Stöbern, Schwitzen, Schwimmen
Die Sommeraugenweide ließ niemanden kalt
- Auch Christiane Ufer von der Knopfmanufaktur Kleiderkunst hatte, neben 81 anderen Ausstellern aus den Gewerken Textil, Holz, Schmuck, Keramik, Holz, Papier, Gartendeko und mehr auf der "Sommeraugenweide" in Ludwigshafen einen Stand. Sie stellt zum Beispiel den "Ulmer Spatzengürtel" her, der sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreut, weil es einfach ein stylisches Designobjekt sondern auch gleichzeitig ein süddeutsches Souvenir ist.
- Foto: Constanze Wyneken
- hochgeladen von Tobias Lange
Bodman-Ludwigshafen. Die 14. Sommeraugenweide ließ sich von der brütenden August-Hitze nicht bremsen. Die Besucher strömten trotzdem zahlreich ins Ludwigshafener Schlösslepark-Paradies, wo 82 Aussteller ihre handgemachten Schätze präsentierten. Zwischen Knöpfen, Keramik und Kunst wurde gestaunt, geplauscht und geshoppt – und zur Not eben kurz im Bodensee abgekühlt.
Es war unfassbar heiß an diesem vergangenen August-Wochenende. Trotzdem wagten sich so einige, mutige Einkaufslustige und Kunsthandwerksinteressierte in den Schlösslepark rund ums Zollhaus Ludwigshafen zur mittlerweile auch über den Landkreis Konstanz hinaus recht bekannten „Sommeraugenweide“, die in diesem Jahr schon zum 14. Mal stattfand und wieder einmal mit Vielfältigkeit, Kreativität und Farbenfreude überwältigte.
Hier gibt es weitere Bilder von der Augenweide:
Was für ein Segen war es doch, dass dieser Park direkt am Bodenseeufer liegt, denn so konnten sowohl Marktbesucher als auch Ausstellende immer mal zwischendurch in den See hüpfen, um sich durch das kühle Nass erfrischen zu lassen. Schweißtreibend ist es nämlich, sowohl über solch einen Markt zu schlendern als auch stundenlang unter einem Zeltdach auszuharren und Kunden zu beraten – so erfreulich Verkaufsgespräche auch sein mögen.
Und erfreulich waren sie offenbar reichlich. Denn schon am Samstagvormittag füllten sich die Wege zwischen den Ständen mit Shoppinglustigen. Und wer sich einmal auf diesen Rundgang eingelassen hatte, wollte so schnell nicht wieder aufhören. 82 Ausstellerinnen und Aussteller hatten ihre kleinen und großen Schätze mitgebracht: Keramik, Schmuck, Bekleidung, Dekoartikel, Brillen, Holzskulpturen, Gartendekoration – Dinge, die nicht einfach nur irgendwo herumstehen, sondern die sogar Geschichten von den Händen erzählen, die sie gemacht haben.
Da war zum Beispiel Christiane Ufer mit ihrer Knopfmanufaktur Kleiderkunst aus Ulm. Sie betreibt ihre kleine Manufaktur seit 2014, hat diese aber von der Ulmer Familie Häberle abgekauft, die das Geschäft bereits seit dem Jahr 1940 betrieben. Herr Häberle Senior, so erzählt Christiane Ufer, sei damals noch mit dem Schneiderkoffer herumgefahren und habe Schneider mit Stoffen beliefert. Auf Basis des alten Geschäfts führe Ufer die Tradition noch weiter, „allerdings habe ich Vieles aufgepeppt und neue Ideen eingebracht, wie zum Beispiel mit Stoff bezogene Fingerringe oder die beliebten Ulmer Spatzengürtel“.
Mittendrin hatten auch Jürgen Mayer samt Ehefrau (mit Keramik) und Veronika Jäger (mit Filzartikeln und Hüten) ihre Verkaufsstände. Gemeinsam mit ihren vielen Mitstreitern sorgen sie stets dafür, dass die Sommeraugenweide Jahr für Jahr ihren ganz eigenen Zauber entfaltet. Und irgendwie sind die beiden auch ein bisschen die „Eltern der Augenweide“, so gut und liebevoll wie sie ihre Kunsthandwerks-Aussteller umsorgen – zum Beispiel mit einem kleinen Frühstück, das alljährlich am Samstag, bevor es losgeht, schon Tradition hat.
Ganz gewiss liegt das Geheimnis dieses Marktes darin, dass man nicht nur zum Kaufen kommt. Man kommt zum Schauen, Staunen, Anfassen, Plaudern – und trifft dabei nicht selten auf Menschen, die man schon vom vergangenen Sommer kennt. Oder man lernt einfach neue kennen, ganz abgesehen davon, dass so manch ein Marktbesucher eventuell mit etwas Neugewonnenem nach Hause geht, mit dem er oder sie vorher gar nicht gerechnet hätte.
Wem es übrigens zu lange dauern sollte, bis zur nächsten Sommeraugenweide zu warten, dem sei schon einmal folgender Termin zum Vormerken genannt: Ab Mittwoch, 21. Oktober bis Sonntag, 1. November 2026 wird die „Galerie Augenweide“ (das Indoor-Pendant zur Sommeraugenweide) im Zollhaus Ludwigshafen stattfinden. Farbenfreude, Kreativität, kulinarische Versorgung durch die Zollhausgastronomie und Shoppinglust sind auch hier wieder garantiert.
Autor:Constanze Wyneken aus Singen |