Was man vom Blick in die Katastrophengebiete lernen kann: Fragen an das Landratsamt Konstanz
Welche Lehren zieht der Landkreis?

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  • Foto: Auch Einsatzkräfte aus dem Landkreis Konstanz haben im Rheinland-Pfälzischen Ahrtal Katastrophenhilfe geleistet. Ihre Erfahrungen will der Landkreis zur Vorbereitung auf zukünftiges Krisenmanagement aufnehmen. swb-Bild: Feuerwehr Konstanz
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Landkreis Konstanz/ Ahrtal. In den Katastrophengebieten haben nach der Flut die Aufräumarbeiten begonnen. Unsere Redaktion hat recherchiert, was die ersten Lehren aus der Katastrophe sind, und wie das Landratsamt Konstanz hier bei uns vor Ort mit diesen Lehren umgehen will. Ein Teil der Fragen wurde schon beantwortet, der Rest folgt in der kommenden Woche.

»Aus Schaden wird man klug«, sagt ein altes Sprichwort. Und Schaden gab es im Rahmen der Unwetter in den vergangenen Wochen nun wirklich genug. Im Zuge der Aufräumarbeiten in den Katastrophengebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beginnt auch die Aufarbeitung der Probleme, die die Katastrophe begünstigt haben. Ein wesentlicher Kritikpunkt war die Frage nach der Alarmierung der Bevölkerung, die für viele zu spät und nicht in geeigneter Weise erfolgte. Im Landkreis Konstanz stehen neben den Digitalen Alarmierungsmöglichkeiten beispielsweise per Smartphone-Apps, die bei einem Ausfall des Handynetzes nicht mehr funktionieren insbesondere in vielen kleineren Gemeinden noch Sirenen zur Warnung der Bevölkerung und Alarmierung der Feuerwehr zur Verfügung, schreibt das Landratsamt Konstanz auf Nachfrage des Wochenblatts.

Auch Erkenntnisse aus Warntag sollen helfen

»Das Landratsamt geht davon aus, dass es anlässlich des im Jahr 2020 durchgeführten bundesweiten Warntages und der daraus gewonnen Erkenntnisse demnächst auch Vorschläge und Anregungen des Bundes und des Landes zur Alarmierung allgemein und nicht zuletzt auch zum Einsatz von Sirenen geben wird«, ergänzt Manfred Roth aus dem Büro des Landrats. Trotz allem werde zusätzlich auf die digitalen Warnmöglichkeiten gesetzt. Im Hinblick auf die technische Ausstattung des Bevölkerungsschutzes will das Landratsamt auch auf die Expertise der rund 20 Feuerwehrleute des Hochwasserzugs aus dem Landkreis Konstanz setzen, die im Ahrtal zum Einsatz gekommen sind. Nach mehreren Einsatztagen konnten Landrat Zeno Danner und Kreisbrandmeister Andreas Egger die Einsatzkräfte wohlbehalten im Landkreis Konstanz in Empfang nehmen, heißt es in einer Mitteilung der Feuerwehr Konstanz.

Flussgebietsuntersuchungen schon in Auftrag gegeben

In den kommenden Monaten wolle sich das Landratsamt in seiner Eigenschaft als untere Katastrophenschutzbehörde vor dem Hintergrund der Erfahrungsberichte des im Ahrtal eingesetzten Hochwasserzuges mit der technischen Ausstattung für den Bevölkerungsschutz im Landkreis Konstanz auseinandersetzen, erklärt Manfred Roth. Doch auch Prävention ist ein wichtiger Aspekt.
So wurde in einigen Medienberichten kritisiert, die Hochwassergefahrenkarten seien gerade im Hinblick auf kleinere Bäche nicht detailliert genug gewesen. Wie das Landratsamt mitteilt, habe das Land Baden-Württemberg ebenfalls schon vor einigen Jahren solche Karten erstellt. »Besonders betroffene Kommunen haben auf dieser Grundlage zwischenzeitlich Flussgebietsuntersuchungen in Auftrag gegeben«, schreibt Roth. Er verweist in Zusammenhang mit Maßnahmen wie etwa einer Erhöhung von Dämmen indes auf die Eigenverantwortung der einzelnen Städte und Gemeinden.

»Inwieweit von den Kommunen anlässlich der Erfahrungen aus den Starkregenereignissen der letzten Wochen Dammerhöhungen bereits konkret geplant sind, ist dem Landratsamt allerdings nicht bekannt«, so Roth. Nun muss man sich im Landkreis Konstanz ja nicht nur mit den Erfahrungen aus anderen Landesteilen zufriedengeben, sondern hat durchaus auch vor Ort Erfahrungen sammeln können, beispielsweise im schwer von Unwetter und Hochwasser betroffenen Mühlhausen-Ehingen.

Positives Fazit über eigenes Krisenmanagement

Gefragt nach dem eigenen Krisenmanagement in diesem Zusammenhang zeigt man sich im Landratsamt zufrieden. »Der Katastrophenschutz hat funktioniert. Die Einsatzeinheiten im Landkreis Konstanz waren sehr leistungsfähig, hochmotiviert und gut vorbreitet. Wegen der besonders schwierigen Lage in Mühlhausen wurde der Führungsstab einberufen, der im Hintergrund koordinierende und organisatorische Aufgaben übernommen hat und hierdurch die Führungskräfte vor Ort entlasten konnte«, so das Fazit von Manfred Roth.

- Dominique Hahn

Autor:

Redaktion aus Singen

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