Raus aus dem Corona-Blues: Modelleisenbahnanlage
Eine kleine heile Welt erschaffen

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  • Foto: Dennis Giner ist der Erbauer einer Modellbahnanlage in Spur N. Inspirationen
    hat die ganze Familie beigesteuert. swb-Bild: dh
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Wie kommt man Raus aus dem Corona-Blues?
Das Wochenblatt zeigt Menschen, die im Lockdown produktiv geworden sind.

Bei vielen Menschen in jedem Lebensalter sorgen Modelleisenbahnen für leuchtende Augen. Früher der Wunschtraum vieler Kinder und Jugendlichen, aber auch mancher Erwachsener, sind sie im digitalen Zeitalter allerdings eher zur Seltenheit geworden. Doch in Corona-Zeiten hat das Modellbahn-Hobby eine gewisse Renaissance erlebt. So meldete der Branchenführer Märklin erst diesen Januar ein Auftragsplus von 40 Prozent. Kein Wunder, denn Modellbahnbau ist eine perfekte Möglichkeit den Corona-Blues zu bekämpfen.

Das findet auch Dennis Giner aus Worblingen. Nachdem er im letzten Jahr seine Abiprüfungen absolviert hatte, galt es die freie Zeit bis zum Studienbeginn sinnvoll zu nutzen und eine richtige Modelleisenbahnanlage stand schon lange auf dem Wunschzettel der Familie. »Da kam der Lockdown gerade Recht, um diesen Wunsch umzusetzen «, scherzt Dennis Giner im Gespräch mit dem Wochenblatt.

So begann dann die Bastelarbeit an der kleinen heilen Modellbahnwelt, in der alles 160-mal kleiner ist als in der echten Welt. Der Kenner weiß damit schon, Dennis Giner baut in »Spur N«. »Eine große raumfüllende Anlage hätte mir natürlich auch gut gefallen, aber dafür war einfach kein Platz. Spur N ist genau die richtige Größe, um noch alles sicher in der Vitrine unterzubringen«, erklärt er. Die Vitrine, in der die Modellbahnanlage untergebracht ist, hat Papa Stefan schon vor einigen Jahren selbst gebaut. Genau für diesen Zweck. Bisher war sie allerdings immer anderweitig genutzt. Für die Arbeiten an der Modellbahn hat der Student dann die Garage und das Esszimmer der Eltern für drei bis vier Monate in Beschlag genommen.

»Die größte Herausforderung bei der ganzen Sache war die Elektronik. Dementsprechend war die erste Probefahrt mit einem gewissen Herzklopfen verbunden, auch weil zu diesem Zeitpunkt schon viel Arbeit in die Anlage geflossen war. Aber es hat zum Glück alles funktioniert«, erinnert sich Dennis Giner. Auch wenn die Anlage noch nicht ganz fertig ist, das Ergebnis begeistert.

Die kleine Welt in der Vitrine besticht mit vielen liebevollen Details, die es für den Betrachter zu entdecken gibt, sei es ein Gleitschirmabsturz von Papa Stefan, der in einem Baum endete und nun auf dessen Vorschlag in der Anlage verewigt ist, oder Familie Giner beim Spaziergang mit dem Hund. Ob ein Wildpinkler, der sich hinter einem Baum versteckt, auch einer wahren Begebenheit nachempfunden ist, bleibt indes wohl das Geheimnis des Erbauers. Ein drehendes Mühlrad, zwei flackernde Lagerfeuer oder ein Sonnenblumenfeld, das in mühevoller Kleinarbeit hergestellt wurde, überall sind kleine, liebevolle Details zu entdecken. Wenn es Dinge nicht zu kaufen gab, wurden sie kurzerhand im richtigen Maßstab selbst gebastelt, beispielsweise die Biergarten-Sonnenschirme mit den Lieblings-Biermarken. Beim Landschaftsbau hat Dennis Giner noch Hilfe von seinem Bruder erhalten. Viele Inspirationen und Tipps kamen von den Eltern. Damit ist die Modellbahnanlage zu einem echten Familienprojekt geworden.

Maximal zwei Züge können gleichzeitig auf der Anlage unterwegs sein. Die Steuerung erfolgt analog über einen Transformator. »Für eine Anlage in dieser Größe reicht das völlig aus«, sagt Dennis Giner. Thematisch orientiert sich die Anlage an Epoche I und II. Das bedeutet, dass sie den Zeitraum von den Anfängen des Eisenbahnzeitalters bis etwa in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts abbildet. Das bedeutet natürlich, dass es viele Dampfloks zu sehen gibt, die sogar in der Baugröße 1:160 noch beeindruckend wirken, aber auch Elektrolokomotiven aus der entsprechenden Zeit sind mit ihren Zügen auf der Anlage unterwegs. Für Dennis Giner ist klar: Die Modellbahn ist ein Projekt, das ihn noch länger beschäftigen wird. Über die Vitrine hinaus soll die Anlage zwar nicht wachsen, aber für den Erbauer gibt es noch viele Details an denen er weiter feilen will.

Von Dominique Hahn

Autor:

Redaktion aus Singen

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