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Zweiter Naturschutzpreis für Anna Baur

Anna Baur
Die Singener Schülerin Anna Baur wurde für ihr Naturtagebuch zur »Aach« in Stuttgart ausgezeichnet. swb-Bild: pr

Nach Hohentwiel stand Aach im Fokus der Schülerin

Singen. Jedes Jahr schreibt der BUND in Baden-Württemberg den Wettbewerb »Naturtagebuch« für Kinder von 8 bis 12 Jahren aus. Anna Baur aus der 6. Klasse des Hegau-Gymnasiums, die bereits im vergangenen Jahr mit ihrem Naturtagebuch über das Naturschutzgebiet Hohentwiel den ersten Preis gewonnen hatte, nahm auch in diesem Jahr wieder an diesem anspruchsvollen Wettbewerb teil und gewann abermals einenersten Preis, dieses Mal mit dem Thema »Aach«.

Bei der Jubiläums-Ausgabe des Naturtagebuch-Landeswettbewerbes haben 2017 rund 800 Kinder aktiv teilgenommen. 81 Kinder haben in den Kategorien Einzel-, Gruppen- und Schulklassen-Wettbewerb einen ersten Preis erhalten. Bei der Preisverleihung im Stuttgarter Lindenmuseum waren ihre Projekte in einer Ausstellung zu sehen. Die Projektleiterin des Wettbewerbs Ladi Oblak freut sich: »Jedes Jahr erreichen uns außergewöhnliche und kreative Naturtagebücher. Die Tagebücher zeigen uns, mit wie viel Begeisterung sich die Kinder mit der Natur beschäftigen und wie intensiv sie die Natur erlebt haben.«

In der Begründung heißt es: »Anna Viktoria Baur hat sich mit ihrem Naturtagebuch mit der ökologischen Bedeutung der Radolfzeller Aach beschäftigt. Zwischen Frühling und Herbst kehrte sie immer wieder hierher zurück, um zu beobachten, welche Lebewesen hier leben. Einen Biber konnte sie erspähen, über den sie schreibt: »Toll, wie nah ich vorsichtig zu ihr [Biber-Weibchen] hin konnte. Die vielen Herbstblätter hat sie eingesammelt und hat sie in ihre Höhle mitgenommen. Was mich begeistert hat: Sie ist sehr fleißig, taucht ständig. Sobald sie auftaucht, ist ihr Fell schnell wieder trocken, als wäre sie gar nicht im Wasser gewesen.« Mit ihrer BUND-Kindergruppe hat die 12-Jährige zudem das Kraftwerk der Aach besichtigt. In ihrem Tagebuch schreibt sie: »Wir haben gestaunt, dass das kleine Kraftwerk umweltfreundlichen Strom für 200 Haushalte erzeugt. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz von unserer Stadt Singen.« 

Die Leiterin der Singener BUND-Kindergruppe ergänzt »Annas Naturtagebuch ist inspiriert von Erlebnissen und Beobachtungen bei Wanderungen mit der Familie und bei Exkursionen mit der BUND-Kindergruppe. Sie beschreibt nicht nur ausführlich und mit vielen Abbildungen und Fotos Tiere, die in und an der Aach leben, sondern sie beschäftigt sich auch mit der Frage, wie die Menschen in früheren Zeiten an der Aach lebten, wie die Aach früher aussah und welche Bedeutung die Aach für die Menschen hatte und hat. So spannt das Naturtagebuch einen weiten Bogen von der Steinzeit bis in die heutige Zeit.«Anna findet es gut, dass sich Naturschützer für eine Renaturierung der Aach eingesetzt haben.

Besonders gefällt ihr die »Hausener Aachschlinge«, wo sie gemeinsam mit der Singener BUND-Kindergruppe jedes Jahr eine Wasservogelzählung durchführt. So konnte sie verfolgen, wie sich der Bestand der Wasservögel entwickelt hat, und bedauert, dass er im letzten Jahr durch die Vogelgrippe sehr stark gelitten hat.

Die Jury in Stuttgart würdigt insbesondere Annas Fleiß und äußert sich begeistert über die »total schönen Fotos«. Man kann Annas Naturtagebuch als Liebeserklärung an die Natur rund um Singen ansehen, auf das man stolz sein kann.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr