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Süße Früchtchen

| Der Bunte Hund

Frühsommer, was für eine schöne Zeit - hallo liebe Leserinnen und Leser!

Erdbeeren – zur Zeit in aller Munde. Es ist Hochsaison, was die süßen Früchtchen angeht, und an vielen Straßen werden Erdbeeren zum Verkauf angeboten. Meine Zweibeiner erzählten sich die Woche, dass Erdbeeren am Strauch verfaulen, weil sie nicht geerntet werden. Was ist denn da los im Schlaraffenland Baden-Württemberg? Mein Herrchen meinte, dass nicht mehr so viele Erntehelfer nach Deutschland kommen würden. Warum sollen denn jetzt Leute hierher kommen, um Erdbeeren zu ernten? Gegessen werden sie doch zum Großteil von den Menschen, die fast um die Felder drum rum wohnen. Ist es zu mühsam sich die geliebten Vitaminbomben vom Strauch zu pflücken oder liegt es daran, dass die Menschen, die einer anderen Arbeit nachgehen, nicht den entsprechenden Preis bezahlen wollen? Der Plantagenbesitzer muss viele Dinge in seinen Verkaufspreis mit einberechnen. Z. B. Ernteausfälle wegen Wetterkapriolen, Betriebskosten – Bedingungen und Bezahlung für die Erntehelfer. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Zur Weihnachtszeit, wenn die Erdbeeren lange Strecken hinter sich gebracht haben und aus ökologischer Sicht als Vollkatastrophe in der Obsttheke angepriesen werden, greifen Konsumenten gerne tiefer in die Tasche. Nicht so in der Hochsaison beim regionalen Angebot. Die Ernte ist kein Zuckerschlecken, wenn man stundenlang in der für Zweibeiner ungewöhnlichen Körperhaltung, nämlich gebückt in praller Sonne, die Früchtchen von den Sträuchern   pflücken   muss. Drei Mo- nate und die Erdbeeren  sind gegessen. Die Obstbauern müssen viele Bestimmun-gen erfüllen und Voraussetzungen schaffen, um Saisonarbeitskräfte für sich und ihre Felder zu gewinnen. Gibt es nicht viele Menschen, die Unterstützungen vom Staat bekommen und hier zur Existenzsicherung derer beitragen könnten, die in den verbleibenden neun Monaten des Jahres Beiträge abführen, aus denen die staatlichen Unterstützungen finanziert werden? Auf einmal haben alle Rücken. Da ist man sich nationalitäten-übergreifend einig. Warum schwere Arbeit verrichten, wenn man auch ohne diese den Geldbetrag aufs Konto überwiesen bekommt? Auch von Seiten der Obstbauern gibt es genug Gründe, warum die kleine Sammelnussfrucht die Obhut der Mutter-staude nicht verlassen kann. Mindestlohn, evtl. anfallende Sozialversicherungsbeiträge und Vorgaben zur Unterbringung machen das Leben schwerer. Die Bürokratie hat auch hier alle im Griff. Kommen dann noch eingeschleppte Insekten hinzu, die sich gerne an reifen Früchten laben – dann hängt die verfaulte Frucht eben in der Frühsommersonne.Wenn ihr Zweibeiner das nicht auf die Reihe bzw. die Erdbeeren in die Schalen bekommt, dann gebt wenigstens die Schneckenbekämpfung auf. Denn für die kriechende Garde hat sich die Frucht eigentlich so schön gemacht – und könnte sich somit auf natürliche Weise vermehren. Und ihr Zweibeiner bleibt dann besser bei den chemisch hergestellten Geschmacksstoffen, die ihr in eure Nahrung reinrührt, weil es so viel bequemer ist. Lebensmittel lässt man nicht am Strauch vergammeln! Guten Appetit, euer Schnauze.

Wochenblatt Redakteur @: Der Bunte Hund

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