Stadt Singen droht Familie am Tannenberg mit Enteignung
Ökumenisches Bündnis stellt Sinti-Gedenkstätte in den Mittelpunkt

Ökumenisches Bündnis
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  • Foto: Sie alle beteiligen sich beim "Ökumenisches Bündnis für Menschenrechte Hegau-Bodensee e.V. Von links: Roland Huber, Klaus Mühlherr, Michael Schneider, Heinz Kapp, Heidi Haug und Paul Wassmer. swb-Bild: ly
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Singen (ly). Die evangelische Arbeitnehmerschaft Bodensee in Singen traf sich am Dienstagabend im Dietrich-Bonhoeffer Gemeindehaus, auch um über eine Umbenennung und veränderte Positionierung zu beratschlagen. Dietrich Bonhoeffer, evangelischer Theologe, der im Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1945 im KZ hingerichtet wurde, sei für demokratische Werte und ein soziales Miteinander in der Gesellschaft eingestanden, unterstrich der ehemalige Arbeiterpfarrer Heinz Kapp vor den versammelten Interessierten. Deshalb nun aus der Evangelischen Arbeitnehmerschaft das »Ökumenische Bündnis für Menschenrechte Hegau-Bodensee e.V.« Dahinter stehen die Mitglieder auch.
Nächster großer Schwerpunkt wird nach Aussage von Heinz Kapp und Michael Schneider das Projekt Gedenkstätte für Sinti und Roma am Tannenberg sein.
Ein seit 1926 einer Familie am Tannenberg gehörendes Haus soll zu einer Gedenkstätte werden. Die Landesarbeitsgemeinschaft für offene Jugendbildung ist der Projektträger und beteiligt sich an den Kosten, wie nun informiert wurde. »Wachsender Druck seitens der Stadt Singen mit Androhung der Enteignung, sofern der Müll auf dem Grundstück nicht beseitigt wird, zwang zum Handeln«, so Heinz Kapp. Für 14.000 Euro einen Zaun um das Gelände zu errichten erschien auch keine Option, so Kapp weiter.

Der tiefere Auslöser: "Elf Menschen wurden 1943 in Singen von den Nationalsozialisten deportiert. Ein Mann und eine Frau gehörten zu den Überlebenden und kamen nach Singen, zum Tannenberg zurück. Die Recherchen die wir in Singen zu Sinti und Roma und der Vernichtungspolitik der NS-Zeit gemacht haben, bringen zunehmend Licht ins Dunkel des Vergessens«, wurde an dem Abend deutlich gemacht. »Wir wollen natürlich keine Privilegierung der Sinti und Roma, sondern wir möchten auf Grundlage der Menschenrechte agieren," unterstrich Heinz Kapp. »Wir wollen einen Perspektivwechsel, eine Einstellungsänderung, ein solidarisches Bewusstsein schaffen. Sinti und Roma warten bis heute vergeblich auf eine Entschädigung,« rief er zur Untersützung auf. Die Pläne sollen schon bald einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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