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Regierungspräsident wendet sich an Schaffhauser Bevölkerung

Martin Kessler
Regierungspräsident Martin Kessler bei seiner Ansprache am Montag. swb-Bild: sh.ch

Dank an Pflegekräfte / Kritik wegen unerlaubter Einkaufs-Grenzübertritte

Schaffhausen. In einer dringenden Botschaft hat sich der aktuelle Schaffhauser Regierungspräsident Martin Kessler an die Bevölkerung im Kanton. Die Rede gibt es auch als Video-Botschaft.

"Liebe Schaffhauserinnen und Schaffhauser

Ich rede zu Ihnen in meiner Funktion als Regierungspräsident des Kantons Schaffhausen. Das Corona-Virus bedroht unsere Gesellschaft, auch im Kanton Schaffhausen. Die Lage ist ernst, leider sogar sehr ernst.

Es gilt, die Ausbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen und einzudämmen. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit unseres Gesundheitswesens sicherzustellen. Der Schutz der Bevölkerung hat auch für den Regierungsrat oberste Priorität. Darum müssen die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen unbedingt eingehalten werden:

«Bleiben Sie zu Hause, insbesondere, wenn Sie krank oder älter als 65 Jahre alt sind. Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten. Es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen. Es sei denn, Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen.»

Der Bundesrat hat am 20. März 2020 die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus weiter verschärft und Ansammlungen von mehr als fünf Personen verboten. Bei Versammlungen von unter fünf Personen ist gegenüber anderen Personen ein Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten. 
Zudem werden Baugewerbe und Industrie verpflichtet, die Empfehlungen des Bundes zur Hygiene und zum Abstandhalten einzuhalten.

Der Regierungsrat setzt die vom Bund beschlossenen Anordnungen rasch und konsequent um. Er ist aber zwingend auf Ihre Mithilfe angewiesen. Alle sind jetzt wirklich aufgefordert, sich strikte an die behördlichen Anweisungen zu halten, Verantwortung zu übernehmen und solidarisch zu sein. Es ist der Regierung bewusst, dass es nicht einfach ist, auf persönliche Kontakte mit der Familie, Freunden und Bekannten und alltägliche Gewohnheiten zu verzichten, umso mehr, wenn das schöne Frühlingswetter lockt. 

Doch je konsequenter wir uns an die Massnahmen des Bundes halten, umso eher besteht die Chance, bald wieder in den Alltag zurückkehren zu können. Und dass wollen wir alle!

Und an diejenigen, welche glauben, das gehe sie alles nichts an und zum Beispiel geschlossene kleine Grenzübergänge illegal überqueren, indem sie über den Acker fahren, um nachher in Deutschland einkaufen zu können. Die sollten sich nicht nur schämen sondern sie haben mit konsequenter Strafverfolgung zu rechnen. Und genauso müssen Unternehmer, welche die Schutzmassnahmen für ihre Arbeitnehmer immer noch nicht umsetzen mit einer Schliessung des Betriebes rechnen.

Wir müssen jetzt alle, und ich meine wirklich alle, am gleichen Strick ziehen, die angeordneten Massnahmen umsetzen, auf die Zähne beissen und verzichten!

Ich versichere Ihnen, dass wir alles daran setzen, die Gesundheitsversorgung sicher zu stellen. Die entsprechenden Vorkehrungen und Planungen laufen seit Wochen auf Hochtouren.

Am Freitag um halb Eins hat die Bevölkerung dem unermüdlich arbeitenden Pflegepersonal für eine Minute applaudiert. Ein wunderschönes Zeichen des Dankes. Ein Dank dem sich die Regierung gerne anschliesst. Der Applaus soll auch Motivation sein, für die unausweichlich bevorstehende extrem schwierige und belastende Zeit, welche dem Gesundheitspersonal bevorsteht. Gerne möchte ich in diesen Dank auch die vielen Leute einschliessen, welche aktuell unter grösstem, nicht zuletzt auch psychischem Druck arbeiten: Leute, welche im kantonalen Führungsstab wichtige Koordinationsaufgaben übernehmen. Chauffeure, die weiterhin die Versorgung des Landes aufrechterhalten. Kassiererinnen, welche ihre Arbeit nicht im Homeoffice machen können. Und ein Dank gebührt auch an das Reinigungspersonal, welches mit ihrer Arbeit fortlaufend Ansteckungsquellen eliminiert. Ebenso bedanke ich mich bei allen Lehrpersonen und Kita-Angestellten, welche nicht nur die Ausbildung der Kinder sicherstellen, sondern auch ein Betreuungsangebot sicherstellen für Kinder von Erziehungsberechtigten, die zwingend auf Betreuung angewiesen sind.

Der Bundesrat und der Regierungsrat lässt auch die ansässigen KMU, das lokale Gewerbe und die Selbständigerwerbenden nicht im Stich! Um die Existenz der Betriebe sicherzustellen hat der Bundesrat am letzten Freitag ein umfangreiches Massnahmenpaket beschlossen. Mit diesem mutigen, unbürokratischen und schnell wirksamen Schritt hat der Bundesrat eine grosse Last von den Schultern der um ihre Existenz bangenden Unternehmer genommen. Der Regierungsrat wird weitere, ergänzende Massnahmen beschliessen, damit kein Schaffhauser Unternehmen wegen des Corona-Viruses schliessen muss und die Arbeitsplätze im Kanton Schaffhausen gesichert sind.
 
Der aktuelle Stand und weitere Informationen sind auf der Internetseite www.sh.ch aufgeschaltet. Ebenso werden im Kanton Schaffhausen für verschiedene Bereiche Hotlines zur Verfügung gestellt. Die Nummern sind ebenfalls auf der Internetseite aufgeschaltet. Informieren Sie sich auch regelmässig über die Nachrichten im Fernsehen, Radio und in der Zeitung.

Ich bitte Sie, liebe Schaffhauserinnen und Schaffhauser um Ihre Unterstützung - gemeinsam meistern wir diese historische Herausforderung. Wir zählen auf Sie!

Ich wünsche Ihnen allen viel Kraft in dieser besonderen Zeit und bleiben Sie gesund!"

Wochenblatt @: Oliver Fiedler