"Keine defizitären und unausgelasten Poststellen künstlich am Leben erhalten".
Regierungsrat lehnt Initiative zum Erhalt der Poststellen ab

Symbolbild

Schaffhausen. Die 2017 eingereichte Volksinitiative «Moratorium für Schliessung der Poststellen und SBB-Drittverkaufsstellen»verlangt, dass der Kanton Schaffhausen der Bundesversammlung eine Standesinitiative mit der Forderung einreicht, dass in der ganzen Schweiz während fünf Jahren keine Post- und Drittverkaufsstellen geschlossen werden. Die Bundesversammlung hat inzwischen bereits ein Verbot zur Schliessung von SBB-Drittverkaufsstellen bis 2020 beschlossen, arugmentiert der Schaffhauser Regierungsrat nun dagegen. Das Leistungsangebot der Postagenturen sei seit der Einreichung der Initiative stark ausgebaut worden. Ein fünfjähriges Verbot, Poststellen durch Postagenturen zu ersetzen, sei kontraproduktiv. Die Initiative sei deshalb aus Sicht des Regierungsrats abzulehnen.

Das Kundenverhalten hat sich im Verkehr mit der Post und den SBB stark verändert. Über SBB-Drittverkaufsstellen (zum Beispiel Kioske, Migrolino-Filialen oder Avec-Shops) werden nur noch 0.8 Prozent aller Billette verkauft. Das Poststellennetz ist wegen dem markanten Rückgang beim Brief- und Zahlungsverkehr defizitär. Es verursachte 2015 ein Defizit von 110 Millionen Franken. 2016 stieg das Defizit auf 193 Millionen Franken an. Aufgrund dieser Entwicklung will die Post ihr Poststellennetz bis ins Jahr 2020 von 1.400 auf 800 bis 900 Poststellen reduzieren.

Soweit im Kanton Schaffhausen die Schliessung einer Poststelle im Raum steht, wird sie nicht ersatzlos aufgehoben, sondern durch eine Postagentur ersetzt, so der Regierungsrat. Dies ist in den meisten Gemeinden bereits erfolgt. Nach Einreichung der Volksinitiative wurden aufgrund von Vorstössen im Bundesparlament weitreichende Eckpfeiler für die Angleichung des Leistungsangebots der Postagenturen an dasjenige der Poststellen gesetzt. "Es ist nicht zu verantworten, diese Entwicklung zu blockieren und stattdessen unausgelastete defizitäre Poststellen künstlich am Leben zu erhalten", so der Regierungsrat.

Der Regierungsrat empfiehlt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern daher, die Volksinitiative am 10. Juni 2018 abzulehnen.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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