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Muskelkraft...

| Der Bunte Hund

Ich bin ein sehr sportlicher Hund, liebe Leserinnen und Leser,

genieße daher die Ausflüge mit meinem Herrchen wenn er in die Pedale tritt und ich nebenher laufen darf. Mich macht es jedes Mal sehr stolz wenn ich Schritt halten kann oder wenn wir andere Fahrradfahrer überholen. Immer mehr Zweibeiner schwingen sich auf die Räder. Ich war schon erstaunt über die Schnelligkeit, mit welcher manch einer auf den Fahrradwegen unterwegs ist. So gut durchtrainiert können die doch gar nicht sein, dachte ich beim letzten Mal, als ein älterer Herr auf seinem Fahrrad an uns vorbeischoss. Seine Gattin dicht auf den Fersen – bzw. sie schien ihm fast auf dem Gepäckträger zu hängen. Wir waren auch recht flott unterwegs, mein Herrchen allerdings nur mit Muskelantrieb. Dank des elektrischen Antriebes trauen sich auch immer mehr ältere Zweibeiner wieder längere Touren zu und schießen teilweise halsbrecherisch durch die Gegend. Der Pflichthelm sitzt bei vielen locker auf dem Haupt, manche bewahren ihn aber auch im Fahrradkorb hinter sich auf. Da bringt er viel, wenn man mit einem solchen Tempo irgendwo hinfällt. Der Trend der elektronischen Fortbewegung scheint sich bei den Zweibeinern durchzusetzen. Der E-Scooter, welcher in verschiedenster Weise schon auf sich aufmerksam machte, ist ebenfalls eine Möglichkeit sich möglichst schnell und kräftesparend fortzubewegen. Mit E-Boards scheinen Zweibeiner regelrecht durch die Gegend zu gleiten, die nötige Körperspannung und den entsprechenden Gleichgewichtssinn vorausgesetzt.

Auch bei den Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln wird immer mehr auf den elektrischen Antrieb gesetzt. Schön, dass es im Norden Deutschlands inzwischen so viele Windkraftanlagen gibt, welche die Zweibeiner mit der nötigen Akkuladung versorgen – oder habe ich da jetzt einen Denkfehler? Die riesigen Windparks fangen viel Energie ein, welche aber zum Großteil ungenutzt bleibt. Wie soll sie denn hier zu uns ins Wochenblattland kommen? Dass elektrische Spannungsfelder zu Problemen führen können ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen. Keiner möchte die Stromtrassen vor der Haustüre haben. Sieht ästhetisch nicht sehr ansprechend aus. Dabei ist die eigentliche Gefahr unsichtbar und wird von vielen unterschätzt. Elektrosmog – eine viel diskutierte Tatsache. Mensch und Tier leiden darunter. Die einen wollen es nicht wahr haben, die anderen werden nicht ernst genommen. Ganz zu schweigen von der Herstellung der Akkus, welche zu einer lautlos, gleitenden Fortbewegung beitragen. Riesige Ressourcen werden hierfür benötigt – und bis man sich »umweltfreundlich« fortbewegen kann, sind zur Herstellung bereits Massen an Energie und wertvoller Bodenschätze aufgewendet worden. Teils unter erbärmlichen Arbeitsbedingungen werden die nötigen Rohstoffe gefördert. Und das alles, damit sich der eingerostete Zweibeiner hier ohne große Anstrengung schnell und leise von A nach B bewegen kann. Ja, auch hier schnüffel ich ein nicht ganz schönes Gerüchlein. Es geht immer zu Lasten anderer. Egal, was die Zweibeiner tun. Eine Paradelösung für dieses Problem habe ich leider auch nicht. Nur vielleicht den Tipp, sich auf seine Muskelkraft zu verlassen. Ist besser … für Ihre Gesundheit und die Umwelt.

Ihr Struppi.

Wochenblatt Redakteur @: Der Bunte Hund

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