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Wafrös alemannische Dialektik vom 8. September 2010

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Wenn des ganz Thema im Grund it so mordsmässig ernscht wär, no kännt me schtundelang driber lache. Zum lache isch nu des, wa se drus mached. Also wemer ebber als »Sexist« bezeichnet, no moned die meischte vu uns, des sei ebber und zwar meischtens en Maa, wo nix als Sex im Kopf het, Sex schwätze und Sex mache dät, so oft's ging. Des isch aber en grosse Irrtum.
Des Wort Sex bedeitet eigentlich nu s Gschlecht, männlich oder weiblich. Etz isch aber durch die Frauebewegung, vor allem i sellere 68ger Revoluzion des Wort »Sexismus« ufkumme und zwar als Bezeichnung fir d Benachteiligung vume Mensch ufgrund vu sim Gschlecht. S handlet sich vor allem um d Fraue, weil die alleweil n drum kämpfe mond, dass me se it uf alle megliche Arte ausbeutet, dass Mannsbilder moned, dass de weibliche Teil vu de Menschheit zweitrangig isch, wie bim Rassismus. Kerle wo so denked, des sind Sexischte. Des isch it zum lache, aber zum lache isch äbe des, wa se i dem Kampf um Gleichberechtigung drus mached.
De Europa-Rat hot zum Beischpiel scho ä Re-Soluzion usegäe, dass me i de Umgangsschproch die schpezifisch »männliche« Wörter durch neutralere Begriff ersetze soll. Er hot zwar kone Beischpiel ufgfiehrt, aber s giit gnueg Zeitunge und Zeitschrifte, wo des Thema praktisch erklärt hond und no erkläred. Do isch zum Beischpiel des Wort »Führerschein,« des isch sexistisch, weil Führer männlich isch, als kännted Fraue ko Fahrzeig fihre. Ähnlich isches mit »Fussgängerweg.« Als däted nu Gänger und kone Gängerine z Fuess laufe. S fangt scho ganz früeh a mitem »Knirps«. Des ka nu en Bue sei, als obs kone Knirpsine gäb. Nadierlich isch »Mannschaft« sexistisch, weil ä Frauschaft au it minder isch. Klar isch allerdings, wa en Alkoholiker isch. Des ka nu ä Mannsbild sei, obwohls it wenig Fraue giit, wo sufed. Nu wemer mol weng genaueranelueget, no hond se Grund zum sufe, weil se so en Sexist dohom hond, wo vum früehe Morge bis i d Nacht und dert erscht recht die Meinung durchsetzt, er sei de Käs und in Wirklichkeit schtinkt'er blos.
Wa der Europa-Rat aber trotzdem fir wachsweiche Erklärunge gäe hot, isch wieder mol typisch fir manchen Bledsinn, wo us Strassburg kunnt. Mer isch nämlich etz dere Meinung, dass ä Kind, wo Mama oder Papa sagt, dass die Wörter scho sexistische Usdrück sind. Weil Mama und Papa »eine Rollenbezeichnung ist, die vom geschlechsneutralen Ideal abweicht.« Also anschtatt Mama und Papa soll des zukünftige Kind »Elter« sage.
It Eltern, des wäred jo beide. Elter heisst denn de Babe und Elter heisst d Mame. Des isch denn nume sexistisch, des isch geschlechtsneutral. Do langt mer sich doch as Hirn, aber des isches jo grad. Wenn ä Frau sich as Hirn langt, denn ot des weniger Wirkung, wie wenn en Maa sich as Hirn langt. Oha Wägele, sisch no gar it so lang her, do hond berihmte Männer de Fraue sogar s Hirn abgschproche. I kännt etz schriibe wer und wo, aber des gäb nu wieder en Mordskrach.
S hot jo gnueg sogenannte Wisseschaftler gäe, wo druf ufmerksam gmacht hond, dass d Eva schliesslich usseme Schtickle Adam gmacht wore isch. Des war bekanntlich ä Ripple und dass sie mitem Adam hett mösse s Hirn teile, des schtoht jo it i de Bibel. Do hot de Sexismus sin Urschprung und er schpuckt hüt no i manche Köpf. Dass aber d Butzele etz denn anschtatt Mama und Papa »Elter« sage sotted, ob des zu de Befreiung vu de Fraue vum Sexismus en echte Beitrag isch, des isch der Punkt, wo i mitem lache nume ufhöre ka.

Wochenblatt Redakteur @: Walter Fröhlich

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