Benjamin Mors kann in Steißlingen am 16. Januar "Bergfest" feiern
Erste eigene Projekte schon auf der Zielgeraden

Benjamin Mors
  • Benjamin Mors
  • Foto: Benjamin Mors kann am Sonntag auf die ersten vier Jahre seiner Amtszeit stolz sein. Die Maske kann er hoffentlich bald bei persönlichen Begegnungen abnehmen. swb-Bild: of/ Archiv
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Steißlingen. Am 16. Januar werden es vier Jahre sein, dass Benjamin Mors Bürgermeister in Steißlingen ist. Er kann sein »Bergfest« schon mit einer ganz beachtlichen Bilanz feiern, wie er am Montag im Rahmen einer Medienkonferenz vermittelte. Und: er ist immer noch der jüngste Bürgermeister im Landkreis.
Mit damals 77,9 Prozent der Stimmen wurde Benjamin Mors im Herbst 2017 als Nachfolger von Artur Ostermaier gewählt, der die Gemeinde über vier Jahrzehnte geprägt hatte. Das erste neue große Projekt, das man auch gleich sieht, ist das neue Gewerbegebiet »Vor Eichen«, das inzwischen im zweiten Abschnitt erweitert wurde. »Wir verzeichnen dadurch steigende Zahlen an Arbeitsplätzen«, machte Mors deutlich. »Bei knapp 5.000 Einwohnern kommen wir inzwischen auf rund 1.600 versicherungspflichtige Arbeitsplätze, wobei da die neuesten Zahlen noch gar nicht eingeflossen sind.« Schon die Erweiterung sei Teil eines neuen Konzepts mit seiner Handschrift, unterstreicht Mors beim Medientermin. Weil man hier nicht weiter in die Fläche gehen kann mit neuen Unternehmen, soll es hier Standorte geben, die dann von mehreren Unternehmen genutzt werden sollen, machte Mors deutlich. Das Wachstum macht sich bei der Gewerbesteuer bemerkbar, sie stieg von 2,8 Millionen Euro im Jahr 2018 trotz Corona-Delle auf dann über fünf Millionen Euro in 2021 an.
Und in vier Jahren ist Mors auch mit »seinem« Gesundheitshaus an der Ziellinie, das eines seiner Wahlkampfthemen gewesen ist. Es soll in diesem Jahr im April in Betrieb gehen, damit die Ärzteversorgung sichern und die Ortsmitte neu aktivieren. Durch das Städtebauförderungsprogramm, für das Steißlingen im letzten Jahr den Zuschlag vom Land erhalten hatte, soll dort nicht nur das ganze Quartier neu belebt werden. Gerade das Sanierungsprogramm sieht Mors als Chance, eine Vitalisierung in der Ortsmitte zu setzen. Die Resonanz sei auch bislang ganz positiv. Denn das Baugebiet »Tal Erweiterung« habe nur noch Restplätze zur Verfügung und noch eine lange Warteliste Bauwilliger. »Die Situation ist für uns nicht einfach, wir können auch hier nicht weiter in die Fläche gehen, sondern wollen hier auch mit einer Nachverdichtung im Innenbereich reagieren«, so Mors.
Investiert wurde in den Ausbau des katholischen Kindergartens, massiv in den Breitband-Ausbau. Fast 20 Millionen Euro seien durch die Kommune in diesen vier Jahren investiert worden, so Mors, der an dieser Stelle auch für das gute Miteinander mit dem Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung dankte, mit dem doch ganz ordentlich Dampf gemacht werden konnte. Carsharing wurde in 2021 umgesetzt und kommt gut an, ein neuer Radweg ins Gewerbegebiet umgesetzt.

Die Gemeinde habe auch den derzeit größten Solarpark für Photovoltaik im Landkreis zu bieten, der seinen Strom allerdings an die Stadtwerke Radolfzell ausliefert.

»An welchen Stellschrauben können wir in Sachen Wohnungsbau als Gemeinde drehen?«, ist für Mors eine der Fragen für die Zukunft, die gerade auch mit dem Sanierungsgebiet im Ortskern umgesetzt werden soll. Die Gemeinde hatte sich auch mit einem ersten Projekt im sozialen Wohnungsbau engagiert, das in diesem Jahr ebenfalls fertiggestellt werden soll. »Die sechs Wohnungen sind wenigstens in diesem Bereich einmal ein Anfang«, unterstreicht Mors.
Die ersten vier Jahre waren leider zweigeteilt, was die Bürgerbeteiligung betrifft, denn durch die Corona-Beschränkungen konnte da der Kontakt wenig gepflegt werden. Das betraf auch das Jugendkomitee, dessen Neuwahl nun im Frühjahr nachgeholt werden soll, nachdem die Amtszeit im letzten Sommer ausgelaufen war und mit dem man auch in Corona-Zeiten eine Jugendhütte im Mindlestal umsetzen konnte.

»Wir habe es trotzdem geschafft, Kommunikation auf Augenhöhe mit den BürgerInnen durchzuführen«, sagt Mors. Das persönliche Gespräch sei trotz allem nicht zu ersetzen und es soll auch bald wieder Gelegenheiten dazu geben, wünscht sich Mors. Denn gerade die Bewältigung der Pandemie hat das Rathaus doch sehr gefordert.
In einer Zeit, wo auch Themen wie die gerechte Bauplatzvergabe zum Beispiel viele Kräfte binden durch einen enormen Verwaltungsaufwand. Gerade jetzt, wo es um viele Zukunftsfragen wie Klimaschutz gehe. Gut daran sei aber, dass man dieses Thema auch in guter Kooperation mit den Nachbargemeinden angehen könne, so Mors.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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