Andreas Jung (CDU) holt wieder das Direktmandat - aber mit 10 Prozentpunkten weniger als vor vier Jahren
"Wir können mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein"

Andreas Jung
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  • Foto: Andreas Jung vor den TV-Kameras, davon war der Wahlabend der CDU in Konstanz mit geprägt, denn des Öfteren musste er diesen für Live-Schaltungen verlassen. swb-Bild: of
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Konstanz. Viele Drähte liefen am Sonntagabend bei der Wahlfeier der CDU im »Constanzer Wirtshaus« zusammen, denn von dort wurde Kandidat Andreas Jung immer wieder live in die TV-Wahlabende geschaltet und öfter musste er auch aus der Feier heraus vor die Kamera.

Das Direktmandat hat er wie erwartet wieder geholt – auch wenn das Endergebnis für den Wahlkreis erst nach Mitternacht ganz komplett war, weil ein Konstanzer Wahlkreis lange noch fehlte. Allerdings ging der Absturz seiner CDU auch an ihm nicht spurlos vorbei: 34,14 Prozent der Erststimmen mussten diesmal reichen, vor vier Jahren waren das noch 44,8 Prozent gewesen. Aber es ist noch immer eine klare Mehrheit der Stimmen im Wahlkreis: die nächste Mitbewerberin Dr. Lina Seitzl schaffte 20,16 Prozent, ist das vorläufige Ergebnis. Angesichts der doch markanten Stimmenverluste der CDU sieht Jung sein Ergebnis als Wertschätzung für die Arbeit der letzten vier Jahre. Jung bedankte sich zwischen den TV-Schaltungen bei den Wählern, aber auch bei den Mitbewerbern. Man habe hier im Landkreis auf vielen Podien einen fairen Wettstreit praktiziert und man habe um die Sache gerungen, so wie es auch bundesweit gefordert wurde, betont Jung im Gespräch mit dem Wochenblatt: „Das ist hier gelungen." Sein Verständnis sei, dass man vor Ort präsent sein müsste und dass man hart in der Sache in Berlin für die Belange der Wähler kämpfe – dass man das Beste für die Region erreiche. „Ich habe in vielen Gesprächen die Rückmeldung bekommen, dass es dafür eine Wertschätzung ist", so Jung.

Der Blick auf das bundesweite Ergebnis ist der andere schmerzhafte Blick: 23,15 Prozent holte die CDU nur noch im Wahlkreis bei den Zweitstimmen, 33,16 Prozent waren es noch vor vier Jahren gewesen. Zwar ist auch das die Führung, aber SPD, Grüne und FDP hatten nun markant zugelegt. „Das hat sich abgezeichnet und da musste man gar nicht so sehr auf die Umfragen schauen. Natürlich kennen wir die Stimmungen und haben auch viel von vor Ort mitgenommen. Natürlich können wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein, wir haben da einen anderen Anspruch und haben uns auch mehr erwartet", sagte Jung klar. "Wir haben für mehr gekämpft."

Jetzt müsse es um die Frage gehen, in welcher Konstellation regiert werden könne. Jung machte deutlich, dass „Jamaika" das Ideal der Zeit wäre, das wäre es es schon vor vier Jahren gewesen. Doch das ist nach dem Stand von Sonntagabend erst mal ein weit entferntes Ufer.

Deutliche Worte fand auch der Kreisvorsitzende Willi Streit am Wahlabend, denn er hatte sich schon vor vier Jahren nach der letzten Wahl vehement für Veränderungen eingesetzt. „Für Andreas Jung freut es mich trotz der Einbußen und wir sind hier damit wieder hervorragend vertreten mit der Region in Berlin", sagte er. Und: „Ich bin ratlos, verärgert und enttäuscht, weil uns das Wahlergebnis nicht zufriedenstellen kann", hob er auf die Bundespolitik ab. „Aber das Ergebnis war absehbar, bereits vor vielen Monaten", so Streit weiter. Er sehe einige Parallelen zur Landtagswahl. Nach dem jetzigen Stand sehe es für ihn so aus, dass man nicht den richtigen Kandidaten gehabt habe. „Ich werde werde mich als Kreisvorsitzender dafür stark machen, dass im Vorfeld eine ganz andere Auswahl des Personals stattfindet mit mehr Mitbestimmung der Basis. Wie es jetzt gelaufen ist, war es desaströs", so Streit deutlich. Eigentlich hätte man ein gutes Team gehabt, aber es sei zum Beispiel viel zu spät präsentiert worden. Die CDU habe so deutlich gemacht, dass sie nicht kampagnenfähig gewesen sei.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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