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Zwei Biberdämme am Kindlebildgraben mutwillig zerstört

Symbolbild Biber
Symbolbild Biber RPF

Nager haben sich bereits am Bahndamm eine neue Heimat gesucht/ Regierungspräsidium erstattet Anzeige

Reichenau. Bereits am vorletzten Wochenende haben unbekannte Täter im Kindlebildgraben in Reichenau zwei Biberdämme zerstört und abgerissen. Die Täter haben darüber hinaus eine der dort installierten Wildkameras unbrauchbar gemacht sowie aus einer anderen das Speichermedium gestohlen, so das Regierungspräsidium Freiburg.

Als Reaktion auf die Zerstörung der Dämme hat die ansässige Biberfamilie erneut einen Damm im Bahndurchlass errichtet. Die Zerstörungswut der Täter hat die bisherigen Versuche des Regierungspräsidiums Freiburg (RP), die Biber sanft in Richtung Bodensee und das vorgelagerte Feuchtgebiet zu locken, vorerst scheitern lassen. Diese Umsiedlung sollte eigentlich verhindern, dass die Biberfamilie sich weiterhin am Bahndamm zu schaffen macht. Diese Aktivitäten hatten dazu geführt, dass die Gefahr bestand, dass der stark frequentierte Bahndamm durchweicht und somit im schlimmsten Fall ein Zug entgleisen hätte können. Nun hat die Unvernunft der Täter dafür gesorgt, dass die Biber ihre auch für die Sicherheit der Menschen gefährlichen Arbeiten am Bahndamm erneut aufgenommen haben.

Das RP hat bereits Anzeige sowohl wegen Sachbeschädigung als auch wegen des Diebstahls der Speicherkarte erstattet. Ob eine Anzeige aufgrund eines Umweltschadens erstattet wird, werde gegenwärtig noch geprüft. Sollte es Beobachtungen über die Entfernung der Dämme gegeben haben, bittet das RP um eine Mitteilung per E-Mail (Referat56(at)rpf.bwl.de).

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurden angenagte Bäume und ein Biberdamm im Bahndurchlass als eindeutige Zeichen einer Biberansiedlung im Kindlebildgraben in Reichenau (Kreis Konstanz) entdeckt. Unglücklicherweise hatte sich die Biberfamilie, die laut RP wohl schon länger in diesem Bereich lebt, einen Bereich als Erweiterung ihres Zuhauses auserkoren, der Probleme mit sich bringt. Durch die Aufstauung im Bahndammbereich bestünde die Gefahr, dass der Damm aufweicht und es zu Rutschungen kommen könne. Zudem werde der Entwässerungsgraben in seiner Funktion stark beeinträchtigt. Erschwerend komme hinzu, dass angenagte Bäume beim Fallen den Schutzzaun beschädigen könnten, der den Zugang zum Gleis unmöglich machen soll. Dies sei im Frühjahr bereits einmal der Fall gewesen, heißt es aus dem RP.

Gemeinsam mit der Biberbeauftragten Bettina Sättele, die mit dem Bibermanagement im Regierungsbezirk Freiburg beauftragt ist, wurde daher beschlossen, die Biberfamilie in Richtung Bodensee und das vorgelagerte Feuchtgebiet zu locken. Hierfür wurde eine Ablenkfütterung vorgenommen sowie der Damm im Bahndurchlass entfernt. Daraufhin reagierten die Tiere wie gewünscht und legten zunächst auf Höhe der Querung der B 33 sowie der Zufahrt zum Hof Stader neue Dämme an. Diese reduzierten das Konfliktpotential erheblich, zumal die Tiere sich durch die Ablenkfütterung tatsächlich weiter Richtung See orientierten. Dies konnte durch aufgestellte Wildkameras nachgewiesen werden. Im weiteren Vorgehen hätten die Fütterungen weiter Richtung See verlagert werden und der Aufstau im oberen Bereich mittels Drainagerohren reduziert werden sollen. Dieser Plan sei wegen der mutwilligen Zerstörung der Dämme nun durchkreuzt worden.

Das RP bittet die Bevölkerung dringend darum, nicht eigenmächtig bei Biberansiedlungen tätig zu werden und Maßnahmen zu ergreifen, ohne dies mit den zuständigen Verantwortlichen abzustimmen. Das Bibermanagement im Regierungsbezirk sei in der Regel schnellstmöglich vor Ort und könne mit individuell abgestimmten Maßnahmen dafür sorgen, dass der Konflikt zwischen Biber und Mensch gelöst oder zumindest ein Kompromiss gefunden werden kann.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler