Zahl der Abiturienten steigt weiterhin erfreulich an / Sieben Prozent Auszubildende mit Fluchthintergrund
Ausbildungsbereitschaft war auch im zweiten Corona-Jahr sehr hoch

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Kreis Konstanz. „Das Ausbildungsengagement im Handwerk ist ungebrochen hoch“, so die Botschaft des Handwerkskammerpräsidenten Werner Rottler mit Blick auf das vergangene Jahr.

Nicht nur die nach wie vor gute Auftragslage im Bau- und Ausbaubereich, sondern auch die Umsetzung der Energiewende und die Digitalisierung brächten es mit sich, dass der Fachkräftebedarf im Handwerk weiter steigen werde. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei in den Gewerken Anlagenmechanik für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik besonders hoch, gleichzeitig gebe es hier immer die meisten offenen Stellen. Im besonders von den zurückliegenden Corona-Einschränkungen betroffenen Friseurhandwerk hingegen seien die Ausbildungszahlen weiter zurückgegangen.

Stabile Ausbildungsverhältnisse

Über alle Gewerke hinweg zeigt sich das regionale Handwerk mit insgesamt rund 1.670 neuen Ausbildungsverhältnissen stabil gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil der Abiturienten ist erneut gestiegen und liegt nun bei 16 Prozent. Das Handwerk müsse aber weiterhin breite Zielgruppen ansprechen, um den Fachkräftebedarf langfristig zu decken. „Im Handwerk zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hinwill. Wer motiviert an die Sache geht, hat im Handwerk alle Chancen. Daher ist es wichtig, auch Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf eine Perspektive bei uns zu geben“, sagte Rottler. Dieser sei aufgrund der Corona-Situation im letzten Jahr gestiegen. „Wenn der Unterricht in weiten Teilen online stattfindet, erfordert das ein hohes Maß an Motivation und Selbstdisziplin. Einige junge Menschen haben dabei den Anschluss verloren und brauchten externe Hilfe,“ so Rottler.

Zahlreiche Fördermöglichkeiten

Rund sieben Prozent der Auszubildenden hätten einen Flüchtlingshintergrund. „In der Regel tun sich diese Menschen in der Praxis leichter als in der Theorie. Wirtschafts- und Sozialkunde in der Berufsschule ist oft der Knackpunkt“, sagte Rottler. Angebote wie der vom Land geförderte Grundlagenunterricht an der Bildungsakademie oder die Kümmererstelle bei der Handwerkskammer könnten von Betrieben und Auszubildenden bei Problemen in Anspruch genommen werden. Rottler verwies daneben auf die beiden Ausbildungsbegleiterinnen, die Auszubildende mit besonderem Unterstützungsbedarf und deren Ausbildungsbetriebe auf Wunsch begleiteten. Pro Jahr betreuten die zwei Expertinnen rund 80 Fälle. Daneben kümmern sich weitere Ausbildungsberater um allgemeine Ausbildungsinformationen.

Informationen zur Ausbildung im Handwerk unterwww.hwk-konstanz.de/ausbildung, www.handwerks-power.de und www.handwerk.de.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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