- Anzeige -

»Wie früher am Küchentisch«

Speeddating
Stellten sich Fragen der Radolfzeller BürgerInnen: Nese Erikli (MdL, Grüne), Martina Gleich (CDU-Gemeinderätin), Organisatorin Nina Breimaier (Bürgerbündnis RADOLFZELL für Demokratie), Andreas Jung (MdB, CDU). swb-Bild: bg

Offenes Gespräch beim »Politik-Speed-Dating«

Radolfzell. »Demokratie funktioniert nur, wenn wir uns beteiligen und uns zeigen« weiß Maria Fülberth von der Radolfzeller VHS-Koordinierungs-und Fachstelle Demokratie leben! »Sie ist ein großes, wertvolles Geschenk, für das wir uns einsetzen müssen – wer sich in der Welt umschaut, sieht, wie viele Menschen sich danach sehnen« ergänzt Ursula Lommen vom »Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie« (BRD). Grund genug für ihre Mitstreiterin Nina Breimaier, die Radolfzeller MitbürgerInnen am herrlichen Samstagmorgen anlässlich des sonntäglichen bundesweiten »Tages der Demokratie« zum »Speed Dating« mit lokal und regional verantwortlichen PolitikerInnen Auf dem Seetorplatz einzuladen. »Wir wollen, dass die Politiker wieder näher an die Bürger kommen und zuhören – und dass die Bürger sehen, dass man mit ihnen offen reden kann.« So war es dann wie früher am Küchentisch: Interessierte Einheimische saßen an drei bunten Tischen, während die Politiker alle 8–10 Minuten den Tisch wechselten, um Fragen zu beantworten.

»Warum kann nicht mehr für den Sozialen Wohnungsbau getan werden?« wollte Rolf Löbe wissen, unterstützt von Ria Lland: »Meine Miete hat sich in 13 Jahren verdoppelt, die Löhne nicht. Menschen, die normal arbeiten, haben tatsächlich Probleme mit steigenden Mieten«, so Lland. »Und gerade Radolfzell ist eine Stadt für Familien«, erinnerte Löbe die anwesende Politiker.

Andreas Jung (CDU-MdB), Nese Erikli (MdL Grüne), Martina Gleich (CDU-Gemeinderätin) und ihr SPD- Kollege Norbert Lumbe hörten in einer ersten Runde genau zu, erklärten aus ihrer Sicht die Schwierigkeiten im Thema Wohnungsbau, erläuterten ihre Vorgehensweise und Vorschläge in Bund, Land und Kommune – und wollen sich zusammen mit ihren WählerInnen auch um unkonventionelle Lösungen vor Ort bemühen, um dem steigenden Wohnraumbedarf zu begegnen. Im munteren Dialog ging es auch um die Stärkung des Interesses junger Menschen an Politik, die Ausgestaltung des Klimaschutzes und der Pendlerpauschale sowie der regionalen und lokalen Verkehrspolitik. So wurde mit Gleich intensiv über den Vorschlag einer weiteren Seehas-Haltestelle »Nordstadt« direkt unter der Eisenbahnbrücke diskutiert.

»Ein begeisterndes Format« befand Erikli zum Speed-Dating. »Ich kann wichtige, konkrete Dinge mitnehmen« so MdB Andreas Jung, »und ich erlebe trotz verständlicher Unzufriedenheit auch Verständnis dafür, dass es bei komplexen Themen keine einfachen Lösungen gibt.«
Das BRD hat die Anliegen der Radolfzeller gesammelt und wird über diese Aktion berichten.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn