Mahnwachen gegen die Demonstrationen in Singen, Radolfzell und Stockach
Steigende Zahlen bei den »Spaziergängen« in der Region

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  • Foto: Die von Birgit Schinkel in Singen vor dem Rathaus organisierte und angemeldete Mahnwache mit Masken. swb-Bild: of
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Singen/Radolfzell/Stockach. Erstmals gab es eine Mahnwache am Startpunkt der Singener Spaziergänge am Montagabend vor dem Singener Rathaus. Initiatorin Birgit Schinkel und rund 50 Mitstreiter, darunter auch Singener Gemeinderäte und der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz, wollen hier »klare Kante« zeigen angesichts des Verdachts, dass unter den »Spaziergängern« einige rechtsradikale Strömungen Unterschlupf nehmen. Zu einem Austausch auf dem Platz kam es freilich nicht.

Unterdessen steigt die Zahl der »Spaziergänger« bei der Singener Demonstration weiter an: am Montag waren nach Schätzungen der Polizei rund 2.000 Personen, die hier ohne Maske und ohne Abstand gegen die Corona-Politik und die diskutierte Impfpflicht auf die Straße gingen - mit Kerzen und Trillerpfeifen. Der Spaziergang nahm einen neuen Kurs durch die Singener Innenstadt über die Ekkehard- und Freiheit Straße, und hielt dadurch den Autoverkehr spürbar auf. Die Polizei sicherte den großen Tross von hinten mit Fahrzeugen ab. Viel Autos wurden an diesem Abend mit AfD-Wermaterial verziert, wie nachher festgestellt wurde.

Auch in Radolfzell gingen die »Montagsspaziergänger« wieder auf die Straße, um gegen die Impfpflicht und die Coronamaßnahmen zu protestieren. Nach Angaben der Polizei trafen sich rund 550 TeilnehmerInnen am Lenk-Relief, um von dort mit Gesang und Kerzen durch die Altstadt zu ziehen.

Zuvor fand auf dem Münsterplatz eine angemeldete Gegendemonstration mit gut hundert TeilnehmerInnen statt, die sich mit Masken und Abstand für ihre Sache versammelten. Mit Sprüchen wie »Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Gesundheit raubt« machten sie ihren Unmut über die Spaziergänger deutlich. Bis auf einige verbale Rangeleien kam es zu keinerlei Ausschreitungen. Das Zusammentreffen der Gruppen hatte die Polizei durch Absperrungen verhindert.

In Stockach hatte sich Veronika Arnold nun zu einer kleinen Mahnwache gegen die »Spaziergänge« entschlossen. Sie wollte damit ein Zeichen setzen und dass man sich an deren Regeln hält, sagte sie dem Wochenblatt und damit auch »Haltung zeigen«. Unterstützung bekam sie dabei von ihrer Tochter und einigen Auszubildenden zur Pflegefachkraft. »Demonstrieren ist gutes Recht, aber man sollte sich an die Regeln halten«, machte sie deutlich. Die aktuelle Impfpflicht-Diskussion sieht sie übrigens auch durchaus kritisch, ihrer Meinung nach hätte diese von Anfang an für alle gelten müssen. Leider nahm an diesem Abend der »Spaziergang« mit knapp 500 Teilnehmern einen anderen Weg durch die Oberstadt, so dass es keine Begegnung gab und die Mahnwachse alleine stehen blieb.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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