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"Zarina zeigt den Vogel" gewinnt den "Jungsegler"-Wettbewerb des NordArt-Festivals

Jachen Wehli
Jachen Wehrli bei seinem Auftritt mit "Midlife Burnout" auf der Schwanen-Bühne in Stein am Rhein. swb-Bild: of
Zarina Tadjibaeva
Zarina Tadjibaeva hat mit ihrer Parodie auf die Asylpolitik den "Jungsegler"-Wettbewerb des diesjährigen "Nordart"-Festivals gewonnen. swb-Bild: Olga Vantanyan

Zarina Tadjibaeva macht ihren Arbeitsalltag als Dolmetscherin für Migranten zur Show

Stein am Rhein. Zarina Tadjibaeva hat den Nachwuchswettbewerb "Jungsegler 2021" im Rahmen des diesjährigen NordArt-Festivals in Stein am Rhein gewonnen. Nominiert waren  dafür neben der Siegerin  Melanie Dörig & Meinrad Koch, Remo Zumstein & Michael Kuster sowie Jachen Wehrli. Zarina Tadjibaeva ist 1975 in der ehemaligen Sowjetrepublik Tadschikistan in Zentralasien geboren und aufgewachsen. Mit 20 wanderte sie nach Deutschland aus. Seit 2008 lebt sie in der Schweiz

«Die Jury lobte Zarinas Bühnenpräsenz und ihre Qualitäten als Satirikerin, Performerin und Sängerin. Zudem überzeugte sie bei ihrem Auftritt im Saal des Schwanen-Kinos mit einem engagierten und intelligenten Stück über unser Asylwesen. Aus der Perspektive einer Gerichts-und Behördendolmetscherin, die sich auch bei schwierigen Verhandlungen keine Emotionen erlauben darf, gibt sie berührende Einblicke in ihren beruflichen Alltag. Zarina Tadjibaeva konfrontierte das Publikum mit aufwühlenden Geschichten, die auf Tatsachen beruhen. Durch ihre Darstellung und satirische Überhöhung schafft sie es, die Dringlichkeit dieser politischen Aktualität aus überraschenden Blickwinkeln zu spiegeln und die Komplexität der Thematik aufzuzeigen.

"Zarina Tadjibaeva regt in ihrem Programm "Zarina zeigt den Vogel" frisch, frei und originell zum Nachdenken an", so Barbara Anderhub, Anna Frey und  Paul Steinmann als diesjährige Jury im Festival.

Das Interesse an dem Wettbewerb war beeindruckend groß und die Auftritte zeigten auch das enorm breite Spektrum an Kleinkunst, das über "Comedy" hinaus geboten werden kann. Sehr beeindruckend war da auch Jachen Wehrli. der als Bündner drei Burnouts in drei Jahren erlitt, weil er eben als Bündner so war ja eigentlich bekommen könne, wie er meinte. Er vollzog dort in einer sehr originären Mischung aus Poetry, die gelegentlich schon in ihre Dichte wie Rap-Einlagen funktionierten einen "Seelen-Striptease", bei dem manchmal herzlich gelacht werden konnte, wenn es zum Beispiel um die Pubertät seiner Kinder ging, aber auch sehr nachdenklich machte, wenn der seinen Leidensweg offenbarte, bis er selbst erkannte, dass er ausgebrannt war, von seiner Art zu leben heraus. Sein Weg in neue Lebensenergie war, auf die Bühne zu gehen und über sich zu erzählen. Die Frage, die offen blieb war aber die, was danach kommt, wenn er es allen erzählt hat. Das Talent für fesselnde Auftritte hat er allenthalben.

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Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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