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Wafrös alemannische Dialektik vom 29. September 2010

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Wenn one oder on binere Behörde, i de Induschtrie oder suscht i de Wirtschaft beförderet wird und nochere Weile, weil er oder sie scheints iberlaschtet isch, no griegt des Betreffende en Mitarbeiter. Meischtens gohts it lang, no isch der Mitarbeiter au iberlaschtet und brucht nomol en Mitarbeiter. Mer ka aber it drei i om Büro schaffe lo, also brucht mer ä zweit's Büro. Do wird so gschafft, oder sie tond so, als ob se schaffe däted, dass die zwei Büro wieder z'klä sind, no kummt nomol ä Büro dezue und nadierlich no meh Mitarbeiter. Am End vu dere Sach hot me denn ä neie Abteilung mit ganz neie Ufgabe. Zunere sottige Entwicklung saged se bi de Soziologe, des sei »das Parkinsonsche Gesetz!« Weil Der Engländer Cyrill N. Parkinson bi sine Schtudie dehinderkumme isch, dass i de Arbeitswelt i Verwaltunge und Unternehmunge ä Bürokratiewachstum fescht zuschtellen sei, ä Selbschtufblähung, wo zunere Unwirtschaftlichkeit, zume Leerlauf und schliesslich zume Zämmebruch fihrt. Etz saged blos it, des sei ä Hirngschpinscht, so äbbes gäbs doch it. I will etz nix behaupte, aber wa homer alle scho feschtgschtellt, dasses Wasserköpf hot, wo me naalueget. Bis en Dokter hüt ä Rezept schriibe ka, moss'er fimf Siite Schtatischtik usfille und wenn ä Krankeschweschter heit ime Patient ä Urinflasche i sei Nachttischle schtellt, no moss se zerscht mol i ihren Raport ineschriibe, wie lang se brucht, bis se wieder im Schtationsbüro isch. Früener hot mer hekschtens i sein Tagesrapport eitrage, »zwei mal täglich Toilettengang.« Des isch etz alles andersch. Etz moss mer Gross und Klein getrennt ufführe und bime Furz die Beschaffeheit schildere.
Nix fir uguet, aber z Brüssel und z Schtrassburg hocked Divisione vu Beamte, wo ihre Daseinsberechtigung dodemit dokumentiered, dass se neie Verordnunge erfinded, dass däne wo se durchfiihre mond, d Hoor z'Berg schtond. S giit Anordnunge Verordnunge und neie Bezeichnunge, dass ko Sau meh drus kunnt und s wird it weniger, s wird al meh, alls des ka me zämmefasse under dem Parkinsonsche Gsetz. Me sott aber it all nu uf andere schiele, bi uns im Mutterland, wo früener mol ä Vaterland war, isches ko Hoor besser. Wer hett au denkt, dass mir emol ä »Antidiskriminierungsstelle« bruche däted, wo zwar no i de Kinderschueh schteckt, aber sie wird scho no wachse. Immerhin koscht se etz scho im Johr fascht drei Millione Euro. De neueschte Kick vu dere Antidiskrischtell isch etz der Versuech, dass bi allene Bewerbunge egal wo, ko Bild debei sei derf. Wenn doch ons bi de Bewerbungsunderlage uftaucht, no wird des »geschwärzt.« Des moss me sich mol vorschtelle. Der Mensch, wo die Bewerbunge bearbeite sott, der derf sich ko Bild vu däne Bewerber oder Bewerberine mache. Bilder sind verbote! Bis etz sind die Bewerber fascht alle zum Fotograf gange und der hot die betreffende Person is rechte Licht g'ruckt, no hot der Personalschef ä kläne Ahnung ghet, wa des fir ä Menschekind isch. Etz sieht er a de Bewerbungsunderlage nint meh, ka it vorsortiere, sondern moss etz alle adanze lo und wieder homschicke, wenn se it des sind, wa er sich vorschtellt. Er hot etz die dopplete Arbet, Der oder die Abglehnte ka wieder homfahre und de Fotograf ka en Mitarbeiter entlasse, weil der nix meh zum fotografiere hot. Und alles nu, weil de Mister Parkinson some Beamtehirn im Traum erschiene isch und hot ihm ä neie Idee eigäeh; »Bewerbunge kimftig ohne Bild!« Min Freund Reiner, de Singemer Fotograf Wöhrstein, hot i de Zeitschrift »Fotowirtschaft« inere fätzige Glosse uf den Bledsinn ufmerksam gmacht, aber au des wird sei, wie wemer en Ochs is Horn pfätzt. Me sott's jo it glaube, aber de sell Parkinson hot Recht…

Wochenblatt Redakteur @: Walter Fröhlich

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