applaus erhielten sie für das Medley »Les Misérables« von Claude-Michel Schönberg, mit dem sie nach der Pause starteten.

Mit »Hymn to Fallen« von John Williams überraschte der Blas-Chor das Publikum. »Wir spielen dieses Stück in Gedenken an die vielen sinnlosen Opfer der Kriege in dieser Welt«, moderierte Achim Birkenmayer das Stück aus dem mehrfach preisgekrönten Kriegsfilm »Der Soldat James Ryan« von Steven Spielberg. Während die Musiker das getragene Stück vortrugen, wurden auf großen Leinwänden nachdenklich stimmende Fotografien von Soldatenfriedhöfen projiziert.  Großartige Stimmung erzeugten die Musiker mit »Moment for Morricone« von Ennio Morricone, dem bedeutendsten Filmmusikkomponisten überhaupt. »Zwei glorreiche Halunken sorgten in dem Medley genauso für spannende Stimmung wie das Western-Epos »Spiel mir das Lied vom Tod«. Bei dem Genre Filmmusik durfte natürlich Andrew Lloyd Webber nicht fehlen, welcher mit »A Concert Celebration« mit insgesamt sieben weltbekannten Melodien freudig bespielt und besungen wurde.

Kein Wunder, dass es am Schluss vom Publikum Standing Ovations gab und der Blas-Chor den Abend mit »Funiculi-Funicula« eine freudig-klingende Zugabe gab.

Mehr Bilder von dem Konzert gibt es in der Galerie.

Wochenblatt @: Stefan Mohr