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„Zwischen ‚braunem Messias‘ und ‚roten Teufeln‘«

Simon Götz
Simon Götz mit Stadtarchivarin Britta Panzer bei einem früheren Vortrag (im Jahr 2019!). swb-Bild: Archiv/ly

Vortrag von Simon Götz über katholizismus unter dem Hohentwiel von 1920 bis 1960

Singen. Am Mittwoch, 26. Januar, um 19 Uhr referiert der Historiker Simon Götz im Benutzersaal des Stadtarchivs über „Katholizismus in Singen zwischen Anpassung und Widerstand zwischen 1920 und 1960“. Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Vom Suchen und Finden in Akten“ des Stadtarchivs statt. Diese versteht sich als Format für alle Interessierten, die auf eine spannende Art mehr über Themen der Singener Stadtgeschichte „nah an den Quellen“ erfahren wollen.

Eine Anmeldung unter archiv(at)singen.de oder 07731 / 85-317 ist wegen der begrenzten Teilnehmerzahl in Folge der aktuellen Corona-Verordnung erforderlich. Zudem gilt natürlich die verlängerte 2G Plus-Regelung.

Der bekannte Singener Historiker Simon Götz beleuchtet in der neuesten Publikation des Stadtarchivs die Rolle des in Singen starken „katholischen Milieus“ zwischen Weimarer Republik und junger BRD. Im erbitterten Kampf der Weltanschauungen versuchte die katholische Kirche vor allem junge Menschen zu gewinnen und ein Gegenangebot zu den erstarkenden „politischen Religionen“ zu bieten. Grundlage für die Publikation ist die Chronik des Singener Stadtpfarrers Gottfried Kaiser, der ab Sommer 1941 seine Erlebnisse und Gedanken schriftlich festhielt. Es entstanden Erinnerungen, die der katholische Geistliche bis zu seiner Pensionierung 1959 fortführte, immer wieder überarbeitete und ergänzte.

Simon Götz hat diese Chronik nicht nur quellenkritisch kommentiert, sondern auch um einen wissenschaftlichen Kontext ergänzt. Hierbei stellt er fest, dass sich ein ideologischer aber auch sozialer Kampf während des Dritten Reichs entwickelte, der in der lokalen Gesellschaft ab 1933 sowohl zu Anpassung wie auch zu Widerstand den neuen Machthabern gegenüber führte und der mit dem Kriegsende kein Ende fand, sondern eine Umdeutung erfuhr, die Nachkriegszeit und Wirtschaftswunderjahre in Singen nachhaltig prägten.

In seinem Vortrag präsentiert er auch zahlreiche Fotos und Quellen aus den Beständen des Stadtarchivs und der Singener Pfarrarchive.

Die Publikation „Katholizismus in Singen zwischen Kaiserreich und Nachkriegszeit“ wurde gefördert von der Singener Kriminalprävention im Rahmen des Bundeförderprogramms „Demokratie leben“ und ist im Stadtarchiv erhältlich. Sie kann auch am Vortragsabend erworben werden.

 Während der Veranstaltung muss neben den Einlassbeschränkungen eine FFP2-Maske getragen werden.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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