30 Jahre Kunstmuseum Singen geht in die Verlängerung

| Oliver Fiedler

Singen. Am kommenden Sonntag, 7. Juni. sollte eigentlich die Finissage zur Jubiläumsausstellung "30 Jahre Kunstmuseum Singen" gefeiert werden können. Doch die Ausstellung konnte nicht einmal am 22. März eröffnet werden, denn da kam die plötzliche Schließung im Zuge des Corona-Lockdown eine Woche zuvor dazwischen, so dass die fertig aufgebaute Bilderschau bis zum 6. Mai mit der Wiedereröffnung auf die ersten Besucher warten, und auch den eigentlichen 30. Geburtstag am 18. Mai wegen der Versammlungsbeschränkungen vorbeiziehen lassen musste.

Weil es diese Ausstellung aber einfach verdient hat, von vielen Besuchern bewundert zu werden, wurde sie nun bis zum 13. September verlängert und nach jetzigem Stand müsste dann ein festlicher Abschluss doch möglich sein. Die Ausstellung ist wirklich etwas sehr Besonderes, denn Museumsleiter Christoph Bauer kann hier stolz die Früchte aus 30 Jahren engagierter Sammlungsarbeit für ein Museum vorstellen, dass die Bodenseeregion mit ihren Künstler von der Zeit der Höri-Künstler über die Klassische Moderne bis zu aktuellen Arbeiten neuerer Künstler abbilden kann und dadurch auch immer mehr Schenkungen oder Leihgaben bedeutender Künstler bekommt, die hier aus der Region oder aus Singen selbst stammen oder hier ihre Wirkungsstätte haben.

Und: das Museum kann mit der Ausstellung auch vorzeigen, wie die Kunstwerke konservatorisch gesichert werden für die weitere Nachwelt. Otto Dix, Erich Heckel, Julius Bissier, Curth Georg Becker, Max Ackermann, Emil Kiess, Harald F. Müller, Tom Leonhardt, Friedemann und Hans Hahn, Peter Mell, Markus Daum, Felix Droese, Ursula Wentzlaff oder Ralph Fleck sind nur einige Namen, die für diese besondere Sammlung und die zum Teil ganz neuen Leihgaben oder Ankäufe stehen und die auch klar machen: Kunst lebt vom Gegenüber und kann durch kein digitales Angebot ersetzt werden, weil sie nur haptisch über ihre lesbare Oberfläche erlebt werden kann.

Museumsleiter Christoph Bauer hofft, dass es bald Erleichterungen gibt, die auch kleinere Führungen möglich machen und lädt herzlich zum Erleben ein.Mehr zur Ausstellung gibt es natürlich noch unter www.kunstmuseum-singen.de/

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

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