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Gedanken zur Menschlichkeit ...

| Der Bunte Hund

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Das Wetter hat sich inzwischen der Jahreszeit angepasst und somit lassen nass kalte Temperaturen den Glühwein oder Kinderpunsch auf einem der vielen Weihnachtsmärkte besonders gut schmecken. Wir waren natürlich auch unterwegs. Ich war ganz schön irritiert, zwischen den vielen Menschenbeinen hörte ich fortwährendes »Bellen«, roch aber keinen meiner vierbeinigen Kollegen. Mein Herrchen hat mich dann irgendwann auf den Arm genommen und getragen. Von oben betrachtet hab ich dann herausgefunden woher das Bellen kommt. Viele Zweibeiner haben Husten und Schnoddernasen. Macht ja nix, geht man zum Arzt und lässt sich was verschreiben. Mein Frauchen arbeitet bei einem Hausarzt. Ist schon ein älterer Herr. Er liebt seinen Beruf und möchte den Menschen helfen. Wobei das für ihn gar nicht so einfach ist. Die einen erwarten das Wunder der Sofortheilung, für die anderen muss er einen unglaublichen Dokumentationswahnsinn erledigen, um seine Arbeit hinterher auch bezahlt zu bekommen. Für die Versorgung der Patienten bleibt kaum Zeit. Verordnungen und Regelungen, das Bürokratiemonster macht sich auch im Gesundheitswesen bemerkbar. »Wirklich« krank werden darf man eigentlich nicht mehr. Dem Mediziner sind immer öfter die Hände gebunden was umfangreiche Untersuchungen zur Ursachenfindung angeht. Die Frage nach der Kostenübernahme geht somit immer öfter auf Kosten der Gesundheit des Patienten. Geschäftsleute wittern in der gesundheitlichen Versorgung ein gewinnversprechendes Erfolgsmodell. Die Frage nach Rendite und Wirtschaftlichkeit brach in den letzten Jahren einigen kleineren Krankenhäusern das Genick. Fusionen zu immer größeren Versorgungszentren waren die Folge und für Zweibeiner auf dem Land kann die Fahrt in ein Krankenhaus inzwischen schon einmal länger dauern. Der Mensch an sich neigt dazu, viele Dinge sehr kompliziert werden zu lassen. Ein Wasserkopf entsteht, der von immer kleineren Füßen getragen werden muss. Sei es in der Altenpflege, der Kinderbetreuung oder eben der gesundheitlichen Versorgung. Gebühren und Zuzahlungen steigen, die Versorgung wird gefühlt immer schlechter und die Menschlichkeit? Sie wird in den Hintergrund gedrängt, es werden oft nur noch Zahlen und Statistiken gesehen. Das Schicksal des Einzelnen bleibt auf der Strecke. Vielleicht nehmt ihr euch ein Beispiel an uns Tieren. Der Einsatz zum Wohl des anderen steht bei uns ganz oben. Im Bereich der gesundheitlichen Versorgung sollten keine Gewinne angestrebt werden, nicht auf Kosten derer, die Hilfe wirklich nötig haben. Und auch hier wäre es vielleicht gut, sich den Rat und die Einschätzung derer anzuhören, welche die Fehler des Managements ausbaden müssen. Es krankt, das System. Eine Not-OP ist dringend erforderlich. Sonst geht sie dahin, die Nächstenliebe und Menschlichkeit in der Versorgung kranker und hilfebedürftiger Zweibeiner. Ihr Pünktchen.

Wochenblatt Redakteur @: Der Bunte Hund

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