»Steißlingen hilft Altenahr« sondiert Projekte in der Gemeinde
Der Schaden ist unvorstellbar groß

Steisslingen Hilft
  • Steisslingen Hilft
  • Foto: Im Bild beim symbolischen Start von »Steißlingen hilft« im Juli: Schirmherr Bürgermeister Benjamin Mors, Reinhard Racke, Jürgen Garschke, Jürgen Probst, Hugo Maier, Thomas Maier und Altbürgermeister Artur Ostermaier. swb-Bild: PR
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Steißlingen/Altenahr. Erste intensive Gespräche mit den Verantwortlichen in Altenahr machen deutlich, dass die Verbandsgemeinde sehr schwer von der Flutkatastrophe betroffen ist, berichtet Steißlingens Altbürgermeister Artur Ostermaier in einer aktuellen Nachricht: »Von den 11.000 Einwohnern sind über 7.000 direkt betroffen und geschädigt. Die Infrastruktur ist größtenteils vollständig zerstört. Weder Straßen, Telefon, Wasser- und Abwasseranlagen noch Schulen und Kindergärten sind bis heute nutzbar. Erste Schadensschätzungen ergaben allein für Altenahr einen Betrag von 2,7 Milliarden Euro.« Dabei seien Straßen und die Bahn nicht mal mit eingerechnet. Fragen der Versorgung und des Wiederaufbaus sowie der künftigen Bebauung stünden bei den Verantwortlichen vor Ort momentan ganz im Vordergrund. So der Stand der Dinge.

Eine sehr erfreuliche Entwicklung gibt es dagegen beim Hilfsprojekt »Steißlingen hilft Altenahr«. Über 450 Menschen haben bisher mit einer Spende das Projekt unterstützt. Dabei kamen bislang über 85.000 Euro zusammen. »Eine Summe, die wir uns beim Start der Aktion nie vorstellen konnten«, so die einhellige Meinung der Initiatoren. Von kleinen Beträgen bis zu sehr hohen Spenden ist alles dabei. Erfreulich ist für die Initiative, dass mehrere Vereine und Organisationen sich finanziell für die Aktion engagieren. Bei allen Spendern steht der Gedanke, den Menschen, die durch die Flutkatastrophe im Ahrtal so hart getroffen wurden, zu helfen. Dieser Gedanke soll bei der Verwendung der Spendengelder deshalb auch ganz im Vordergrund stehen.

Vom Organisationsteam wurde in den letzten Tagen mit den Verantwortlichen der Verbandsgemeinde Altenahr Verbindung aufgenommen, um die Verteilung der Spendengelder zu konkretisieren. »In den Gesprächen wurde uns mitgeteilt, dass die momentane Lage noch sehr dramatisch ist und die Hilfe für die betroffenen Menschen im Vordergrund steht. So sind unter anderem noch viele Obdachlose mit dem Nötigsten zu versorgen«, berichtet Artur Ostermaier. Konkrete Festlegungen für die Verwendung der Spendengelder gebe es deshalb momentan noch nicht, und es sei auch wichtig, die »Erste Hilfe« erst wirken zu lassen.

In Kürze solle in Altenahr nun ein Gremium gebildet werden, das darüber beraten und entscheiden soll, in welchen Schritten mit welcher Unterstützung der Wiederaufbau anrollen wird, was sicher angesichts der fundamentalen Beschädigung des Orts ein sehr langer Prozess werden dürfte.

Sobald konkrete Vorschläge vorliegen, wird das Organisationsteam das weitere Vorgehen festlegen und über den Einsatz der Spendengelder beraten. »Von Anfang an war klar, dass die Hilfe für die Menschen im Vordergrund stehen soll. Jeder gespendete Euro soll dabei helfen«, macht die Initiative deutlich. Keinesfalls sollten Infrastrukturmaßnahmen oder der Wiederaufbau von Gebäuden gefördert werden. Dafür würden ja der Bund und die Länder entsprechende Mittel zur Verfügung stellen.

Unbürokratische Spendenbescheinigung

Zu den Spendenbescheinigungen gibt es folgende wichtige Information. Das Finanzministerium hat festgelegt, dass alle Spenden im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe vereinfacht durch Vorlage des Einzahlungsbeleges oder der Buchungsbestätigung eines Kreditinstitutes geltend gemacht werden können. Dennoch werden alle Spender mit Beträgen ab 50,00 Euro in den nächsten Wochen Spendenbescheinigungen erhalten, kündigte die Steißlinger Initiative an.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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