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Biotop mit Wirkung über die Grenze

Sielmann Weiher
Mit vereinten Kräften und Akteuren zu beiden Seiten der Grenze, wurde am Donnerstag der symbolische Spatenstich für den Bau des Worblinger Sielmann-Weiher vollzogen. Bereits in rund sechs Wochen haben die Bagger hier ihre Arbeit getan und die Natur kann sich hier ein neues Biotop erobern. swb-Bild: of

Spatenstich für Worblinger Sielmann-Weiher vollzogen

Rielasingen-Worblingen. Schon fast euphorische Stimmung verbreitete Prof. Dr. Peter Berthold als Kopf der Sielmann-Stiftung beim Spatenstich des neuen Sielmann-Teichs am  Donnerstagnachmittag in Worblingen. Denn besonders war für ihn nicht nur die große Kulisse von Interessierten mit rund hundert Personen. Von Anfang sei man hier schon sehr herzlich aufgenommen wurde mit dem Wunsch, hier einen weiteren Baustein des Biotopverbunds der Sielmann.Stiftung  am Bodensee zu schaffen, aufgenommen worden, während es sonst eher üblich sei, dass man ihn aus dem Rathaus im hohen Boden hinauswerfe, scherzte der berühmte Vogelexperte. Und in Rielasingen habe man ja sogar das Projekt beim Neujahrsempfang vorstellen dürfen und das Grundstück von rund zwei Hektar Größe zur Verfügung gestellt bekommen.  Und: dieser Sielmann-Weiher sei überhaupt der erste, der schon vor dem ersten Spatenstich finanziert sei, auch dank Sponsoren aus der Schweiz inklusive des Naturverbands Turdus, der den Weiher mit angestoßen habe. Und:  sogar die SchülerInnen der Wessenbergschule hatten ihre Laufe mehrerer Jahre gesammelten Preisgelder gesammelt um das rund 350.000 Euro teure Projekt zu unterstützen.

Mit weiteren Besonderheiten wartete Sindy Bublitz als Öffentlichkeitsarbeiterin der Stiftung auf: fünf Jahre habe man geplant und dabei auch den Standort wechseln müssen, jetzt werde der Teich innerhalb von etwa sechs Wochen entstehen.  Bis zum Juni sollen die Wunden in der Landschaft soweit verheilt sein, dass man Einweihung feiern könne. Bei diesem Projekt sei es auch gelungen, auf größere Erdreichtransporte verzichten zu können. Rund 8.000 Kubikmeter Humus müssen zunächst abgetragen werden, um den Seeboden auszuformen. Da dieses Erdreich sehr wertvoll  ist, konnten mit dem Nachbarn Ulriche Graf und dem Schweizer Bio-Bauern Rathgeb (er baut auch die derzeit heiß diskutierten Foliengewächshäuser) zwei benachbarte Landwirte als Abnehmer gefunden werden, die das Material auf ihren Flächen zur Bodenverbesserung und zum Erosionsschutz verwenden können.  Weil das Gelände leicht hängig ist, muss ein Damm von rund zwei Metern Höhe errichtet werden, und auch für den Ton, der zum Abdichten des Damms nötig ist, sei man im künftigen Seegrund fündig geworden, was kosten von 40.000 Euro sparen würde. Das Wasser für den See kommt aus Grundwasserschichten, die ihren Ursprung im Bereich des Schienerbergs habe. Sie hätten Trinkwasserqualität, unterstreicht Bürgermeister Ralf Baumert. Der künftige Teich wird relativ unzugänglich sein um die Natur nicht zu stören, aber Aussichtsplattformen bieten, an denen man dem Wasser sehr nahe kommen könne, erklärte Bublitz. Errichtet werden soll zum Beispiel eine Eisvogel-Brutwand, der Weiher könne mit seinen Flachwasserbereichen auch ein Refugium für den grünen Laubfrosch werden, der schon auf der Roten Liste bedrohter Arten steht: in Bohlingen kümmere er derzeit in diversen Pfützen herum. Aus Bohlingen waren auch einige Gäste zum Spatenstich gekommen und brachten ihren Wunsch zum Ausdruck, dass man ja auch eine Teichkette bis nach Bohlingen anlegen könnte.

Dass mit diesem Teich unterhalb des Schiener Berg auch ein besonderes grenzüberschreitendes Projekt startet, unterstrich Evolutionsbiologin Prof. Dr. Barbara König  aus Zürich, die für die Schweizer Sielmann-Stiftung sprach: für den Naturschutz dürfe es keine Grenzen geben. Hier ist die Grenze gerade mal einen Kilometer  weit entfernt.

Mehr Bilder vom Spatenstich gibt es unter http://www.wochenblatt.net/wb-bewegt/bildergalerien/2017/februar/album/spatenstich-fuer-den-neuen-sielmann-weiher-in-worblingen/ 

verant. Red. @: Oliver Fiedler

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