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Wafrös alemannische Dialektik vom 22. September 2010

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Z'erscht hond se mir zu mim runde Geburtstag en PC kauft, also en Compjuter, weil se sich gset oder gseit hond, etz wämer doch emol säeh, ob er des no packt, de Opa, ob er des no schnallt, ob sei Hirn des no verdaut. I moss ehrlich zuegäe, dass i verschrocke bin, weil I so ä Deifelsding garit welle hon und glaubt hon, dass i des im Läbe nie begrief. No hon i aber möss feschtschtelle, dass mer dem alte Hirn scho no ebbes zuemuete ka und noch ä paar Woche hon i gmont, i kännt ohne des Ding iberhaupt nume läbe. Des sind etz scho wieder drei Johr her und i dere Ziit hond se all wieder mol amer rumgmacht und gschtichlet und mir s Mul wässerig gmacht, i möss doch uf mine alte Täg unbedingt no i des Internet weil mir do die ganz Welt offe schtoh dät. Etz ghör i aber eigentlich zu sellere Sorte Mensche, wo iberhaupt kon Wert druf leged, dassene die ganz Welt offe schtoht, weil mir die Welt langet, wo um mi rum isch und wenn i iber mine Bücher hock, no hon i grad Welt gnueg.
Wie's aber halt so isch, s bitzelet om doch ä bitzele, weil me menkmol weng so sGfiehl hot, dass all wieder mol amel so Blitzgschiide moned, »etz loot'er no, dem sin Kopf isch au nume, des waner mol gsi isch« Anschtatt dass so me alte Simpel scheissegal isch, wa ander Lüt denked, blooget om zmol de Ehrgeiz und mer set zu sich selber, ha probiers doch emol. De kasches jo wieder bliibe lo, wenn de merksch, dasses nume packsch und denn verkindesch du dine Kinder und de Enkele, i mecht etz au is Internet. Sie hond it emol glacht, sie hond ä richtige Freid ghet und hond mir erklärt, wa i etz mache muess, wo me do naagoht und wa me no brucht. Noch ä paar Täg sind scho die Päckle kumme und noch nomol ä paar Täg hot en Mondeer min Aschluss mondiert, i hon ä E-Mail-Adress griegt und ä Passwort und wenn i etz uf ä paar vu mine Taschte druck, no ka i google und surfe und Mail schriebe und die läse, wo se mir schriibed. Me brucht tatsächlich nu uf ä paar Taschte drucke, wemer nu wüsst uf welle! Meine Kinder wissed des und sie hetted gern, dass i des meglichscht schnell au woss. I moss etz emol sage, dass i wirklich it de bleedsch bin und i war wieder richtig häppi iber mei alts Hirn. Aber kaum wared mine Kinder wieder ussem Hus und i iber mine Taschte ghockt, hon i wieder vergesse, woni drucke sott. Etz bin i jo en Glickspilz, weil i en Freund hon, wo eigentlich min Brueder isch. Mit dem bin i so zämmegwaxe, dasses mir menkmol scho peinlich isch, wa i dem zuemuet. Er aber isch echt ä treue Seele und wenn i ihm delefonier und sag »Wilfried, s hooket wieder;« no kunnt'er, bi Tag und bi Nacht. Des Buech wo i kauft hon, »Opa das kannst du auch,« hon i känne i d Babierkischte keie, weil des Sischtem, wa die beschriebed, hüt scho nume gilt. Mit mim Brüederle und de Kinder und de Enkele homer denn jeden Schritt ufgschriebe und denn hon i känne E-maile, is Internet, schriebe und läse und mit dem Google und Wikipedia bin i etz schier unschlagbar, wa die Gscheidheit betrifft, weils nix giit, wa die it wissed. I schreib des Wort, woni wisse will i des Käschtle und scho kunnt haufeweis d Antwort. Etz ka i blitzschnell mit mine Kinder und Freund gschriibe schwätze und bin ine paar Sekunde mit ebber z Afrika oder z Amerika verbunde. Des isch alls it notwendig zum Läbe, aber schä isches, wemers ka und it wieder d Hälfte vergisst. S erschte Mail woni ibrigens griegt hon, war vu mim Enkel, wo etz grad in Kanada isch. S wared nu ä paar Wörtle, »Opa ich bin stolz auf Dich!« Do känntsch vor Freid doch grad bläre, oder it!

Wochenblatt Redakteur @: Walter Fröhlich

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