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Entfaltung in all ihren Facetten

Kinderbetreuung - mehr als nur ein Beruf
Die individuelle Entwicklung der jungen Zöglinge steht bei den ErzieherInnen im Vordergrund. swb-Bild: Symbolbild

Kinderbetreuung – Mehr als nur ein Beruf

Region. Spielerisch die Welt mit großen, staunenden Augen entdecken, in der Natur herumtollen und Schmetterlingen nachjagen – Kind sein ist etwas richtig schönes. Damit Kinder sich voll entfalten können,bedarf es viele verschiedene Bausteine. Eines davon ist die Erziehung, die zumeist von den Eltern und Großeltern übernommen wird. Eine große Rolle spielen aber auch die ErzieherInnen in Kitas und Kindergärten. Ein afrikanisches Stichwort etwa besagt: »Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.«

Durch die stetig ansteigenden Geburtenraten erhöht sich die Nachfrage nach Kita-Plätzen – auch im U3-Bereich – genauso wie die Anforderungen an das Personal. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht bei vielen jungen Familien im Vordergrund, genauso wie der Wunsch nach verschiedenen Bildungsformen und mehr sowie qualifizierte pädagogische Fachkräfte. Dies alles stellt die Kommunen vor großen Herausforderungen, die bewältigt werden wollen. So gibt es in der Stadt Radolfzell zu wenig Plätze – laut Susanne Pantel gäbe es derzeit 90 unversorgte Kindergartenkinder. Pantel, seit 2014 Gesamtelternbeiratsvorsitzende der Kindertageseinrichtungen der Stadt Radolfzell, kam in dieses Engagement, weil ihre Kinder selbst keinen Platz bekamen, obwohl der Wiedereinstieg in ihren Lehrerberuf anstand.

Eine Stadt, die einiges in diesem Bereich tut, ist die Stadt Singen: 30 Kitas, davon elf in städtischer, zehn in katholischer, drei in evangelischer und sechs in sonstiger Trägerschaft, darunter auch ein Walddorfkindergarten. Die Altersspanne je nach Einrichtung liegt bei acht Monate bis zehn Jahre.
Der Beruf der Erzieherin/des Erziehers beinhaltet jedoch wesentlich mehr als die bloße Erziehung der kleinen Schützlinge: Erste Berührungspunkte mit Buchstaben, Zahlen und Formen, das Kennenlernen verschiedener Bräuche sowie das Arbeiten mit vielen Materialien sind nur einige Bereiche, die Kinder im Rahmen der frühkindlichen Bildung entdecken. Dabei ist Bildung so viel mehr als angehäuftes Wissen, über das ein Kind verfügen muss, denn Kinder erschaffen sich ihr Wissen über die Welt und sich selbst durch ihre eigenen Handlungen. Diese Bildungsprozesse setzen verlässliche Beziehungen und Bindungen zu Erwachsenen voraus, das heißt, dass Bildung ein Geschehen sozialer Interaktionen ist.

Die sechs grundlegende Entwicklungsfelder, die ErzieherInnen Kindern näher bringen sind: Körper, Denken, Sinn, Werte und Religion, Sprache, Gefühl und Mitgefühl sowie Sinne. Die Umsetzung dieser Ziele hängt jedoch von der Motivation des Kindes ab. Neben der Vermittlung dieser Bildungsprozesse steht noch einiges mehr auf der Aufgabenliste eines Erziehers – eine systematische Beobachtung des einzelnen Kindes sowie eine fundierte schriftliche Dokumentation dieser Beobachtungen und der Entwicklungsziele, die individuell für jedes Kind geplant werden, sind Teil der täglichen Arbeit pädagogischer Fachkräfte genauso wie der rege Austausch mit den Eltern. Damit haben ErzieherInnen eine große Verantwortung und leisten einen fundamentalen Beitrag in der Erziehung unserer Kinder, die viel zu wenig gewürdigt werden.

Wochenblatt Redakteur @: Graziella Verchio