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Zweiter Abschluss der Klasse für die zweite Chance

Vabo E
Die SchülerInnen der VABO-E Klasse der Mettnauschule Radolfzell mit dem Kreis-Sozialdezernent Stefan Basel, dem Leiter der Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises, Werner Walschburger, dem Leiter der Mettnauschule, Wolfgang Gutmann wie den Pojektbetreuerinnen - mit ihren Zeugnissen. swb-Bild: of

17 VAB0-E mit Abschluss viele davon mit beruflicher Perspektive

Radolfzell. In einer sehr emotionalen Abschlussfeier wurden den erwachsenen Geflüchteten  der VABO-E-Klassen der Beschäftigungs­gesellschaft des Landkreises Konstanz in der Metnauschule Radolfzell die Zeugnisse und Leistungspreise übergeben. Und eigentlich hätte es ein ganz großer Bahnhof werden sollen. Angekündigt war immerhin Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, mit der man seit März zu diesen Termin verhandelt hatte, weil dieses einst von Manfred Hensler Inittierte Projekt Bundesweit weiterhin recht einmalig ist. Doch die Staatssekretärin musste recht kurzfristig passen, wegen der Sondersitzung in Berlin zu Ernennung der neuen Verteidigungsministerin. Das musste auch der ebenfalls angekündigte Bundestagsabgeordnete Andreas Jung, und auch Landrat Zeno Danner musste sehr kurzfristig absagen. So lag es am neuen Sozialdeznernenten Stefan Basel, diese zweite Abschlussfeier seit Gründung zu moderieren.

VABO-E steht für „Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen für Erwachsene“ – also für den Personenkreis, der nicht mehr dem Regelschulsystem zugeordnet ist, da die Schulfplicht mit 20 Jahren endet.

Wolfgang Gutmann konne in seiner Begrüßung gleich auf die Akteure des Projekts überleiten:  den Sozialdezernenten des Landkreises Konstanz,  Stefan Basel,  sowie  Vertreter der Agentur für Arbeit  Konstanz-Ravensburg, des JobCenter Landkreis Konstanz, des Amtes für Migration und Integration  sowie Vertreter der die Maßnahme durchführenden Beschäftigungsgesellschaft.

Anschließend berichtete der  Geschäftsführer der Beschäftigungs­gesellschaft,  Werner Walschburger, über die Projekt­gestaltung. Besonders positiv hervorgehoben hat Walschburger die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen: „Nur wenn alle am Prozess der beruflichen Integration Beteiligten zusammenwirken, wird Integration erfolgreich sein.“

Beschulung und Praktikum bewirken im Zusammenwirken eine effektive Integrationsarbeit in Ausbildung oder Arbeit. Von 24 Schülern und Schülerinnen haben 17 die Hauptschul­abschlussprüfung bestanden. Für diese Absolventen werden jetzt Ausbildungsplätze gesucht, teilweise wurden diese bereits gefunden.

Gegenüber den Teilnehmenden hat Werner Walschburger seinen Dank und seine Anerkennung zum Ausdruck gebracht, da diese in nur 10 Monaten das Ausbildungsziel Hauptschulabschluss erreicht haben. Intensiv unterstützt wurden sie dabei durch die Lehrkräfte, Dozenten und eine intensive sozialpädagogische Betreuung.

Stefan Basel nahm anschließend die Zeugnis- und Preisvergaben vor. Er verwies darauf, dass Integration eine gesamt­gesellschaftliche Aufgabe ist. Alle sind aufgerufen, daran mitzuwirken. Auch und gerade bei  erwachsenen Geflüchteten sei es wichtig, dass neben der Erlangung von Deutschkenntnissen als Basis ein starker Fokus auf die Bildung gelegt werde. „Beide Elemente sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration“, sagte Basel.

Der Sozialdezernent lobte besonders die Motivation, das Durchhaltevermögen und die Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Er ermunterte die beteiligten Institutionen weiterhin an diesem Projekt mitzuarbeiten und die BG gemeinsam mit den Partnern über weitere Alternativen nachzudenken, um auch Alleinerziehenden eine Qualifizierungsmöglichkeit anzubieten.

Nach der Ehrung der Schülerinnen und Schüler hat Stefan Basel Fragen aus dem Kreis der Absolventen beantwortet - sie waren eigentlich an die Staatsministerin gerichtet gewesen. Dabei ging es unter anderem um sichere Herkunftsländer, um das Zuwanderungs­recht und  Fragen zur beruflichen Integration.

Stefan Basel dankte allen für ihr Engagement und wünschte den erfolgreichen Absolventen weiterhin eine gelingende Integration in Beruf und Gesellschaft.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler