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Volksbegehren

| Der Bunte Hund

Viele Nachbarn und auch meine vierbeinigen Freunde haben sich in den Urlaub aufgemacht.

Aber ich halte hier im Schatten liegend auf der Wiese tapfer die Stellung, liebe Leserinnen und Leser.

Ich genieße das Gesumme und Gebrumme, das Vogelgezwitscher und Geflatter um mich herum. Schön, dass bei uns und unseren Nachbarn im Garten solch ein lebendiges Treiben zur Normalität gehört. Das ist längst nicht überall so, wie ich von meinen Zweibeinern mitbekommen habe. Wieder einmal müssen sie sich viele Gedanken machen und schauen, dass sie an die richtigen Informationen kommen, um im Herbst bei einem Volksbegehren abzustimmen, welches einschneidende Maßnahmen für Mensch und Natur haben kann. Mir scheint, es sind inzwischen auf allen Seiten bedrohte Arten zu finden und an zu vielen Fronten wird heftig diskutiert, gekämpft und demonstriert. Der Eindruck, dass sich »ganz oben« ein paar wenige ins Fäustchen lachen und weiterhin die Taschen vollstopfen, erhärtet sich bei mir immer mehr. Während die Agrarindustrie auf der einen Seite unsere Landwirte in eine immer größere Abhängigkeit zwingt, geben immer mehr kleinere Betriebe auf. Unrentabel, keine Nachfolger, zu viel Arbeit …

Viele Ortschaften, die durch einen »bäuerlichen« Stil geprägt waren, sind inzwischen zu verschlafenen Wohnsiedlungen geworden. Wie Inseln wirken sie, inmitten eines Meeres aus großen Monokulturen, welche mit entsprechenden Hilfsmitteln auch keinen anderen Gewächsen in der öden Tristesse eine Chance geben. Dass sich hier viele Vogel-, Säugetier- und Insektenarten zurückgedrängt fühlen und keine Überlebens-chance mehr haben, ist eigentlich überhaupt nicht verwunderlich. Landwirtschaftliche Betriebe müssen immer mehr produzieren und dabei wie jedes andere Unternehmen wirtschaftlich vorgehen, um dem Konkurrenzdruck am globalen Markt standhalten zu können. Der Einsatz für Natur- und Artenvielfalt wird in vielen Bereichen durch EU-Verordnungen geregelt und mit einer Aufwandsentschädigung abgegolten. Von dieser kann allerdings kein Landwirt seine Familie ernähren. Während Schwalben früher zum Bild eines Kuhstalls gehörten wie das Kälbchen zur Mutterkuh, findet man heute dort kaum noch Schwalbennester. Der Mensch macht sich durch sein liebgewordenes Konsumverhalten, durch den Run auf billig und billiger, immer mehr kaputt. Ökologisch produzierte und angedellte Äpfel aus der Heimat verlieren gegen wohlgeformte Früchte aus anderen Ländern. In diesen amüsiert man sich gerne über die Einstellung der wohlhabenden Zweibeiner hier. Schließlich geben eingeschleppte Pflanzen und exotische Tierarten, welche gewollt oder ungewollt den Weg hierher finden, neben dem unbedachten Einsatz von Spritzmitteln durch den ordnungsliebenden Hobbygärtner dem heimischen Ökosystem den Rest. Verordnungen, Regelungen und Gesetze. Demonstrationen und Volksbegehren.

Liebe Zweibeiner, wo bleibt euer gesunder Menschenverstand? Es kann sich nur alles zum Guten wenden, wenn ihr euren Lebensstil anpasst, regional denkt und jeder Einzelne seinen kleinen Beitrag zur Erhaltung und Förderung des Ökosystems beiträgt.

Euer Schnauze

Wochenblatt Redakteur @: Der Bunte Hund

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