Interesantes Grab durch die Archäologen entedeckt
Vermutlich Viereck-Schanze im Hilzinger Steppbachwiesle

Grab Steppbach
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  • Foto: Die Tonvase im frisch entdeckten Grab, das bei archäologischen Grabungen in Steppbachwiesle in Hilzingen entdeckt wurde ist nich nicht einmal geöffnet und wurde nach der Vorstellung auch gleich entfernt. Denn mit diesem Fund wird ein Übergang von der Erdb
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Hilzingen. Seit April sind die Archäologen erneut unterwegs im Baugebiet Steppbachwiesle in Hilzingen. Nachdem in dem Baugebiet im ersten Abschnitt vor zwei Jahren - er ist übrigens schon bis auf einen Bauplatz schon komplett mit neuen Häusern besetzt - ein höchst spannendes Gräberfeld entdeckt wurde, waren sich die Fachleute sicher, auch hier im zweitem Abschnitt bemerkenswerte Hinterlassenschaften unserer Vorfahren aufzufinden, die hier mindestens ab der mittleren Bronzezeit gesiedelt haben, wie Kreisarchäologe Jürgen Hald und Grabungsleiter Andreas Gutekunst vom Unternehmen "Archeo Task" aus Engen erklärten.

Was sie nun gefunden haben, verdichtet die Annahme, dass hier in späterer Zeit der Besiedlung eine sogenanntes "Viereck-Schanze" stand aus keltischer Zeit. Für die Archäologen ein besonderes Schmankerl ist ein Grab aus der Zeit zwischen 1300 und 1100 vor unserer Zeitrechnung, das offensichtlich einen Übergang von Erdbestattung zur Verbrennung der Leichname darstellt. Das sorgt besonders großes Interesse der Archäologen. Die Urne wurde nach der öffentlichen Vorstellung am Freitag sogar weiter ausgegraben, in Gips eingegossen und entfernt um sie für genauere Untersuchungen zu sichern.

Insgesamt birgt die Grabung einige wichtige Erkenntnisse über die Besiedlung des Hegau. So könnte es sich bei den nun gemachten Funden auch um eine größere Ansiedlung gehandelt haben, die zudem über einen Zeitraum von mehr als 1.000 Jahren bewohnt war. Grabenspuren, die noch genauer gedeuetet werden müssen, weisen auf eine sogenannte Viereck-Schanze hin, eine Siedlung zur Keltenzeit mit Schutzwall, die eine Fläche von über einem Hektar belegt haben konnte. diese Siedlungsform wurde im Hegau bislang nur an drei bis vier Stellen entdeckt, zum Beispiel bei Ehingen, berichtete Kreisarchäologe Jürgen Hald.

Gefunden wurden unter anderem auch Kämme und Fibeln unserer Vorfahren. Wie gut die Menschen vor über 2000 Jahren in Europa schon vernetzt waren, macht der Fund einer Amphore aus Ton deutlich. Die gefundenen Scherben lassen eindeutig den Schluss zu, dass diese in Marseille hergestellt wurde. Ob sie mit Inhalt in den Hegau kam, muss erst noch untersucht werden. Noch bis Ende Juni ist das Team von "Arecho Task" vor Ort. Dann werden die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet beginnen. Punktuell wird aber trotzdem noch gegraben - auf verschiedenen Bauplätzen, in denen die Archäologen noch wichtige Schätze unserer Vorfahren aus der Bronzezeit vermuten.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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