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Fastenzeit

| Der Bunte Hund

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, liebe Leserinnen und Leser.

Viele haben es sich in den vergangenen sechs Tagen noch einmal richtig gutgehen lassen und haben gefeiert, gefuttert und getrunken. Diesen Party-people werden die ersten Tage der Fastenzeit wie eine Erleichterung vorkommen. Was ist eigentlich eine Fastenzeit? Macht da jeder Zweibeiner mit? Ursprünglich diente die Fastenzeit den Zweibeinern als Vorbereitung auf das wichtigste Fest in der Christenheit, nämlich Ostern. Vielen ist das Osterfest heute leider nur als eiersuchendes Vergnügen oder als ein willkommener Frühlingsurlaub bekannt …

Für andere Zweibeiner sind die kommenden sechs Wochen eine Zeit des bewussten Verzichts. Von kirchlicher Seite gibt es zwar offizielle Fastenordnungen, da sich aber immer mehr Zweibeiner vom christlichen Glauben oder den Kirchen distanzieren, wird das Fasten wie so manch anderer Trend zu einem hippen Gemeinschaftsakt. Vielleicht ist das Fasten ein bewusster Verzicht auf selbstverständlichen Luxus in einer Zeit, in der es den Zweibeinern hier an nichts Lebensnotwendigem fehlt. Jeder kann seine persönlichen Bedingungen selbst festlegen. Sei es der Verzicht auf Zigaretten, Süßigkeiten, auf Alkohol, auf das geliebte Smartphone oder soziale Medien.

Egal auf was Sie in den nächsten Wochen verzichten möchten, die Fastenzeit bietet die Möglichkeit, sich von manchen Dingen und Zwängen zu befreien, wieder etwas bewusster in sich hineinzuspüren. Schön wäre, wenn die Zweibeiner auch nach der Fas-tenzeit noch auf die ein oder andere Sache verzichten könnten. Meine großen Zwei beiner hängen mei-ner Meinung nach zu viel vor ihrem Handy rum. Wenn die beiden ein Handyfasten durchziehen würden, freue nichtnur ich mich  über mehr Streicheleinheiten, auch die kleinen Zweibeiner bekommen dann etwas mehr Aufmerksamkeit. Die durch die Fastenzeit neu gewonnenen Freiräume könnten im Rest vom Jahr für ein stärkeres Erleben des Hier und Jetzt genutzt werden. Wie viel Zeit verbringen die Menschen in »sozialen Netzwerken« undvergessen die Realität um sichherum. Der »Daumen hoch«als Liebesbezeugung virtuellerFreunde hat einen viel zu großen Stellenwert. Aber nicht nur der Verzicht auf elektronische Spielzeuge oder die liebgewordene Schokolade zählen zur Fastenzeit. Manch ein Zweibeiner nutzt diese Zeit zur Entschlackung des Körpers und verzichtet auf Fleisch und alle anderen Leckereien. Groß im Trend sind Heilfasten oder Intervallfasten. Liegt wohl auch an den zunehmenden Proportionen mancher Zweibeiner. Das Fasten verspricht eine schnelle Gewichtsabnahme und eine Traumfigur innerhalb kürzester Zeit. Durch ein unerschöpfliches Nahrungsangebot und ständige Versuchungen auf Schritt und Tritt ist es für die Zweibeiner wirklich schwer, auf etwas zu verzichten. To go an jeder Ecke, in jedem Geschäft gibt es Leckerli für Herrchen und Frauchen. Kein Wunder, dass der normale Umgang mit Nahrung durch die Angebote im normalen Alltag verloren gegangen sind. Da kommt der Aufruf zum Intervallfasten, bei dem man alles essen darf, für viele genau richtig. Nur, hat das dann etwas mit dem ursprünglichen Sinn der Fastenzeit zu tun? Egal wie Sie Ihre Fastenzeit bestreiten, oder aus welchem Grund Sie auf etwas verzichten möchten. Ich denke, dass es für die Menschen wichtig ist, sich wieder einmal auf die grundsätzlichen Dinge zu fokussieren und zu konzentrieren.

Ihr Pünktchen

Wochenblatt @: Der Bunte Hund

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