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Wiederaufbau der jüdischen Synagoge

Synagoge in Wangen
Das Eingangstor und eine Gedenktafel am vorderen Eingang des Wangener Campingplatzes erinnert daran, dass sich auf dem Arial einst eine Synagoge befand. Mittelfristig soll der Synagogenplatz wieder errichtet werden. swb-Bild: hz

Der Herzenswunsch von vielen Wangenern

Öhningen. Das Einzige, was derzeit noch an die ehemalige Synagoge in Wangen erinnert, ist das Eingangstor und ein Gedenkstein im Ortskern am vorderen Eingang vom Campingplatz. Dort gab es im 19. Jahrhundert, in unmittelbarer Seenähe, ein jüdisches Wohngebiet. Bis 1825 stand hier eine kleine Synagoge, die vermutlich im 18. Jahrhundert erbaut worden war. Die Konstruktion war aus Holz und im Betsaal gab es 22 Plätze. 1938 wurde die Synagoge zerstört. Bis 1933 lebten noch 20 jüdische Personen in Wangen.
Heute befindet sich auf diesem Areal ein Teil des Campingplatzes mit Saisonstellplätzen. Der mittelfristige Wiederaufbau dieses geschichtsträchtigen Ortes ist ein Herzenswunsch von vielen Wangenern. Ein neuer Synagogenplatz soll die lange währende positive Koexistenz beider Religionsgemeinden dokumentieren. Der Platz soll sich zu einem Platz der Begegnung und der christlich-jüdischen Kultur entwickeln. Aus diesem Grund setzte sich der Ortschaftsrat mit dem Thema auseinander und startete einen Dialog mit den Bürgern.
In der jüngsten Sitzung im Öhninger Gemeinderat informierte Ortsvorsteher Siegfried Schnur zu den Ergebnissen. Die Aktion »Sichtbarmachung der Synagoge« soll mit der Gesamtplanung zur Sanierung und Erweiterung des Campingplatzes verwoben werden. Der Campingplatz wurde kürzlich wieder für weitere fünf Jahre an den bisherigen Pächter verpachtet. Die zukünftige Entwicklung und die Umgestaltung wurden im Rahmen der Neuverpachtung diskutiert. Angedacht sind die Verlegung des Platzes in Richtung Friedhof, oder ein Flächentausch von Grundstücken, der es ermöglicht den Campingplatz trotz einer Neuerrichtung des Synagogenplatzes wirtschaftlich zu betreiben. Der Gemeinderat erteilte einstimmig sein Einvernehmen. Er beauftragte die Verwaltung die notwendigen Schritte einzuleiten.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Sitzung war das Ergebnis einer Umfrage zum Standort des Wochenmarktes. Mit der Verlegung des Standortes war die Belebung des Dorfkerns beabsichtigt. Entgegen den Vorstellungen von einigen Gemeinderäten lehnten die Marktbeschicker das Vorhaben ab. Die Umfrage zeigt deutlich, dass alle Teilnehmer den gegenwärtigen Standort südlich des Sportplatzes präferieren.


Wochenblatt Redakteur @: Matthias Güntert