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Wetterkapriolen

| Der Bunte Hund

Das war ein stürmischer Wochenbeginn liebe Leserinnen und Leser.

Fast wäre ich bei unserem täglichen Spaziergang zu einem fliegenden Drachen an der Leine meines Herrchens geworden. Überall lagen abgebrochene Äste und es flogen Gegenstände durch die Luft. Der Wind zerzauste mir ordentlich mein Fell.
Mir schien es als wären die Zweibeiner sehr aufgeregt bei der Vorhersage des Sturmes und machten sich auf das Schlimmste gefasst. Gut es gibt Unwetterwarnungen mit Tipps zu Verhaltensweisen und Vorkehrungsmaßnahmen, die jeder zum Schutz für sich und seine Mitmenschen treffen kann. Viele Einsatzkräfte, egal ob von Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst waren in Alarmbereitschaft. Veranstalter von Großveranstaltungen mussten bangen, ob Zelte und Inventar die Sturmnacht gut überstehen würden. Auch an den Häusern der Zweibeiner wurde festgeschnallt und weggeräumt, was Gefahr lief, weggeweht zu werden. Meine kleinen Zweibeiner durften noch einen Tag länger zu Hause das Wochenende genießen, da die Schulen es den Eltern freigestellt hatten ihre Kinder zu schicken. Hm, irre ich mich oder werden die Wetterextreme immer schlimmer? Oder erscheint einem nur alles schlimmer, weil es durch ständige Meldungen per Internet oder sonstige Nachrichtendienste als immer wiederkehrende Botschaft die Angst der Menschen schürt. Ist es nicht so, dass es Unwetter, Stürme und eisige Nächte schon immer gab? Nur, dass es früher »normal so war« und heute durch die Vorhersagen schon im Vorfeld zu Gedankengängen führt, die einem Zweibeiner das Gefühl geben, dass da etwas ganz Außergewöhnliches passiert. Also »Wetter« gab es doch schon immer. Und wenn man sich die Bilder aus der Kindheit meiner großen Zweibeiner so anschaut, dann gab es »früher« noch viel mehr davon … und damit meine ich jetzt viel Schnee, Stürme, Hagel, eiskalte Nächte. Wo war denn der Winter bis jetzt? Der Januar war in diesem Jahr so unglaublich warm, dass an vielen Pflanzen schon erste Knospen zu sehen sind. Ja sogar an den ersten Blümchen im Garten konnte ich schon herumschnuppern. Auch jede Menge Insekten waren bei den milden Temperaturen unterwegs. Irgendwie gab es für die Natur gar keine richtige Winterpause. Auch der Regen, welcher bitter nötig wäre, blieb im Großen und Ganzen aus. Interessant sind die Reaktionen der Zweibeiner, wenn dann doch an ein paar Tagen etwas Regen fällt. Viele der Menschen werden dann schnell missmutig, schimpfen auf den Regen, verlangen nach Sonne und warmen Temperaturen. Irgendwie ist alles aus dem Tritt gekommen, die Natur darf nicht mehr Natur sein. Das Wetter darf nicht mehr machen was es will. Zum Glück macht es das dann aber doch, denn daran können die Menschen noch nicht viel herumregeln. Oder doch? Berichte über Klimawandel, Erderwärmung und die endlos erscheinenden Debatten zu Maßnahmen, um dagegen anzusteuern scheinen mir immer wichtiger. Oder glauben Sie, dass es sich hier um eine ganz normale warme Phase, die nach einer Eiszeit kommt, handelt? Dass die Zunahme von Wirbelstürmen, Kälteeinbrüchen, Hitze- und langen Trockenperioden, normal ist?
Ich hoffe, Sie haben die Warnhinweise ernst genommen und diese letzte Extremwetterlage ohne Beschädigungen überstanden.

Ihr Struppi.

Wochenblatt Redakteur @: Der Bunte Hund

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