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Wildwechsel

| Der Bunte Hund

Nach einem goldenen Indiansummer ist der Herbst da, liebe Leserinnen und Leser.

Manch ein Zweibeiner kommt trotz der kühleren Temperaturen noch ordentlich ins Schwitzen, denn alles sollte noch winterfertig gemacht werden. Bäume und Sträucher werden geschnitten, Blumenzwiebeln gesteckt und Beete umgegraben. Statt Vogelgezwitscher wird der Herbst vom Geräusch der Laubbläser untermalt. Ich versuche mein Herrchen immer ganz schnell an den lauten Dingern vorbeizuziehen und frage mich jedes Mal, ob das wirklich eine Arbeitserleichterung ist. Wie es da wohl den Tieren geht, die unter dem Laub Schutz suchen? Die werden sich ganz schön erschrecken bzw. die kleinen Insekten, die sich in dem schützenden Laub verkriechen, werden ganz schön durch die Luft gewirbelt. Zum Glück greifen viele Zweibeiner noch zu altbewährten Methoden mit Besen und Laubrechen.

Auch die Autos werden winterfest gemacht. Mein Herrchen hatte sich dafür dann leider einen schlechten Tag ausgesucht und war beim aufziehen der Winterreifen patschnass geworden. Manch einer wird sich überlegen, ob er wegen der letzten milden Winter überhaupt Winterreifen aufziehen soll. Diese Idee finde ich als sicherheitsliebender Vierbeiner dann mal gar nicht gut. Denn bei unter 7 Grad verlängert sich der Bremsweg mit Sommerreifen enorm und wenn man stark bremsen muss, kann das sehr blöd enden. Gerade jetzt in der Herbstzeit gibt es durch den Wildwechsel oftmals brenzlige Situationen, in welchen der Autofahrer schnell reagieren muss. Die Wildtiere sind unterwegs und suchen nach Futter. Meist sind sie nicht allein und ein springendes Reh oder ein rasendes Wildschwein wird von seiner Familie verfolgt. Autofahrer können leider oft gar nicht so schnell reagieren, wenn aus dem Dickicht am Straßenrand oder dem Feld neben der Fahrbahn die hungrigen Wildtiere auf die Straße laufen. Kommen dann noch schlechte Sichtverhältnisse durch Nebel oder starken Regen und eine hohe Geschwindigkeit dazu, hat der Fahrer kaum eine Chance, dem straßenseitenwechselnden Waldbewohner auszuweichen. Oft erweist es sich als schlechte Alternative, wenn der/die Wagenlenker/in versucht, dem Hindernis auszuweichen, und so übel es vielleicht klingen mag, in so einem Fall ist es besser, einen Frontalzusammenstoß nicht zu vermeiden. Keine schöne Jagdmethode. Aber zum Schutz der Fahrzeuginsassen vor noch größerem Schaden die empfohlene Verhaltens-weise. Halten Sie daher jetzt in dieser Jahreszeit einen Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand ein, um noch ein wenig mehr Reaktionszeit zu haben. Fahren Sie gerade in der Dämmerung, wenn die meisten Tiere unterwegs sind, und vor allen Dingen in gekennzeichneten Bereichen langsamer. Auch wenn Sie es vielleicht eilig haben, wenn ein Wildunfall passiert, brauchen Sie viel länger. Ein durch Unfall erlegtes Wildtier darf man übrigens nicht mit nach Hause nehmen und zum sonntäglichen Hochgenuss der Familie als Braten vorsetzen. Informieren Sie die Polizei, damit diese sich um die richtige Hilfe für das eventuell stark verletzte Tier kümmern kann. Ich hoffe, dass Sie ohne Zusammenstoß durch die Herbstzeit kommen und wünsche Ihnen, bei den durch die Jahreszeit bedingten schwierigeren Straßenverhältnissen, eine sichere Fahrt.

Ihr Dr. Einstein.

Wochenblatt Redakteur @: Der Bunte Hund

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