Bietinger Narrren präsentieren abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit hoher Witzdichte
Von Urgesteinen und dem Fasnachtsnachwuchs

Biberschwanzgeflüster Bietingen | Foto: Das Urgestein der Bietinger Narren, Sigi Mayer (rechts), machte am diesjährigen Biberschwanzgeflüster sein Schorleglas zum letzten Mal leer. Nach 44 Jahren verlässt er die Bietinger Bühne und erfuhr von Zunftmeister Peter Kaschner (links) und vom Publikum
  • Biberschwanzgeflüster Bietingen
  • Foto: Das Urgestein der Bietinger Narren, Sigi Mayer (rechts), machte am diesjährigen Biberschwanzgeflüster sein Schorleglas zum letzten Mal leer. Nach 44 Jahren verlässt er die Bietinger Bühne und erfuhr von Zunftmeister Peter Kaschner (links) und vom Publikum
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Bietingen. Beim Biberschwanzgeflüster der Narrenzunft Biberschwanz in Bietingen wurde wieder an zwei Abenden in der voll besetzten Bietinger Turnhalle lautstark gelacht und gefrotzelt. Stolze zwölf knackige und aufwändige Programmpunkte brachten die Bietinger Narren in diesem Jahr auf die Bühne.

Um den Bühnennachwuchs brauchen sich die Bietinger nicht sorgen: Unter dem Motto „Wo mir no jung waret“ erzählten die jugendlichen Biberfänger, verkleidet als Rentner ihre Geschichten von „Früher“. Ohne Zurückhaltung witzelten die jungen Narren schon wie die erfahrenen Bühnenredner.
Auch eine Garde prägt seit diesem Jahr wieder das Narrenbild in Bietingen: Fünf junge Mädchen haben sich zusammengefunden und die weißen Röcke und roten Hüte ihrer Vorgängerinnen aus dem Schrank geholt. Mit ihrem Gardetanz eröffneten sie beide Abende.
„Ein Urgestein der Bietinger Fasnacht geht für immer von der Bühne“, machte der zweite Vorsitzende der Narrenzunft, Florian Liehn, deutlich. 44 Jahre lang wusste Sigi Mayer alias Rotschieber Gotthold Emsig über alles und jeden im Dorf Bescheid und erzählte heiter reimend das Dorfgeschehen des jeweils vergangenen Jahres. Nach seinem Auftritt gab er bekannt, dass dies sein Letzter war. Wehmütig, aber mit Standing Ovations und langanhaltendem Applaus verabschiedete das Bietinger Narrenvolk seinen Büttenredner – denn mit ihm geht auch ein Highlight eines jeden Biberschwanzgeflüsters.
Auch die Gruppe „Giftspritzer“ sagte nach nun 24 Jahren „Ade“ zur Bühne. Das als Bietinger Export über den Hegau hinaus gefragte Musikkabarett alias Bernhard Weber, Sigi Mayer, Wolfgang Kramer und Sepp Leitner frotzelte am Wochenende noch ein letztes Mal über Politiker wie „Heeresmutter Ursel“ und „AKK“. „Wir lassen Euch nur schwer gehen“, brachte Zunftmeister Peter Kaschner sein Bedauern zum Ausdruck – Standing Ovations und dankbar tosender Applaus seitens des Publikums gaben ihm Recht. Die Forderung nach dem Lied „Wurstsalat“ wurde laut, welches Jahr für Jahr schon das Publikum in Bietingen und auch in Berlin begeistert hat.
Doch auch in Zukunft werden Highlights auf der Bietinger Bühne nicht fehlen. Von „Rollunterhosen“ und „Caritas-Sex“ erzählten die drei Biberfrauen Manuela Pechta, Dagmar Schillinger und Nicole Brachat herrlich amüsant von ihrem Alltag als „Mutter, Hausfrau und was noch?“. Der Elferrat dagegen nahm die einzelnen Dorfbewohner auf die Schippe. „Aus dem Bietinger Hauptstadtstudio“ der Tagesschau berichteten die Narren, wer im Dorf im letzten Jahr welchen Mist verzapft hat.
Für noch mehr gute Stimmung in der Bietinger Halle sorgten die Tanzgruppe „Groove“ und die Hexengruppe „Kuba-Hexen“ mit begeisternden Tänzen. In den Pausen brachte der Musikverein Bietingen flotte Fasnachtsmelodien zum klingen. Auch die Gruppe „3Run Unlimited“ des Turnvereins Bietingen heizte mit Salti und Flick-Flacks in der voll besetzten Halle die Stimmung an – indisches Flair brachten die 16 Biberfrauen mit ihren bunten und eleganten Gewändern und mit dem Tanzmotto „Wolle du Rose kaufen“. Den Bietinger „Hauruck Holzer“ gelang als Barbaren verkleidet, mit Knüppel und Fetzengewand, eine amüsante Bühnenshow – und ein erfolgreicher Abschluss der beiden närrischen Abende in Bietingen. Informativ und humorvoll durch das Programm führte die Ansage von Alexandra Graf, Anika Kaschner und Stefanie Liehn.

Das Urgestein der Bietinger Narren, Sigi Mayer (rechts), machte am diesjährigen Biberschwanzgeflüster sein Schorleglas zum letzten Mal leer. Nach 44 Jahren verlässt er die Bietinger Bühne und erfuhr von Zunftmeister Peter Kaschner (links) und vom Publikum Wehmut und große Anerkennung.swb-Bild: ar

Autor:

Ute Mucha aus Moos

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