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Abgelenkt

| Der Bunte Hund

Also, jetzt muss ich dann doch mal mit den Zähnen fletschen, liebe Leserinnen und Leser.

Keine Panik zu verbreiten ist das eine, aber ein Chaos dieser Art und Weise ohne erkennbare Linie und Struktur, das andere. Ich denke, Sie wissen genau, wovon ich spreche. Mein Freund Dr. Einstein hatte es in der letzten Woche davon, dass eine Panikmache übertrieben ist. Der Meinung bin ich auch. Aber zunehmend habe ich den Eindruck, dass sich jeder aus der Verantwortung ziehen möchte, was die Schutzmaßnahmen, die Einschätzung der Gefahr oder die realen Konsequenzen angeht. Jedes Bundesland, jede Kommune, jede Stadt scheint eine andere Vorgehensweise zu haben, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Das führt meiner Meinung nach zu einer Verunsicherung bei den Zweibeinern. Während die einen sich mit Vorräten eindecken, die sie über Wochen versorgen, nehmen andere den Virus auf die leichte Schulter. Doch was ist jetzt wahr? Uneinigkeit an so vielen Stellen, die bei den Zweibeinern etwas organisieren oder planen müssten. Dabei sind für die Bekämpfung der Krankheit Einigkeit und Konsequenz enorm wichtig. Viel zu langsam werden manche Maßnahmen angeordnet. Während in anderen Ländern bereits Schutzzonen vorhanden sind und Massenveranstaltungen abgesagt werden, wird hier noch überlegt und abgewogen. Dass der wirtschaftliche Schaden durch die Verbreitung der Krankheit enorm ist, kann ich als Vierbeiner auch gut verstehen, allerdings bringt es doch nichts, wenn man durch Inkonsequenz einer weiteren Ausbreitung verhilft. Ich habe mich sogar schon gefragt, ob die Nachrichten dieser Krankheit nicht genutzt werden, um von anderen Dingen abzulenken. Es brodelt an verschiedenen Stellen, die schlechten Meldungen überschlagen sich und ich liege beim Anschauen der Nachrichten teilweise fassungslos auf dem Teppich. Kann es sein, dass der Chef einer Regierung an der Grenze zu Europa seine Macht auf Kosten von unschuldigen Zweibeinern demonstriert? Menschen dazu benutzt, um ein Bündnis zu erpressen? Das Elend der kleinen Zweibeiner in einem Tumult und unter schlimmen Zuständen in Auffanglagern kann doch niemanden kaltlassen. Und doch gibt es hier einige Menschen, welche ihren eigenen Wohlstand bedroht sehen, wenn diese Kinder aus der schlimmen Lage befreit werden sollen. Diese kleinen Zweibeiner haben doch nichts mit den Verbrechern zu tun, welche wieder in ihre Heimat gebracht werden sollten. Oder sollen die Nachrichten von einem großen blonden Zweibeiner aus den vereinigten Staaten mit großer Schnauze ablenken, welcher wie ein Elefant im Porzellanladen sein eigenes Land, auf Kosten aller anderer, vorantreiben möchte? Oder sollen sie ablenken von einem gefährlichen Strategen aus dem Osten, der geschickt verschiedene Seiten gegeneinander ausspielt, um die Bündnisse weiter zu destabilisieren. Aber eigentlich muss man gar nicht so weit in die Welt hinausschauen, im Angesicht der Situation zeigt manch einer sein wahres Gesicht. Es wird Angst geschürt und eine schlechte Stimmung verbreitet. Schlecht, wenn sich davon viele mitreißen lassen.


Jetzt sind die Zweibeiner wichtig, welche sich durch ihre objektive Sichtweise und einen gesunden Menschenverstand auszeichnen. Denen die Gesundheit der Mitmenschen wichtig ist und die sich nicht ablenken lassen, den Fokus richtig setzen. Eigenverantwortung, lösungsorientiertes Handeln und Menschlichkeit sind jetzt vielleicht die richtigen Schlagwörter in dieser Situation.

Ihr Schnauze.

Wochenblatt @: Der Bunte Hund

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