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Weitblick statt Wimpernschlag

Florian Zindeler
Den 26. September hat Florian Zindeler im Kalender mit Leuchtstift markiert: An diesem Tag ist er exakt 1.000 Tage im Amt des Bürgermeisters von Hohenfels.swb-Bild: sw

Neue Zeitrechnung: Florian Zindeler ist seit 1.000 Tagen im Amt

Hohenfels. »Florian« steht in verschiedenen Schriftzügen und Größen auf seiner Kaffeekasse. Alle Mitarbeitenden im Rathaus Hohenfels, so erklärt Bürgermeister Florian Zindeler, haben von ihm eine Tasse mit ihrem Vornamen darauf in verschiedenen Farben erhalten. Bauhof und Forst etwa bekamen eine in Grün. Ein Geschenk zu Weihnachten, erklärt Florian Zindeler. Und ein Dankeschön an seine Mitarbeitenden, durch die er darauf aufmerksam geworden ist, dass er am Mittwoch, 26. September, ein bisher wenig beachtetes Jubiläum begehen kann. Denn nach der Verabschiedung des langjährigen Hauptamtsleiters Berthold Grotzki in den Ruhestand und der Begrüßung von dessen Nachfolgerin Veronika Möller wollte er am Computer ausrechnen, wann die neue Kollegin 100 Tage im Amt ist. Spaßeshalber gab Florian Zindeler bei seinem eigenen Namen 1.000 Tage ein - und der PC teilte ihm prompt mit, dass er am Mittwoch, 26. September, seit exakt 1.000 Tage Bürgermeister von Hohenfels ist. Normalerweise werden 100 Tag als Marge für ein erstes Resümee neuer Amtsinhaber genutzt - doch diese üblichen 100 Tage nennt Florian Zindeler nur einen »Wimpernschlag«. Fundierte Ein- und Weiterblicke seien erst nach 1.000 Tagen möglich. 

 

Und wie weit blickt er nach 1.000 Tagen im Amt des Bürgermeisters von Hohenfels? Schön sei es, so der 32-Jährige, etwas gestalten zu können und Erfolge zu sehen. Dennoch: Die Mühlen der deutschen Bürokratie mahlen langsam, und Gemeinderat sowie Bürgerschaft von Hohenfels sind für ihre demokratietaugliche Kritikfähigkeit bekannt. Diese Tatsachen können Florian Zindeler nach eigenen Angaben nicht schrecken: Viele Probleme würden durch Gespräche im Vorfeld ausgeräumt, andere Meinungen würden auch zu neuen, oft guten Lösungswegen führen, er wisse, wie »sein« Gemeinderat ticke und freue sich über dessen »mündige« Mitglieder: »Ich kann damit umgehen.« Im Teamwork mit dem Gemeinderat sieht er die Kommune somit auf einem guten Weg: Ein Anschluss von 45 bis 50 Prozent der Haushalte der Gemeinde an die  Breitbandversorgung sei möglich, in nächster Zukunft werde der Vertrag zwischen der Kommune und der Thüga über die Gaskonzession unterschrieben, bei den Baugebieten sei der Bebauungsplan für »Röschberg II« in Liggersdorf am Werden, und mit Blick auf Bauplätze werde »in allen Ortsteilen nach Lösungen« gesucht. Für das Gewerbe wird beim Kreisel in Liggersdorf in Richtung Herdwangen das interkommunale Gewerbegebiet »Egelsee« mit 3,4 Hektar entstehen. Und der Gewerbeverein mit dem Triumvirat Paul Saum, Felix Tiggeler und Reinhard Riegger an der Spitze plane Anfang Mai nächsten Jahres eine Gewerbeschau. 

 

Und auch für die nächsten 1.000 Tage wird Florian Zindeler die Arbeit nicht ausgehen. Sicher ist, so erklärt er, dass er bei der Kommunalwahl im Mai 2019 für die CDU um ein Mandat im Kreistag kandidieren werde. Es sei von Vorteil, wenn ein Bürgermeister aus erster Hand wisse, was auf Kreisebene geschehe - das sei ein immenser Wissensvorsprung und eine gute Informationsquelle. Wichtig auch für die Arbeit auf kommunaler Ebene. Hier ist die Zukunft der 1974 gebauten Hohenfelshalle ein Dauerbrenner. Im Rahmen seiner Klausurtagung hat sich der Gemeinderat damit beschäftigt, zwei Hallen in anderen Gemeinden wurden in Augenschein genommen, und der Gemeinderat würde laut Bürgermeister Abriss und Neubau bevorzugen.

 

möglicher Standort für eine neue Veranstaltungshalle ist die Selgetsweilerstraße im Gespräch, erklärt Bürgermeister Florian Zindeler aus Hohenfels, und der durch den Abriss des bestehenden Gebäudes frei werdende Platz würde Erweiterungsmöglichkeiten für den benachbarten Kindergarten und die Korbinian-Brodmann-Schule bieten. An der Schule sorgt die Digitalisierung für Diskussionen: Mit anderen Gemeindevertretern möchte sich Florian Zindeler Schulen in Aach und Orsingen anschauen, an denen das Digitalisierungskonzept bereits umgesetzt wird. Er persönlich sei nicht zu 100 Prozent davon überzeugt, Schüler müssten auch das Schreiben mit der Hand erlernen: »Doch die Entwicklung ist wohl nicht aufzuhalten.«

 

Aufhalten kann er auch nicht die Zukunft der Nutzung des Schlosses Hohenfels nach dem Rückzug der Schule Schloss Salem. Zwei Bauvorbeschlüsse zu einer Musikakademie oder einem pädagogischen Fortbildungsinstitut liegen vor, die nun geprüft werden. In drei bis sechs Monaten könne mehr dazu gesagt werden, erklärt Florian Zindeler. 

 

Er ist nach eigenem Bekunden nach 1.000 Tagen in seinem Amt als Bürgermeister von Hohenfels angekommen und genießt besonders die persönlichen Begegnungen mit den Einwohnern etwa bei hohen runden Geburtstagen. Und als geselliger Vereinsmensch fühlt er sich der Arbeit seiner vielen Ehrenamtlichen besonders verbunden und hat nun auch den örtlichen DRK-Vorsitz von Bürgermeister a. D. Hans Veit übernommen. Nur dass er aus zeitlichen Gründen nicht mehr so oft dazukommt, Sport im Verein zu betreiben, und die Muße etwa fürs Fußballspielen fehlt, bedauert Florian Zindeler. Doch er nimmt einen tiefen Schluck aus seiner »Florian«-Kaffetasse und erzählt, dass der Bürgerverein »Hohenfels hat Zukunft« am Samstag, 13. Oktober, eine Pflanzenbörse in der Hohenfelshalle organisieren wird. Und ergänzt dabei, dass auch er seine Zukunft über die nächsten 1.000 Tage hinaus in Hohenfels sieht.

Wochenblatt Redakteur @: Simone Weiß