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»Wir kommen nicht drum herum«

Linda Götz
Linda Götz aus Singen

WOCHENBLATT-Interview mit Linda Götz zur CleanUp-Aktion am 23. März im Landkreis Konstanz

Singen (ar). Greta Thunberg, eine 16-jährige Umwelt-Aktivistin aus Schweden hat mit ihrer Konsequenz im Kampf gegen den Klimawandel die ganze Welt beeindruckt. Die Auswirkungen ihres Handelns sind bis in den Landkreis Konstanz geschwappt. Ihren Spuren folgt nun auch die 20-jährige Linda Götz aus Singen, angehende Studentin und eines der 28 Organisationsmitglieder der »Fridays-for-Future« Ortsgruppe Konstanz: eine Organisation von Schülern, Studenten und jungen Menschen, die regelmäßig freitags in ganz Deutschland gegen die aktuelle Klimapolitik protestieren. Am 23. März soll ein »Clean-Up« – also eine Müll-Aufräum-Aktion im Landkreis Konstanz stattfinden. Die jungen Klimaschützer hoffen auf viel Mithilfe aus der Bevölkerung.
WOCHENBLATT: Was steckt hinter dem CleanUp und worum geht es da?
Linda Götz: Am 23. März, ab 10 Uhr, wollen wir im gesamten Landkreis Konstanz Städte, Parkplätze und die Natur von Müll befreien. (Wann es morgens beginnt, wird noch bekannt gegeben). Denn der Müll ist ein weltweites Problem, das wir nun anpacken wollen – sowohl der Plastikmüll im Meer, als auch der umherliegende Müll auch in unserer Region, den Tiere mit Nahrung verwechseln oder für den Nestbau nutzen. Uns geht es auch darum, das Bewusstsein für die Klima- und Umweltproblematik zu schaffen, die jeden betrifft. Meine Generation am meisten.
WOCHENBLATT: Also kann jeder mit machen?
Linda Götz: Genau, Mitmachen kann jeder. Die Aktion findet bewusst an einem Samstag statt, damit auch Menschen kommen, die ansonsten nicht bei den Demonstrationen dabei sind. Die Aktion ist nicht nur für junge Menschen gedacht! Wir laden Vereine, Familien und Privatpersonen jeden Alters ein, mitzumachen.
WOCHENBLATT: Wo treffen sich die Teilnehmer und wo kann den Müll abgegeben werden?
Linda Götz: Dafür gibt es Sammelstellen. Sie werden an möglichst vielfältigen Orten eingerichtet, damit sie für jeden erreichbar sind. Unter CleanUp.KN@web.de kann jeder nachfragen, wo die nächste Sammelstelle in seinem Umkreis zu finden ist. Wir brauchen auch die Unterstützung von Menschen, die uns schon im Vorfeld Tipps geben, welche Stellen besonders vermüllt sind und wo es sich lohnt, eine Sammelstelle einzurichten. Außerdem wäre es ideal, wenn jeder der mitmacht, sich kurz bei der E-Mail Adresse anmeldet – und uns mitteilt, wo er gerne sammeln würde und wie viele Personen dabei sind. Eine Anmeldefrist gibt es nicht.
WOCHENBLATT: Was sollen die Helfer mitbringen?
Linda Götz: Einen Teil der Ausrüstung können wir bereitstellen. Trotzdem wäre es toll, wenn jeder, der mit macht, auch eigene Ausrüstung mitbringt. Zum Beispiel Gummihandschuhe oder eine Müllzange. Für alle, die in Städten aufräumen wollen, bietet sich vielleicht ein Besen an. Auch eine Warnweste für die Sicherheit ist sinnvoll. Generell sollte jeder selbst auf seine Sicherheit bei der Aktion achten!
WOCHENBLATT: Wie sind Sie zur »Fridays for Future«-Gruppe Konstanz gekommen?
Linda Götz: Das Thema Umwelt- und Klimaschutz interessiert mich einfach und ich finde es sehr wichtig. Außerdem: Wir kommen nicht wirklich drum herum, zu handeln. Meine Generation spricht vor allem in der Schule über die Angst vor dem Klimawandel. Denn die Auswirkungen des Klimawandels merkt man ja schon jetzt. Und in 2050 noch viel mehr – da bin ich 51, das ist ja noch kein Alter. Meine Generation ist die Leidtragende und gleichzeitig die letzte, die einen katastrophalen Klimawandel noch verhindern kann. Wir und die Politik müssen etwas tun.
Weitere Informationen unter: CleanUp.KN@web.de und unter https://fridaysforfuture.de/regional

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler