Time-out-School (TOS) kann Schulbetrieb wieder aufnehmen
»Keiner darf verloren gehen«

TOS Singen | Foto: Der Verwaltungsaufwand für die ESF-Fördergelder war immens (v.r.): Bürgermeisterin Ute Seifried, Marc Laporte-Hoffmann, Nicole Römer, Bernd Walz, Jürgen Napel vom Kinderheim St. Peter und Paul und der Sozialdezernent des Landkreises, Stefan Basel.swb-Bil
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  • Foto: Der Verwaltungsaufwand für die ESF-Fördergelder war immens (v.r.): Bürgermeisterin Ute Seifried, Marc Laporte-Hoffmann, Nicole Römer, Bernd Walz, Jürgen Napel vom Kinderheim St. Peter und Paul und der Sozialdezernent des Landkreises, Stefan Basel.swb-Bil
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Singen. Die TOS zeigt schulabsenten Kindern und Jugendlichen den Weg zurück. Die Freude bei deren Unterstützern ist riesengroß, dass es nun weitergehen könne, erklärte Ute Seifried beim Pressegespräch nun im Singener Rathaus. Aufgrund hoher bürokratischer Hürden bei der Förderung durch ESF-Mittel war nach einer Übergangsfinanzierung das schulische Angebot ab Sommer 2019 nicht weitergeführt worden, ergänzte Amtsleiter Bernd Walz.

Seit Januar konnte neben der Beratungstätigkeit auch der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Dabei ist die schulische Einrichtung gegen Schulabsentismus, die vom Verein »Menschen helfen« und Peter Peschka 2014 initiiert worden ist, die beste Möglichkeit, dass kein Kind verloren geht, so Seifried.

Der Aufenthalt in der TOS betrage meist nur wenige Monate, denn das Ziel sei die Rückführung auf die Regelschule. Es konnte aber auch schon Schüler der TOS sogenannte Schulfremdenprüfungen ablegen.

Die Ganztagesschule, bei der etwa 30 Schüler jährlich begleitet werden, gehört zur Johann-Peter-Hebel-Schule und ist im Integrationshaus in Hegaustraße beheimatet. Dank geht an das staatliche Schulamt, das die Lehrerversorgung sicherstellt, so Seifried.

Grund seien oft große psychologische Probleme beziehungsweise Probleme im Elternhaus, die zu der »Schulunlust« führen, erklärte der Konrektor der Hebelschule Marc Laporte-Hoffmann. Oft fehle es nicht an den kognitiven Fähigkeiten, vielmehr gelte es den Alltagsrhythmus wieder herzustellen. Hierfür werde zunächst der Wissensstand getestet, so Sozialpädagogin Nicole Römer und anschließend sowohl an Lehreinheiten in Gruppen und individuell gearbeitet. Dabei setze man im Team der TOS auf fachliche und sozialpädagogischen Elemente. Wichtig seien auch das Erlernen von Sozialkompetenzen und Softkills, um sich etwa in der Gruppe zu behaupten, so Römer weiter.

Finanziert wird die TOS durch einerseits regionale ESF-Mittel, die andere Hälfte teilen sich die Stadt Singen und das Landrats mit jeweils 35.000 Euro. Wie Walz betonte sei man aber auch dem Verein »Menschen helfen« dankbar, der die TOS weiterhin tatkräftig und finanziell unterstütze.

Sozialdezernent Stefan Basel deutete an, dass eine Anpassung der Finanzierung für dieses »tolle Angebot« auch bei Ausbleiben der Förderung denkbar sei. Auch in Konstanz werde über eine Einrichtung wie die TOS nachgedacht.

- Stefan Mohr

Autor:

Redaktion aus Singen

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