Leserbrief über Gottmadinger Energiesparplan
Reiner Populismus zum Duschen in der Sporthalle

Symbolbild | Foto: Symbolbild/of

Gottmadingen. Zum Diskussion über mögliche Energiesparmaßnahmen in Gottmadingen wird uns geschrieben:

"Viele Gottmadinger Sportler müssen derzeit ungeduscht ihren Heimweg nach dem jeweiligen Trainingseinheiten antreten. Die Ursache hierfür ist beim hiesigen Ausschuss für Technik und Umwelt zu suchen welcher in einer seiner Sitzungen ein allgemeines
Duschverbot in den gemeindeeigenen Sportstätten bis Ostern (!!!) beschlossen hat.

Viele  der betroffenen Vereinsmitglieder fragen sich hier zu Recht nach dem Sinn dieser Maßnahme. Mit welcher Begründung einem verschwitzten Fußballer, Handballer oder Ringer (die Liste lässt sich sicherlich noch erweitern) verwehrt wird sich Schweiß und
sonstige Anhaftungen an Ort und Stelle vom Leibe zu waschen ergründet sich wohl nur den Ausschussmitgliedern selbst.

Analog zu den Schul-Ferienzeiten wären alle Sportler hier vorübergehend sicherlich auch mit einer kalten Dusche zufrieden gewesen. Welches Energieeinsparpotential in deren Verbot liegt, weiß wahrscheinlich auch nur der entsprechende Ausschuss selbst, da sich die Sportler ja trotzdem nicht ungeduscht ins Bett legen, sondern dies zu Hause nach einem kalten Heimweg in nasser Trainingsbekleidung auf eigene Kosten (warm) erledigen.

Vermutlich ist der Grund hier rein finanzieller Natur: Beim Einsparen der Wasserkosten und des Reinigungspersonals auf Kosten der
Betroffenen!
Für die entsprechenden Vereinsmitglieder wirkt es jedenfalls wie blanker Hohn wenn seitens der Kommunalpolitik das Vereinsleben als „sozialer Kitt“ propagiert wird und man auf Anfrage auch gerne Helfer für gesellschaftliche Anlässe stellt (z.B. beim Slow-Up). Ob
der Zuspruch hier in Zukunft ähnlich sein wird, bleibt abzuwarten. Wäre es nicht an der Zeit den durch Corona schwer gebeutelten Vereinen unterstützend zur Seite zu stehen anstatt diese mit nicht zu Ende gedachten und rein populistischen Maßnahmen unnötig weitere Steine in den Weg zu legen?

Am Beispiel der Grenzlandhalle Randegg erreicht das Verbot allerdings seinen unrühmlichen geistigen Höhepunkt: Hier wurde trotz dem 100%gen Einsatz erneuerbarer Energien ebenfalls ein allgemeines Duschverbot ausgesprochen. Wurde die Randegger Fernwärme nicht auch mit dem Blick auf eventuelle Rohstoffkrisen installiert? Ganz nebenbei setzt sich hier bestimmt kein ungeduschter Sportler in den angrenzenden Bürgersaal, um seinen Hunger und Durst zu stillen. Werden die Umsatzausfälle der
Pächterin hier aus dem Gemeindesäckel bezahlt? Wenn es nicht so unglaublich wäre, müsste der ein oder andere Betroffene wahrscheinlich lauthals lachen, wenn er abends nach dem Training verschwitzt und schmutzig Richtung eigene 4-Wände fährt und aus dem Seitenfenster fröhlich das Wasser aus dem Schneckenbrunnen plätschern sieht.

Mit schmutzigen sportlichen Grüßen. Frank Schuhwerk, Randegg

Autor:

Redaktion aus Singen

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