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Impfen - Recht oder Pflicht?

| Der Bunte Hund

Liebe Leserinnen und Leser, das Thema »Rechte und Pflichten« begleitet die Zweibeiner so ziemlich in jedem Lebensbereich.

Wer etwas haben möchte, muss auch etwas dafür tun. Das ist nur gerecht, wie ich finde. Wobei, auf die Rechte in manchen Bereichen mit ziemlich viel Nachdruck bestanden wird und die Pflichten gerne in Vergessenheit geraten. Mit wachsender Bevölkerung wurde es immer nötiger, die Rechte und Pflichten jedes Einzelnen zu beschreiben, um ein friedliches und geordnetes Miteinander zu garantieren.
Auch wir Vierbeiner werden diesen Rechten und Pflichten unterworfen. Wenn wir bei den Zweibeinern ein zu Hause gefunden haben, hat unser Herrchen oder Frauchen auch jede Menge Pflichten zu erfüllen. Ich muss beispielsweise eine Hundemarke tragen, damit jeder weiß, dass für mich Steuern bezahlt werden. Mit der Anschaffung eines Hundes hat sich mein Herrchen verpflichtet, dass ich die sogenannten Pflichtimpfungen erhalte. Auch wenn es manche Krankheiten nicht mehr gibt oder vielleicht gerade wegen dieser Impfungen kaum noch Fälle bestimmter Krankheiten zu verzeichnen sind, bekomme ich die Impfungen von meiner Tierärztin. Dass tut zwar im ersten Moment etwas weh, aber wenn man wie ich aus einem Land kommt, in dem es viele kranke Hunde gibt, erscheint einem ein solcher Pieks ein kleiner Klacks gegen den Ausbruch der Krankheit zu sein. Das Recht auf die körperliche Unversehrtheit wird zum Wohl unserer Artgenossen daher sicherlich verletzt, wenn ich mir aber vorstelle, dass durch meine Schuld die anderen im Rudel krank würden und sterben müssten, wäre das für mich eine schwere Last.
Durch die Globalisierung und uneingeschränkte Reisefreiheit können Krankheitserreger bei euch Zweibeinern unentdeckt im Reisegepäck oder bereits in euch drin von einem Kontinent auf den anderen gelangen. Krankheiten welche als ausgerottet galten kehren wieder. Nicht in allen Ländern dieser Welt herrschen die hygienischen und medizinischen Bedingungen wie hier. Viele Menschen leben in armen Verhältnissen, dicht an dicht. Krankheiten, die hier ausbrechen, können rasend schnell zu einer Epidemie werden.
Bei den Zweibeinern wird viel über die Impfpflicht diskutiert. Manche sehen in ihr einen starken Eingriff in die Persönlichkeitsrechte andere sehen in der Maßnahme ein Beispiel für solidarisches Handeln und eine moralische Pflicht den Mitmenschen gegenüber. Eine Impfung schützt einen doch nicht nur selbst, sondern auch die Menschen, mit denen man zu tun hat.
Im Infektionsschutzgesetzt habt ihr verankert, dass Menschen mit ansteckenden Krankheiten namentlich gemeldet werden müssen. Für Zweibeiner, die in einem Wahn andere gefährden, wird eine Zwangsunterbringung angeordnet, damit andere Menschen nicht verletzt oder getötet werden. Der Schutz des Rudels geht in solchen Fällen eben vor. Dort wo ein Einzelner die Gesellschaft gefährdet muss dessen Freiheit mitunter eingeschränkt werden. Ob eine wieder eingeführte Impfpflicht rechtens ist, werden wohl eure Richter am Bundesverfassungsgericht entscheiden indem sie abwägen, ob das Recht des Einzelnen, über dem der Gesellschaft steht. Wissenschaftler werden in den nächsten Jahren belegen, wie viel die Impfpflicht bringt. In Fällen einer ausgebrochenen Epidemie wie es gerade in China der Fall ist, wären die Zweibeiner sicher sehr glücklich gewesen sie hätten eine Impfung gegen diese Krankheit bekommen.

Ihr Struppi.

Wochenblatt @: Der Bunte Hund

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