Manchmal entscheidet Gravitation ganz allein
Über eigene Kellertreppe gestolpert

Plötzlich ist alles ganz anders. Vor zehn Jahren bin ich während des Urlaubs beim Rasenmähen nach rückwärts gestolpert und habe mir den ersten Lendenwirbel gebrochen! Für mein weiteres Leben schien nun alles verändert, doch ich kehrte zu allem zurück. Die Kellertreppe schaffte ich wieder! Bis Gründonnerstag dieses Jahres kam ich wieder zur Kranken-Gymnastik. Bis ans Auto und dann nach Singen! Ein Stolperer nach oben war jetzt der gravierendere Einschnitt. Treppe laufen ging nicht mehr! Im Fernsehheft der Tageszeitung wurden Alternativen aufgezeigt. Hublift? Oder Treppenlift? Meine Nachbarin hatte so einen für ihren scherbehinderten Ehemann. Zudem hatte sie neuere Prospekte. Wichtigste Information: Es gibt auch Treppenlösungen außer Haus! Die Freude wehrte nur bis zum Anfruf bei der Firma: Wenn nicht alles draußen im Geländer vorbereitet sei, dann hätten sie jetzt also dafür kein Beratungsfenster! Wir hatten zum Glück noch eine weitere Telefonnummer der Superadresse. Da kam meine Ehefrau wenigstens bis zum Termin! Doch der platzte dann auch noch. Dazwischen platzte meine Fußpflegerin beim Hausbesuch! Sie hatte mit ihrem Vater beste Erfahrungen mit einem Rollstuhl-Schrägaufzug gemacht. Dem Hinweis gingen wir weiter. Die älteste Tochter recherchierte im Internet. Zwei Beratungstermine erfolgten. Wir lernten viel davon im ständigen Dialog. Klarer wurde, wie die Unternehmen arbeiteten. Ein Betrieb stellte in Österreich her. Ein anderer baute seit über 100 Jahren in Norddeutschland. Andere ließen im Ausland anliefern. Wichtig waren Service und Kundendienst vor Ort.

Zuerst aber musste die Zusicherung der Pflegeversicherung vorliegen. Da gab es einen Zuschuss in Höhe von 4000 Euro! Aber: Ohne gesicherte Zusage war ein Baubeginn nicht möglich. Der Zeitverlust tröpfelte vor sich hin. Umso wichtiger war, dass meine Bewegungsverluste ausgeglichen waren. Meine Krankengymnastik war frei Haus gesichert! Ein Anruf bei der Krankenkasse wirkte weiter Wunder: Am Tag darauf kam die Zusage der Kostenübernahme: Nachgefragt war, ob wir schon weitere bauliche Hilfsmahnahmen gehabt hätten. Das hatten wir nicht! Jetzt ging es Schlag auf Schlag! Gestern stand die Vertragsunterzeichnung für den Schrägaufzug an: Von Gründonnerstag bis Pfingsten. Die Hanglage muss noch beseitigt werden: auch ohne Luxussanierung möglich. Die Summe liegt auch hier auf dem Tisch. Inzwischen sind die Sicherheiten im Kopf gestiegen. Die neue Krankengymnastik hat erste Erfolge gebracht. Die Schmerzen in Schulter und Armen sind leicht zurückgegangen! Heute schreibe ich meine Kolumne wieder. Die Kellertreppe brauche ich so schnell nicht mehr! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Das ist bei Gravitationsproblemen ähnlich.

Von Hans Paul Lichtwald

- Redaktion

Autor:

Redaktion aus Singen

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