Das trockene Klima macht der Landwirtschaft derzeit schwer zu schaffen. Folgen der aktuellen Lage erklärt Bauer Andreas Deyer.
Wenn die Bauern auf dem Trockenen sitzen

Wenn die Bauern auf dem Trockenen sitzen
  • Wenn die Bauern auf dem Trockenen sitzen
  • Foto: Der Mühlinger Landwirt Andreas Deyer hält auf seinem Hof 140 Milchkühe (im Bild der Nachwuchs, der zu Milchproduzenten heranwachsen wird). Er versucht, für seinen Betrieb Strategien gegen die allgemeine Trockenheit zu entwickeln. swb-Bild: ml
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Mühlingen. Auch wenn das schöne Frühlingswetter für viele Grund zur Freude ist - die Landwirte der Region haben damit ein handfestes Problem. Andreas Deyer, der als Milchbauer einen Hof bei Mühlingen betreibt und Vorsitzender des Kreisverbands Stockach im Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband e.V. (BLHV) ist, erläutert die Folgen, die die klimatische Lage für die Bauern hat.

Wie Deyer gegenüber dem WOCHENBLATT ausführt, habe er in den vergangenen drei Jahren immer wieder extreme Trockenperioden erlebt. »2018 kam es zu deutlichen Ernteausfällen und unsere Futtersituation war sehr knapp«, sagt er. Bezogen auf die derzeitige Lage fügt er hinzu: »Aktuell leiden Kulturen, die in der Entwicklung stehen und vor allem das Grünland. Wie sich das auf das Gesamtjahr auswirkt, hängt vom weiteren Wetterverlauf ab - sicher gibt es Kulturen, die schon Schaden genommen haben.«

Angesprochen auf Gegenmaßnahmen gibt Deyer an: »Speziell in unserem Betrieb versuchen wir mit veränderter Bodenbearbeitung die Äcker länger bedeckt zu halten und Kulturen und Sorten, die besser mit Trockenheit klarkommen, anzubauen.«
Auch wenn der Landwirt noch auf Reserven zurückgreifen kann, reichen diese nicht unbegrenzt aus: »Aktuell füttern wir noch das Futter aus 2019, das noch bis in den Sommer hinein reicht«, sagt er. Der Puffer sei aber nicht zu groß. Die durch die klimatische Lage verursachten Ertrags- und Qualitätsausfälle machten sich bei ihm auch finanziell bemerkbar, sagt er.

Deyer ist sich bewusst, dass er Investitionen tätigen muss: »Wir versuchen, etwas mehr Futter zu bevorraten, was natürlich bei mehreren trockenen Jahren in Folge eine Herausforderung ist und auch mehr Umlaufkapital benötigt.« Eine Mehrgefahrenversicherung könne in solchen Fällen zur Risikoabsicherung dienen. Außerdem müsse in der Tierhaltung investiert werden, um gute Bedingungen zu gewährleisten, in Lüftungs- und eventuell Berieselungsanlagen.« Hierfür fehle aber oft das Geld.

Als Vorsitzender des Kreisverbands Stockach im BLHV ist Deyer mit vielen von der Lage beeinflussten Landwirten in Kontakt. »Jede Sparte ist betroffen, allerdings müssen ganz unterschiedliche Maßnahmen getroffen werden.« So müsse man im Obst- und Gemüsebau über Beregnung nachdenken, um überhaupt verkaufsfähige Ware in Trockenperioden zu erzeugen. Gemüse werde immer mehr im geschützten Anbau produziert.

Der BLHV arbeite an den Themen Bewässerung und Absicherung, auch die Problematik, steuerlich extreme Situationen auszugleichen, sei Verbandsthema, erläutert Deyer. Außerdem vermittle der Verband innerhalb der Landwirtschaft und versuche, Mitgliedern in Extremlagen individuell Hilfen zu beschaffen.

- Marius Lechler

Autor:

Redaktion aus Singen

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