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Weitere Corona-Todesfälle in den Kliniken

Corona Klini
Die Zahl der Covid-19 Fälle in den Kliniken des Landkreises ist in den letzten Tagen stark angestiegen. Drei Todesfälle sind im Landkreis inzwischen zu beklagen. swb--Bild: of/Archiv

Auch Kliniken Schmieder von Infektionen bei Mitarbeitern betroffen

Kreis Konstanz. Bis zum Dienstagvormittag sind inzwischen drei Todesfälle im Zug der Corona-Pandemie im Landkreis Konstanz zu beklagen. Wie nach der Sitzung des Krisenstabs informiert wurde, ist im Singener Klinikum eine Person mit Vorerkrankungen verstorben, eine weitere Person verstarb in Konstanz. Bei einer Person steht das Testergebnis zwar noch aus, allerdings wird aufgrund der Symptome unter anderem von einer Infektion mit dem Corona-Virus ausgegangen. Bereits letzte Woche war in Freiburg eine Person aus dem Landkreis verstorben.

»Es gebe bei Erkrankten durchaus eine Dunkelziffer«, räumte Prof. Frank Hinder vom Singener Hegau-Bodensee-Klinikum ein, denn manche Patienten hätten auch nicht symptomatische Anzeichen weshalb nun bei der Patientenaufnahme noch stärkere Kontrollen durchgeführt wurden. »Wir sind nun in einer Situation, von der ich gehofft hatte, darum herumzukommen«, so Landrat Zeno Danner in der Video-Medienkonferenz.

Wie Dr. Eckert als Leiter des Gesundheitsamts informierte, seit die Zahl der bislang infizierten bis Dienstag auf 203 angestiegen. 19 Befunde seien klinisch, weil es sich um die Partner von Patienten handle. Die Zahl der stationär aufgenommenen Patienten steigt derzeit stark an, wenn auch ein erster Patient die Klinik bereits wieder verlassen konnte. In Konstanz sind es 13, davon sechs intensivmedizinisch und davon vier an Beatmungsgeräten. In Singen seien es 12, davon sechs in der Intensivmedizin mit Beatmung. Auch in Stockach gebe es einen ersten Patienten im Krankenhaus, dort würden vor Ort drei Beatmungeräte stehen. Inzwischen gelten aber 60 Personen als genesen.

Das Corona-Virus ist auch bei den Kliniken Schmieder angekommen, wie Patrick Mickler von dem Reha-Anbieter in der Krisensitzung informierte. Drei Mitarbeiterinnen seien davon betroffen, derzeit laufe die Überprüfung, inwieweit das Virus weitere Kreise gezogen haben könnte. Die betroffene Station sei derzeit abgetrennt. Genaueres könne man erst Ende der Woche ersehen, die Tests seien am Laufen. Auch im Zentrum für Psychiatrie sei ein Fall aufgeschlagen, den man aber gut isolieren konnte, wurde auf Anfrage bestätigt. "Die Welle hat uns erreicht«, brachte es Dr. Marcus Schuchmann vom Konstanzer Klinikum auf den Punkt.

Rund 1.400 Test wurden mittlerweile durchgeführt. Durch die Kooperation mit der Uni-Konstanz werde die Zahl deutlich ansteigen und die Grundregeln des Robert-Koch-Instituts würden gelockert, weil es ja durch die Reisebeschränkungen ohnehin kaum Menschen gebe, die sich in den letzten Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hatten. Was die Tests betrifft, so warnte Dr. Stefan Bushuven, der Hygienespezialist des Verbunds: »Ein negativer Test ist kein Passierschein.« »Wer krank ist, ist krank und solle einfach daheimbleiben, mindestens bis zwei Tage nach dem Abklingen der Symptome.«

Der Landrat und die Ärzte warnten denn auch eindrücklich von »Teerunden« unter SeniorInnen, die angesichts der Ausgangsbeschränkungen offensichtlich Konjunktur haben. Einige Teilnehmer solcher runden in einer absoluten Risikogruppe seien inzwischen in der Klinik. »Das kann sehr ungesund sein, abgesehen davon dass es nicht erwünscht ist«, so Landrat Zeno Danner.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler