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Die »Krönung« einer erfolgreichen Restaurierung

Turm St. Laurentius
In der vergangenen Woche wurde die liebevoll restaurierte Spitze des Vierungstürmchens der Tengener St. Laurentiuskirche zurück an ihren angestammten Platz über den Dächern von Tengen gehoben. swb-Bild: dh
Kuppel St. Laurentius
Unterhalb des Vierungstürmchens befindet sich die sechs Tonnen schwere Kuppel, die im Zuge der Sanierung mit einer neuen Tragekonstruktion gesichert wurde. swb-Bild: Ulrich Graf
Zeitkapsel Öffnung
Im Beisein von Pfarrer Harald Dörflinger und Architekt Ulrich Graf hatten die Handwerker vor acht Wochen die Zeitkapsel unter dem Turmkreuz geöffnet. Darin fanden sie Dokumente und Banknoten aus den 1920er Jahren. swb-Bild: Ulrich Graf
Handwerker Laurentius
Bevor die Turmspitze wieder an ihren Platz gehoben wurde, gab es noch Gelegenheit zu einem Gruppenfoto mit den beteiligten Handwerkern. In der Mitte Architekt Ulrich Graf und Pfarrer Harald Dörflinger. In den Händen halten sie die Zeitkapseln, die bei der jetzigen Sanierung in die Turmspitze gelegt wurden. swb-Bild: dh

Abschluss der Außenrenovation der Tengener Pfarrkirche St. Laurentius

Tengen. Staunende Blicke gingen nach oben, als sich die Spitze des Vierungstürmchens der Tengener St. Laurentiuskirche am vergangenen Donnerstag in den wolkenbehangenen Himmel über dem Hegau erhob. Ein großer Autokran setzte die Kupfern glänzende Turmspitze zurück an ihren alten Platz, hoch über den Dächern von Tengen. Das Zwiebeltürmchen war vor rund acht Wochen abgenommen worden. Im Zuge der Außenrenovierung der Kirche hatte man bemerkt, dass das Türmchen ebenfalls ertüchtigt werden sollte, denn die alte Blechverkleidung war undicht geworden und das eingedrungene Wasser hatte Teile der Unterkonstruktion beschädigt.

An der Spitze der Welschen Haube befindet sich das Kreuz mit Zeitkapsel. Bei der Errichtung im Jahr 1929 waren verschiedene Dokumente in die Zeitkapsel gelegt worden, darunter auch mehrere Geldscheine aus der Weltwirtschaftskrise, die zeigen, wie schnell die Inflation damals vorangeschritten ist. »Die Scheine beginnen bei, Zweihunderttausend Mark, und steigen dann an, bis zu einem 50 Milliarden-Reichsmarkschein«, berichtete Pfarrer Harald Dörflinger. Selbstverständlich wurden, im Zuge der jetzigen Renovierung, für die nächste Generation wieder verschiedene Dokumente und Banknoten in die Zeitkapsel hinterlegt. Wer auch immer diese in der Zukunft öffnet findet darin verschiedene Euroscheine, einen Brief mit Informationen zur Pfarrgemeinde, eine Beschreibung der Sanierungsmaßnahme mit Projektbeteiligten, sowie persönliche Gegenstände der Handwerker und die Titelseite der letzten WOCHENBLATT-Ausgabe sowie der Tageszeitung.

Das Gotteshaus wurde in den späten 1920er/ frühen 30er Jahren um das Querhauses mit Chorbereich und der Sakristei erweitert. In der Vierung des Querhauses entstand damals eine Kuppel, mit Deckengemälde. Architekt, Statiker und die Handwerker waren bei diesem Bauteil vor eine besondere Herausforderung gestellt. Ganz besonders gefragt waren hier die Zimmerleute, die auf engstem Raum im Dachbereich über der Kuppel ein Tragwerk zur Sicherung der Kuppel verbaut haben. »Die Kuppel wiegt sechs Tonnen, und hat sich über Jahre bereits abgesenkt, im Zuge der Dachsanierung war es nun an der Zeit die Kuppelkonstruktion entsprechend zu ertüchtigen «, erklärt Architekt Ulrich Graf vom Architekturbüro »Grube Jakel Löffler« aus Karlsruhe. Als gebürtiger Tengener war dieses Projekt eine Herzensangelegenheit für ihn.

Da zur Sicherung für die Ertüchtigung der Kuppel im Innenraum der Kirche ein Gerüst aufgestellt werden musste, entschied man sich von Seiten der Pfarrgemeinde dazu die umliegende Decke des Querschiffs im Zuge dieser Maßnahme ebenfalls restaurieren zu lassen. Die Decke samt Kuppel mit Deckengemälden wurde gereinigt und retouchiert. Die Kuppel wurde zudem mit einer neuen LED-Beleuchtung ausgestattet.
Im Außenbereich wurden sämtliche Natursteinelemente und Putzfassaden restauriert. Die bestehenden Festverglasungen wurden überarbeitet und mit einem Schlussanstrich versehen. Defekte Holzteile der Dachkonstruktion wurden ausgetauscht und instandgesetzt, sowie das Dach mit einer neuen Biberschwanzeindeckung versehen.

Sämtliche Kupferverblechungen wurden mit viel Liebe zum Detail ausgeführt. Ein neuer Blitzschutz und die Überarbeitung der Außentüren rundet die gesamte Baumaßnahme ab. Ende Mai dieses Jahres wurde mit der Sanierung begonnen. »Damit sind wir jetzt genau im Zeitplan«, freut sich Architekt Ulrich Graf. Mit dem Aufsetzen der Turmspitze ist die Außenrenovierung der Kirche nun abgeschlossen.

 

Weitere Bilder vom Aufsetzen der Turmspitze gibt es in unserer  Galerie.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn