Private Helfer reisen ins Katastrophengebiet an der Ahr
Helfer in großer Not

Bernd Weißer, Flutkatastrophe Ahrkreis
  • Bernd Weißer, Flutkatastrophe Ahrkreis
  • Foto: Bilder, die das Ausmaß der Zerstörung im Überschwemmungsgebiet an der Ahr deutlich machen, brachte Bernd Weißer von seinem Hilfseinsatz mit.
    swb-Bild: BerndWeißer
  • hochgeladen von Ute Mucha

Hilzingen / Marienthal. Wo sich einst zwischen Weinbergen und Wäldern die kleinen Orte im Ahrtal aneinanderreihten, herrscht nach der große Flutkatastrophe eine unvorstellbare Verwüstung und Verzweiflung. Menschen haben ihre Liebsten verloren und ihre Existenzen wurden binnen von Minuten von Wassermassen zerstört.

Die ersten Bilder von der Naturkatastrophe, Nachrichten über die sozialen Medien und Kontakte zum Nordrhein-Westfälischen Landwirtschaftsverband bestärkten Bernd Weißer aus Hilzingen in seinem Entschluss: »Da müssen wir hin und den Menschen helfen.«
Gesagt, getan – mit seinen beiden Mitarbeitern Erwin Restle und Chris Schübel der Firma Weisser-Gruppe, Garten- und Landschaftsbau in Mühlhausen-Ehingen machte er sich mit zwei Pick-ups samt Anhänger und Miniradlader auf den Weg nach Nordwesten ins Krisengebiet.
Über acht Stunden waren sie unterwegs, bis sie in die Weinberge bei Marienthal gelotst wurden, wo andere freiwillige Helfer ein Lager aufgeschlagen hatten.
Landwirte, Gartenbauer sowie Bau- und Fuhrunternehmer aus ganz Deutschland rückten mit Treckern, Baggern, Raupen, Angängern, Wasserfässern, Pumpen, Dieselaggregaten und Motorsägen an, um eine dringend erforderliche Grundversorgung zu sichern und den Flutopfern zu helfen.
Denn es gab weder Strom noch Wasser oder Handyempfang, ganze Straßen und Brücken waren weggespült, Häuser eingestürtzt und zahlreiche Menschen wurden noch vermisst.
Für Bernd Weißer und seine Begleiter bot sich bei ihrer Ankunft ein Bild des Grauens: »Es sah richtig, richtig übel aus - ich war völlig geplättet«, erinnert er sich.
Doch die Not ließ keine Schockstarre zu. Die Straßen mussten von Schlamm und Schutt befreit, einsturzgefährdete Häuser gesichert, Garagen und Gebäude von Müll gereinigt werden.
»Ohne Zögern haben die Landwirte und freiwillige Helfer angepackt, als die Hilfsorganisationen noch gar nicht vor Ort waren«, erzählt Weißer. »Den Leuten genügten Essen, Trinken, eine Matratze und ein Dankeschön«, fügte er an. Deshalb war wohl auch die Wertschätzung der Bevölkerung im Ahrtal so groß.
Unbürokratische Hilfe
Unbürokratisch, mit kurzen Wegen wurde ihnen geholfen, wo spontane Hilfe so dringend nötig war, fasste Weißer zusammen.
Private Helfer kamen mit Besen, Schaufeln und Eimern um aufzuräumen, Unternehmer und Landwirte mit ihren schweren Maschinen, und stellten ihre eigenen Betriebe angesichts der Katastrophe hinten an. Entsprechend dieser spontanen Unterstützung waren die Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Diese reichten von »Ihr seid unsere Helden« über Aufrufe für bestimmte Hilfsmittel bis hin zu negativen Kommentaren über die ehrenamtlichen Kräfte der Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, die ihre Strukturen aufbauten, ihre Ortsverbände organisierten und manchmal später vor Ort waren als spontane Helfer.
Bernd Weißer und seine beiden Kollegen sind angesichts der unvorstellbaren Zerstörung sicher, dass es noch Monate dauern wird, bis die Gebiete im Katastrophengebiet an der Ahr geräumt und Jahre, bis die Infrastruktur und die Häuser wieder aufgebaut sein werden.
Doch trotz all der belastenden Eindrücke ihres Einsatzes sind sie froh, »dass sie dort waren und geholfen haben«. Denn die Not habe auch gezeigt, wie groß die Hilfsbereitschaft ist.

Autor:

Ute Mucha aus Moos

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