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Zweiter ganztägiger Warnstreik im ZfP Reichenau

Symbolbild ZfP
Symbolbild ZfP

Gewerkschaft Ver.di will weiter Druck machen vor der nächsten Verhandlungsrunde am Freitag

Reichenau. Am heutigen Donnerstag findet ein zweiter ganztägiger Warnstreik am Zentrum für Psychiatrie Reichenau statt, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di aufgerufen hat. Die Streikenden wollen dabei - auch Corona geschuldet - eine Menschenkette auf Abstand bilden.

In der Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder  hat ver.di Baden-Württemberg zu zweiten Warnstreiks aufgerufen. Der Schwerpunkt liegt dabei in den Zentren für Psychiatrie des Landes. Damit reagiert die Gewerkschaft auch in Baden-Württemberg auf die zweite Verhandlungsrunde, bei der die Arbeitgeber aus Sicht der Gewerkschaft praktisch alle Forderungen rundweg abgelehnt haben.

Die Arbeitgeber hätten in Potsdam behauptet, es gebe explizit keine Probleme in den Kliniken. Sie sähen keinen Handlungsbedarf, kritisiert die Gewerkschaft. „Wir sind fassungslos. Im ZfP Reichenau haben wir seit langem eine angespannte Personalsituation. Wir suchen händeringend Fachkräfte und arbeiten am Anschlag. Was läuft eigentlich bei den Finanzministern falsch, dass sie die Situation der Beschäftigten und Auszubildenden nicht einmal in Ansätzen wahrnehmen und wertschätzen, sondern stattdessen unsere hochprofessionelle, engagierte Arbeit derartig abwerten. Unsere Antwort ist klar: Wir streiken.“, sagt Gabriel Henkes, ver.di-Vertrauensmann am ZfP Reichenau. Es seien auch nicht lediglich temporäre Belastungen durch die Coronapandemie, wie seitens der staatlichen Arbeitgeber behauptet werde.

Thomas Weisz, ver.di Gewerkschaftssekretär Gesundheit und Soziales: „Anscheinend ist die Pandemie für die Finanzminister schon vorbei. Das ist respektlos und zynisch gegenüber den Beschäftigten in den Zentren für Psychiatrie. Die Zusatzbelastung durch Corona besteht nach wie vor. Die Pandemie hat deutlich gezeigt, dass man alle Bereiche und Berufsgruppen braucht, damit die Patientenversorgung funktioniert. “

„Da die Arbeit mit psychisch kranken Menschen hauptsächlich von Kommunikation mit Sprache, Mimik und Gestik geprägt ist, erschwert die Corona-Pandemie unsere Arbeit zusätzlich. Die Not von psychisch kranken Menschen ist gestiegen. Alle Bereiche bei uns arbeiten ständig auf Hochtouren, neben den Therapeuten und der Pflege auch unsere Handwerker und die Verwaltung, um die nötigen Maßnahmen zu organisieren. “, sagt Gabriel Henkes, ver.di—Vertrauensmann am ZfP Reichenau.

Viele Beschäftigte seien streikbereit. Zahlreiche Teams hätten in den vergangenen Wochen ihre Streikbereitschaft signalisiert. Arbeiten in Notbesetzung gehöre leider inzwischen zum Alltag. Das gefährde die PatientInnen.

„Wir schließen uns den ver.di-Forderungen an. Bei unserer Bezahlung besteht massiver Nachholbedarf. Wenn nötig, werden wir unser Streikrecht wahrnehmen. Deshalb fordern wir den Arbeitgeber auf, mit ver.di eine Notdienstvereinbarung zu unterzeichnen, welche die Reduktion von Kapazitäten beinhaltet. Wir übernehmen auch weiterhin die Verantwortung für unsere Patient*innen“, sagt Henkes.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

Stichworte:
Warnstreik | Ver.di | ZfP | Kliniken

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