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Serie Hegauberge(Teil 3)

Wie ein Canyon in Miniaturformat wirkt der Höwenegg-Vulkansee mit seinen steilen Schluchten und schroffen Felswänden. Entdecken lässt sich das Naturparadies auf einem Rundumwanderweg. SWB-Bild. Oliver Fiedler
Leicht zu übersehen und dennoch gut erkennbar ist der Staufen, der sich links neben dem Hohentwiel versteckt. Bild: Karlheinz Hug.
Viele Wege führen zum Friedinger Schlossberg. Bild: Werner Walczak/ Community
Neuhewen
Eine Impression vom Neuhewen. Die Burganlage, die wegen Einsturzgefahr leider nicht mehr passierbar. Bild: Regio Konstanz-Bodensee-Hegau e.V.

Sie sind die Wahrzeichen der Region. Die dreiteilige Serie nimmt Sie mit auf aktive Entdeckungstour durch die faszinierende Bergwelt des Hegaus. Diese Woche geht es auf den Neuhewen, den Höwenegg, den Staufen und den Friedinger Schlossberg.

Der Neuhewen

Mit einer Höhe von 867 Meter ü. d. M. ist der Neuhewen bei Stetten der Höchste der Hegauberge. Auf seinem Gipfel thront die Burg Neuhewen, die auch Stettener Schößle genannt wird. Gebaut wurde die trapezförmige Festung in der Mitte des 13. Jahrhunderts von den Herren von Engen (Hewen). Nachdem ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg durch bayrische Truppen, ging die Burg in den Besitz der Herren von Fürstenberg über. Eine Besichtigung der Burganlage von innen und die Besteigung des Turms sind seit 2005 wegen Einsturzgefahr leider nicht mehr möglich. Umrankt von zahlreichen Laubbäumen und von Efeu bewachsen, wirken die Mauerreste heute dennoch auch von außen sehr märchenhaft und sind für so manch schönes Fotomotiv gut geeignet.

Tourentipp: Neuhewen Gipfelshortie (Mit Kurzaudioguide)

Gerade einmal zwei Kilometer Fußmarsch sind es vom Parkplatz bis zum Neuhewen. Auch als kurze Trailrunningeinheit ist die Strecke, bei der nur 70 Höhenmeter überwunden werden, gut geeignet.  Die Ruine selbst ist eine Wucht, aber wegen Einsturzgefahr nicht begehbar. Nähere Informationen zur Geschichte erhalten Wanderer und Trailrunner per Kurzaudioguide.

Weitere Informationen zur Tour „Neuhewen Gipfelshortie“ befinden sich in der kostenlosen App „Wochenblatt-to-go“. Infos zur App und zum Download auf www.wochenblatt.net/app/

Der Höwenegg

Ein absolutes Paradies für Wanderer und Naturliebhaber ist das Gebiet rund um den 798 Meter ü. d. M. liegenden Höwenegg. Denn hier wartet nicht nur eine Burgruine, sondern auch ein richtiger Vulkansee. Entstanden ist dieser durch die Ansammlung von Regenwasser und Grundwasser nach dem Abbau von Basaltgestein in den 70er Jahren. Wo einst eine 85 Meter tiefe Grube war, schimmert die Wasseroberfläche heute von azurblau bis Türkis – je nach Jahreszeit und Sonnenlichteinstrahlung. Gut zu umrunden ist der Vulkansee bei einer vollständig ausgeschilderten 20 Minütigen Wandertour, die direkt oberhalb der Felskante entlang führt. Unweit des Sees befinden sich die Mauerreste der im 12. Jahrhundert von den Herren von Hewen erbauten „Vorburg“, oft auch „kleine Burg“ genannt. Die einstige Hauptburg „Hewenegg“ wurde bereits 1639 vollständig zerstört. Ihre Mauerreste wurden zugunsten des Basaltabbaus abgetragen. An ihrer Stelle ist heute der Vulkansee. Seit 1983 steht das gesamte Gebiet unter Naturschutz.

Tourentipp: Orchideen und Vulkansee (Mit Audioguide)

Die 19 Kilometer lange Wandertour beginnt am Bahnhof in Hattingen. Von hier aus geht durch Feld, Wald und Flur und am Vulkansee vorbei zum sehr schön angelegten Rastplatz Breitental, wo Wanderer auf einer Tafel Näheres über den Hegauer Orchideenreichtum erfahren. Im Anschluss führt der Weg am Rande des Naturschutzgebiet Rehletal wieder zurück in Richtung Höwenegg. Bei der Tour werden insgesamt 349 Höhenmeter überwunden.

Weitere Informationen zur Tour „Orchideen und Vulkansee (Mit Audioguide)“ befinden sich in der kostenlosen App „Wochenblatt-to-go“. Infos zur App und zum Download auf www.wochenblatt.net/app/

Der Staufen

Nordöstlich von Hilzingen, ja nahezu versteckt vor dem Hohentwiel aus westlichem Blickwinkel, erhebt sich der 593 Meter ü. d. M. liegende Staufen. Von der Ruine des eher weniger bekannten Hegaubergs  sind heute nur noch Teile der Ringmauer erhalten. Einst im Besitz der Herren von Homburg, wurde die Staufenburg 1499 im Schweizerkrieg von den Eidgenossen niedergebrannt und dann später im 30-jährigen endgültig zerstört. Wegen der Nähe zum Hohentwiel diente vorrübergehend als wichtiges Hauptquartier für die Belagerer der Festung.

Friedinger Schlossberg

„Feste soll man feiern wie sie fallen“ – wenn dieses Sprichwort auf einen der Hegauberge zutrifft, dann auf den Friedinger Schlossberg mit seinem Friedinger Schlössle, das heute ein beliebtes Ausflugslokal ist. Doch dort oben war es nicht immer so friedlich. Zweimal wurde die 1180 errichtete Burg zerstört. Erst 1499 im Schweizerkrieg und dann noch einmal im 30-jährigen Krieg. Das die auf dem 545,5 Meter ü. d. M. liegenden Friedinger Schlossberg liegende Burg so gut erhalten ist, verdankt sie dem tatkräftigen Wiederaufbau 1651. Heute bieten Berg und Burg eine herrliche Panoramaaussicht über den  Hegau bis zum Bodensee. Bei guter Sicht reicht der Blick sogar in die Schweizer Alpen.

Wochenblatt Redakteur @: Diana Engelmann