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Virale Verbreitung?!

| Der Bunte Hund

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

dass der Frühsommer mit seinen Wetterkapriolen ein gewisses Erkältungsrisiko für die Zweibeiner darstellt, habe ich an den Schniefnasen und Hustenattacken mancher bemerkt. Dass dann aber gleich wieder von Influenza die Rede war, hat mich doch etwas irritiert. Mit einer Grippe, welche vor allem in den kalten Wintermonaten viral um sich schlägt und viele ins Bett zwingt, haben doch die Schnupfennasen jetzt nichts zu tun. Immer öfter war in den letzten Wochen bei uns zu Hause von dieser Influenza die Rede. Komischerweise auch wenn unsere jungen Zweibeiner vor dem Computer saßen. Der Begriff fiel im Zusammenhang mit dem Internet. Wuff, das habe ich dann überhaupt nicht verstanden. Ok, das Internet kann krank machen. Die Zweibeiner nennen es dann internetsüchtig. Manch einen bekommt man kaum mehr aus dem miefigen Jugendzimmer ans Tageslicht gelockt. Unser »kleiner« Großer war auch schon von so einem »Virus« betroffen und die erwachsenen Zweibeiner hatten alle Mühe ihn ins reale Leben zurückzuholen. Ich habe dabei natürlich geholfen. Im aktuellen Fall habe ich irgendwann gemerkt, dass die Fragen der jüngeren Zweibeiner nach längeren Sitzungen im abgedunkelten Zimmer, zu Diskussionen mit den älteren Zweibeinern führten. Interessant zu beobachten und mitzuhören, welche Gedanken die unterschiedlichen Generationen beschäftigen. Woher mancher Gedankengang und somit die Diskussionsgrundlage kam, brachte schließlich die Lösung, die ich dann auch endlich verstand. Der Ursprung der vielen neuen Ideen und die Grundlage der Fragen, lag bei einem Influencer… also – keine direkte Erkältungskrankheit. Aber vielleicht auch hier, eine Parallele. Meinungen und Informationen die sich viral durchs Internet verbreiten, wie es die Zweibeiner ausdrücken. Diese Internetstars haben einen ganz schönen Einfluss auf die jungen und teilweisen orientierungslosen Zweibeiner. Nicht jedem heranwachsenden Teenager stehen ausgewachsene Zweibeiner mit einer kritischen Meinung oder objektiven Sichtweise gegenüber. Vielen ist die eigene Meinungsbildung zu anstrengend und sie lassen sich ebenfalls von anderen beeinflussen. Manch einer lässt Halbwahrheiten in seinem Leben zu, weil es einfacher und bequemer ist. Warum hinterfragen, wenn man eine vorgefertigte Meinung bekommt. Dass sich die Menschen schon immer Vorbilder gesucht haben und einem Star oder einer Persönlichkeit nacheifern wollten, ist nichts Neues. Wohl aber die Tatsache, dass diese Influencer von tausenden Followern beobachtet und deren Beiträge begeistert »geliked» werden. Während die einen versuchen diese Entwicklung zu verharmlosen, ist den anderen die Konsequenz etwas klarer. Für die jungen Zweibeiner sind Onlineportale inzwischen wichtiger als das offizielle Fernsehprogramm. Und wie die Meinung der jungen Zweibeiner im Jugendzimmer des elterlichen Hauses mit Beiträgen, welche sich viral verbreiten infiziert werden kann, bekommen die Eltern oft gar nicht richtig mit. Erst wenn sich erste Krankheitsanzeichen in Form von extremen Ansichten oder Handlungen bemerkbar machen, kümmert sich manch ein Erziehungsberechtige/r um eine Behandlung durch Gegenargumentation oder Belehrung. Eine Tatsache, die nicht unbedingt beruhigend wirkt. Denn die Meinung und Einstellung von Influencern kann sich durchaus wie eine ansteckende Krankheit verbreiten. Und dann hilft kein Arzt oder Apotheker. Lassen Sie Ihre jungen Zweibeiner nicht alleine, in der hochansteckenden Welt des Internets. Ihr Dr. Einstein

Wochenblatt Redakteur @: Der Bunte Hund

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